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GROBER KNÜPPEL - UNBEUGSAM

GROBER KNÜPPEL - UNBEUGSAM

CD Asphalt Records a division of BANDWORM RECORDS 15.10.2010
  3 / 10

Weitere Informationen:
http://www.der-gk.de/
http://www.myspace.com/groberknueppel


Mein erster Kontakt mit der Band GROBER KNÜPPEL aus Berlin war beim Berlin Rock City Festival. Der brachiale Sound der aus den Boxen kam ließ mich aufhorchen. Nach ein paar Songs war die Band mir allerdings zu prollig. Der Sound und das perfekte Zusammenspiel beeindruckte zwar, aber das war es dann auch schon.

Nun liegt mir mit “Unbeugsam“ deren zweite Scheibe vor. Gerechnet habe ich mit dem schlimmsten, nach der Erinnerung vom Rock City Festival.

Das Cover ist schon mal nix für Tierschützer und Leute mit Anspruch. Ein Typ der mit einer Baseballkeule auf ein Schwein einprügeln will. Soll dass eine Metapher sein?

Cover aufgeklappt, und das Booklet rausgeholt. Ein Herz mit Panzern ist zu sehn. Als Cover hinter dem Booklet ist in Frakturschrift “Unbeugsam“ zu lesen mit einem Typ in einem Flur der Kette und Vorschlaghammer in der Hand hält. Kommt bei mir als Horrofilmfan ganz gut an, aber trotzdem vermag das Cover mich im Ganzen nicht zu begeistern. Mal sehen wie die CD ist.

Als erstes und bestes Merkmal fällt der brutal fette Sound auf. Da ist viel Mühe und Herzblut in die Produktion geflossen. Der Sound von GROBER KNÜPPEL ist eine Mischung aus Punkrock mit viel (Trash)Metal - Anleihen, Crossover und auch mal Hip Hop - Einflüssen.

Sauber spielen tut die Band auch, also erstmal gar nicht so übel, aber dann, die Texte.

Ich hab keine Ahnung wen die Texte ansprechen, wahrscheinlich Onkelz-Proleten, Hardcore-Posern und Leuten die Sexismus, Chauvinismus und Gossensprache toll finden. Ich steh zwar auch nicht auf verkopfte Texte a la Die Sterne oder Tocotronic, aber Texte wie die folgenden Beispiele lassen mir die Galle hochsteigen:

Meine Mutter, die war nicht begeistert, die Socken immer vollgekleistert.

Nur noch vom Rohr gesteuert, in jeden Schlitz gefeuert.

( im Text dann auch noch die Zeile: Das Rohr, das knüpft sich heut noch Tussis vor )

Gebt euch verdammt noch mal damit zufrieden, dass all die Jungs nur Muschis lieben

Es gibt noch mehr dieser textlichen Ergüsse, die wirklich unterste Schublade sind. Das hat nix damit zu tun, dass ich keinen Humor habe, aber so was geht echt nicht.

Jetzt sind die Texte allerdings nicht alle auf prolligem Pornofilmniveau. Songs wie “Wer schützt uns vor euch?“ oder “Nein heißt Nein“ sind rebellisch, underground und geben Kraft.

Warum aber diese prolligen, sexistischen Texte im ersten Teil des Albums? Unterstes Niveau ist das. So was übles hab ich schon lange nicht mehr gehört.

Das die Jungs dann auch mit solchen Bands wie Die Enkelz oder Freiwild zusammengespielt haben, stellt die Band zusätzlich in einen sehr zweifelhaften Ruf.


Geschrieben von Frank am 27.11.2010, 00:00 Uhr


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