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GANKINO CIRCUS - DAS POTPOURRI DES HERRN BARON VON GUNZENHAUSEN

GANKINO CIRCUS - DAS POTPOURRI DES HERRN BARON VON GUNZENHAUSEN

CD Beste! Unterhaltung 26.11.2010
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://www.myspace.com/gankinocircus


GANKINO CIRCUS haben mit “Das Potpourri des Herrn Baron von Gunzenhausen“ ihr drittes Album veröffentlicht, welches sie auf allerlei Konzerten in der ganzen Republik präsentiert haben und noch präsentieren werden.

Kennen gelernt habe ich die fränkische Combo, als ich mal eben nur schauen wollte, welche Band als Support der Kings of Humppa, Eläkeläiset, im Astra der Meute einheizen darf. Die ersten Songs machten die Band schnell so interessant, dass ich mir die CD organisierte, um sie nicht nur selber im stillen Kämmerlein zu hören, sondern der Leserschaft von ramtatta.de vorzustellen, auf das die Band bald noch mehr Fans und Freunde haben wird.

GANKINO CIRCUS aus der fränkischen Provinz, zwischen Dietenhofen und Ornbau, haben sich mit diesem Album nicht weniger vorgenommen, als den Baron von Gunzenhausen wieder mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. Der kurze Abriss des Lebens dieses Mannes liest sich wie folgt:

Der Herr Baron von Gunzenhausen war eine wohl einmalige Figur in der deutschen Adelslandschaft. Von unsagbarer Lebenslust getrieben hielt sich der fränkische Baron zu seinem Amüsement einen überaus grotesken Hofstaat und vernachlässigte oft über Monate hinweg seine Amtsgeschäfte. Er hatte unglaubliche Begeisterung für schnelle Musik, filigranen Tanz, die Geschichten guter Geschichtenerzähler sowie eine durstige Vorliebe für roten Wein, die fränkische Braukunst und den Charme junger Männer in bunten Frauenkleidern.

Der Baron von Gunzenhausen hat sozusagen im Mittelalter den Hedonismus erfunden und lebte gleichzeitig eine Toleranz die auch heute leider noch nicht selbstverständlich ist.

Die vier Musiker von GANKINO CIRCUS haben sich zwölf Songs aus der Feder des Barons herausgesucht und mit Akkordeon, Mini-Schlagzeug, Bassklarinette, Saxophon, Gesang und allerlei anderen Instrumenten vertont. Herausgekommen ist ein Stück Musik was gehört, entdeckt und geliebt werden will.

Die stilistische Breite des Albums bewegt sich von Swing, Seed - ähnlichen Songs, Balkan-Beats, Punk, Sprechgesang, Schlager, schrägen Einfällen bis zu improvisiert, scheinenden  Sessions. Eine Mischung die skurril und herausfordernd ist. Erstens, weil man das nicht alle Tage hört und zweitens weil jeder Song anders ist und es mir schwer fällt, hier einen Song als besonders gelungen oder herausragend herauszuziehen. Jeder Song für sich alleine betrachtet hat so viel, dass man darüber schon Seiten füllen könnte und sich ein angehender Musikjournalist diesem Album auch auf wissenschaftlicher Basis nähern könnte.

Viel Spaß dabei. Keine leichte Aufgabe, aber man wächst ja an seinen Herausforderungen.

Ganz was besonderes ist “Kerwa Lieder“ ( Kerwa, fränkisch für Kirchweih ). Beim Hören denk ich mir schon, was sind das für verrückte Jungs, aber wenn ich an den Gig im Astra als Support für Eläkeläiset denke, dann weiß ich, die CD ist gut, aber nichts gegenüber der Show auf der Bühne. Die Band unterhält, lässt einen Lachen, den Kopf schütteln und staunen. Alleine was die Jungs in Berlin in fränkischem Dialekt über Dietenhofen erzählten, hat den Besuch schon gerechtfertigt.

GANKINO CIRCUS passen gut auf die Kleinkunstbühnen dieser Welt, aber noch besser, sozusagen perfekt, passen sie in die Wagenburgen dieses Landes ( von denen es viel zu wenige gibt ). Das ist der Sound des Volkes, der Sound der Lebenslustigen, eben der Menschen die das Leben genießen.

Die fränkische Band ist etwas ganz besonderes, für die man sich Zeit lassen muss, den einfach zum nebenbei hören ist die Band nicht. Will sie auch gar nicht sein, dass können andere.

GANKINO CIRCUS haben neben der nicht alltäglichen Musik auch viel Wortwitz in ihren Texten, der auch heute noch zündet, was wiederum heißt, dass der Baron von Gunzenhausen ein ganz besonderer Herr war.

Wer das außergewöhnliche sucht, wird bei GANKINO CIRCUS fündig!

Noch anzumerken ist, dass die Franken auch sozial engagiert und kreativ in der Covergestaltung sind. Das Cover, welches komplett aus Holz (!) gefertigt ist, wurde von Mitarbeitern der Lebenshilfe Feuchtwangen hergestellt. Hut ab und Respekt, Jungs!


Geschrieben von Frank am 14.05.2012, 00:00 Uhr


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