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Stage Bottles, Enraged Minority, A.E.F. am 15.01.2011 im Archiv Potsdam

17.01.2011

Am Samstag ging es nach Potsdam ins Archiv wo die Ultras Babelsberg und Rash Berlin/Brandenburg zum Konzert einluden unter dem Titel "Freiheit stirbt mit Sicherheit" (gibt es da nicht ein Lied von Pestpocken?).
Hab mich für den Abend im Archiv relativ spontan entschieden. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Außer Stage Bottles haben mir die anderen Bands nix gesagt und so war die Überraschung doch sehr groß über die qualitativ hochwertigen musikalischen Ergüsse.
Als erstes spielten A.E.F (Braunschweig), (wofür steht die Abkürzung?), die sich groß „Anti OI“ auf die Fahne geschrieben haben. Hm, „Anti OI“ … scheint also ne politische Band zu sein … so war es dann auch. 5 Typen die im OI Gewand ihre meist politischen Lieder „vortrugen“. Die einzige Ausnahme die mir jetzt im Kopf geblieben ist, war sinngemäß „Trinken und Kotzen“ und diese Textzeile wurde mehr oder weniger häufig wiederholt, also nach dem Motto ein Lied, eine Textzeile, aber so gab es wenigstens was zum „mitsingen“ … herrlich.
Gesungen wurde zu zweit und im speziellen Fall von „Trinken und Kotzen“ sogar zu viert, was ich bisher nur bei einer Handvoll Bands gesehen habe.
Der Sound war, wie so oft im Archiv, wahnsinnig laut und wahnsinnig schlecht. Vom Schlagzeug war fast nur die Base Drum zu hören und die Gitarre war ein gleich bleibendes rauschen, dieser Zustand hat sich während des Auftritts auch nicht wesentlich gebessert.
Der Laden war halbvoll und das Publikum stand mehr oder weniger Fußwippend vor der Bühne, abgesehen von zwei Typen die fleißig tanzten und mitsangen und den Leuten zeigten wie es gemacht wird. Das war vermutlich der Unbekanntheit der Band und dem noch geringen Alkoholkonsum zu verschulden, an der Band hat es definitiv nicht gelegen. Zum Schluss gab es noch eine Coverversion von Loikaemie „Good Night white Pride“ bei dem die Bühne von einem Madl gestürmt wurde und diese fleißig mitsang.
Zusammenfassend: echter Geheimtipp … hingehen!

Danach waren Enraged Minority an der Reihe. Eine noch relativ junge Band (2007 gegründet) aus Rheinfelden (direkt an der Schweizer Grenze).
Die aussagekräftigen, sozialkritischen und politischen Texte sind in kraftvollen Streetpunk Songs verpackt und ausschließlich in Englisch. Gesungen wurde über Freundschaft oder wie im Lied „Enraged Minority“ darüber sein eigenes Ding durchzuziehen. Gespickt war der Auftritt mit Ansagen wie: scheiß auf die Grauzone, wer mit Nazis abhängt wird auch wie ein Nazi behandelt.
Der Sound war ausgesprochen gut, was ziemlich ungewöhnlich für’s Archiv ist, daher muss das hier mal Erwähnung finden. Ich hab in der Vergangenheit schon mehrfach spekuliert das es an der Akustik und/oder an der Technik liegen könnte aber nach dem Auftritt war klar, das ist es definitiv nicht …
Mich haben die Jungs auf jeden Fall überzeugt und eine Platte ist wohl auch schon erschienen.

Als letzte Band des Abends sollten dann die Jungs von Stage Bottles die Bühne betreten. Eine Band die man mittlerweile kennen sollte da sie nicht nur seit 1993 sowohl im In- als auch Ausland touren sondern auch mit Genregrößen wie "The Oppressed", "Die Kassierer", "Die Lokalmatadore", "Oxymoron", oder "Mad Sin" zusammen musiziert haben.
Dann wird mein Gedächtnis etwas löchrig, ich erinnere mich an eine Menge tanzender Leute, es war jetzt nicht sonderlich voll, so dass jeder genug Platz hatte, an einen sehr langen Auftritt, mit vielen Ansagen zu Politik und diesem Ballsport namens … Fußball, und einen Typen der mit einer blutenden Kopfwunde draußen saß und von zwei Sanitätern behandelt werden musste …

Alles im allen ein hoch politischer Abend.

B. Kaempfer




http://www.stagebottles.de/
http://www.myspace.com/stagebottles

http://www.myspace.com/enragedminority

http://www.myspace.com/antioi


Geschrieben von B. Kaempfer am 18.01.2011, 00:00 Uhr


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