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MDK (Mekanik Destrüktiw Kommandöh) - Manifestation

MDK (Mekanik Destrüktiw Kommandöh) - Manifestation

CD Destiny Records 04.08.2017
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://www.mdk-offiziell.de/


Diese CD liegt schon seit einigen Tagen bei mir und hat sich schon diverse Male in meinem CD-Player gedreht. Dazu habe ich mir mehrmals die beiliegenden Informationen des Plattenlabels durchgelesen, die fast schon ein kleines Buch sind.
Trotzdem weiß ich nicht so richtig wo ich anfangen soll.
Und das sagt schon viel über MDK, Mekanik Destrüktiw Kommdanöh aus.
MDK ließen sich schon damals nicht in eine Schublade einsortieren.
Für die einen war es radikaler Punk, für die anderen waren es ein paar Leute die (nur) provozieren wollten und auch vor der linken Szene, die sie gerne vereinnahmte, nicht Halt machte.
Musikalisch war MDK nie klassisch Punk. Es war Musik die früher zwischen der angesagten Punk-Avantgarde, (Cold-) Wave, NDW und irgendwie dann doch Rockmusik ihre Eckpfeiler hatte.
Somit durchbrach MDK nicht nur die Hörgewohnheiten sondern schaffte es auch, dass sich Menschen mit der Musik, ihren Auftritten und ihren Aussagen auseinandersetzten.
Ob “Die tödliche Doris“ oder “Jello Biafra“, alle hatten irgendwie mit MDK zu tun.
Sie hatten die Band gesehen oder gehört was die Band gemacht hatte.
Nebenbei war Volker Hauptvogel (Gründer und Sänger der Band) auch als Darsteller tätig. In “Nekromantik“ von Jörg Buttgereit ist er derjenige der mit einem Luftgewehr den Nachbar erschießt, der dann als Leiche für die weitere Handlung des Films essentiell ist.
MDK nennen ihr neues Album “Manifestation“. Ein gesungenes Manifest?
Politisch?
Anarchistisch?
Provokant?
Und was ist mit der Musik?
Kalte Rockbeats, mit einem trockenen, ja fast mystischem Saxophon unterlegt, elektronische Effekte und einem Gesang, der die normalen Songstrukturen häufig aufbricht. Es sind Texte, gesungen oft als Fragmente.
Die Texte sind feststellend wie z.B. “Man wohnt nicht mehr im Kiez“ (ein mit erschreckend einfachen Worten dargestellte Veränderung die in Berlin und in anderen Großstädten seit Jahren vor sich geht).
“Alles in den Arsch“, zeigt die menschliche Gier nach dem “Alles haben Wollen“ auf. In drastischen Worten, die einem an die Schultern packen und schütteln. Ist es das was wir wollen? Kredite, Treuepunkte, All Inclusive? Haben wollen, immer mehr? Und wenn es nicht mehr geht? Egal....
Mit “Nimm dir das Leben“ wird nicht über Selbstmord gesungen, sondern vielmehr über den Wert den das Leben hat und dass man damit was machen soll. Es ist das Leben, das man sich greifen, nutzen soll. Leben...Leben!
Diese einzigartige Musik mit den Texten die den Nerv der Zeit treffen, schafft etwas, was bei den meisten Menschen schon lange nur noch in hömopathischen Dosen existiert. Man hört konzentriert zu, man neigt sich der Musik, den Texten zu.
MDK ist etwas ganz anderes, als alles andere!
Es ist wirklich etwas “Neues“. Etwas Neues, etwas Altes. Etwas anderes. PUNK!
Produziert wurde das Album von Jon Caffery (u.a. Produzent von Alben der Toten Hosern)
Hochgradig finanziert wurde die Produktion von Dirk Felsenheimer (Drummer, Die Ärzte).




Geschrieben von Frank am 11.08.2017, 11:50 Uhr


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