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THE BUSTERS
Weitere Informationen:
https://www.thebusters.com/de/
https://www.facebook.com/TheBusters/
THE BUSTERS, eine Institution was Ska in Deutschland angeht.
Es gibt kaum eine Ska-Band die es durchgehend seit fast 40 Jahren gibt.
Es gibt wohl kaum eine Band die in der Zeit ihres Bestehens 20 Alben veröffentlicht hat und da sind die Live-Veröffentlichungen noch nicht mal mit eingerechnet.
Es gibt wohl kaum eine Band, die so verlässlich jedes Jahr tourt, wie die Band aus Wiesloch, THE BUSTERS.
Mit “Calling“ kam am 27.02.2026 das neueste Werk von THE BUSTERS auf den Markt, natürlich flankiert von ihrer jährlichen Tour. Die Review von “Calling“ ist bei ramtatta.de bereits veröffentlicht worden und hier zu lesen:
https://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/10926/
Sänger und Gitarrist Joe Ibrahim und Posaunist Robert Solomon waren so freundlich, mir ein paar Fragen zum neuen Album, ihre Sicht auf die Ska-Szene und der aktuellen Weltlage zu beantworten.
Geschrieben von Frank am 18.03.2026, 20:19 Uhr
F: Glückwunsch zum neuen Album, wenn ich richtig gezählt habe, ist es
das Album Nummer 24 von THE BUSTERS.
Was macht das neue Album aus?
Joe: Vielen Dank.
Es ist diesmal ein sehr emotionales und intimes Album.
Wir besingen unter anderem Themen wie Freundschaft, toxische
Beziehungen, Depression, Tod, aber auch der Rechtsruck ist nach wie vor
Thema.
Das klingt zunächst ziemlich schwer, aber es ist uns gelungen, diese
Inhalte in eingängige und mitreißende Songs zu verpacken. Man kann
dazu genauso gut feiern wie bei unseren vorherigen Alben. Gleichzeitig
gehen diese Themen, die viele Menschen aus ihrem eigenen Leben
kennen, vielleicht noch direkter ins Herz als auf manchen unserer früheren
Platten.
F: Ich finde euer Album strahlt eine bemerkenswerte Leichtigkeit aus.
Es lächelt bzw. grinst einen fast an. Wie habt Ihr das geschafft?
Joe: Ich glaube, wir haben uns diesmal komplett von unseren selbst auferlegten
Regeln befreit und im Kompositionsprozess unserer Kreativität freien Lauf
gelassen.
Wir haben nicht versucht, zwanghaft „Busters-Songs“ zu schreiben. Wenn
uns ein Song emotional berührt hat, haben wir daran weitergearbeitet, egal
in welche stilistische Richtung er ging. Sobald aber die ganze Band den
Song spielt, entsteht trotzdem automatisch der typische Busters-Sound.
Außerdem waren wir während der Aufnahmen einfach extrem gut gelaunt.
Wir haben zwei Wochen gemeinsam mit den Produzenten Philipp „Philsen“
Hoppen und Oliver Zülch in einem kleinen Dorf in Brandenburg mitten im
Wald gearbeitet. Diese Atmosphäre war sehr entspannt und konzentriert
zugleich, und ich glaube, das hört man dem Album auch an.
Rob: Es war toll sich einfach mal nur auf das Spielen des Instruments
konzentrierenz u können und die Entscheidung über z.B. einen Take in
andere Hände gegeben zu haben. Das haben wir früher immer alles selbst
gemacht. Diesmal wurde nach mehreren Aufnahmen auch mal eine Pause
aufgerufen um danach noch weitere Takes spielen. So lange bis eben die
Außenstehenden beurteilten dass es geil war.
Dabei reifen die Stücke unheimlich und werden lockerer und extrem auf den
Punkt. Eine tolle Erfahrung.
F: Ihr habt die Instrumente in einem Studio aufgenommen und den
Gesang in einem anderen. Was war der Grund für diese Splittung?
Joe: Wir wollten unsere Stärke als Liveband möglichst authentisch aufs Album
bringen und haben deshalb alle Stücke gemeinsam zu neunt live
eingespielt. Dafür war das Studio von Philsen perfekt geeignet und dort lag
der komplette Fokus auf den Instrumentalaufnahmen.
Gesangsaufnahmen sind nochmal eine ganz andere Baustelle. Da braucht
man absolute Konzentration, um die Attitude und die Emotionen wirklich zu
einhundert Prozent rüberzubringen.
Deshalb war von Anfang an geplant, den Gesang separat aufzunehmen.
Da das Studio von Oliver Zülch in Waltrop für mich außerdem deutlich näher
ist als Brandenburg, haben wir die Gesangsaufnahmen dann in einer
weiteren Woche dort gemacht.
F: Wie würdet Ihr den Stil des neuen Albums “Calling“ beschreiben?
Joe: Ska ist nach wie vor unsere Basis, aber wir haben schon immer gerne
andere Stile einfließen lassen. Diesmal ist wieder viel Punk und Rock
dabei, aber auch andere Ausflüge: zum Beispiel Surfmusik bei „Danger
Paradise“ oder jazzigere Harmonien bei “Bon Voyage“. Außerdem gibt es
mit “Your Name“ auch klassischen Reggae.
Am Ende ist es also eine bunte Mischung aus verschiedenen Einflüssen,
die trotzdem einen gemeinsamen Sound hat.
Rob: Ja die Frage nach dem Stil…
Ich denke die Einteilung in Geschmacks- oder Vermarktungs-Tools hilft
nicht gerade den wahren Kern der Kunst oder der Komposition zu
erkennen.
Meiner Meinung nach ist die Musikwelt offener und bunter wenn man sie
nicht in Stile einteilt. Also versuche ich es erst gar nicht mehr.
So lässt es sich lockerer kreativ werden.
F: Mit dem Song “One more Time” beschreibt Ihr das Älterwerden und
die Sehnsucht nach den Nächten wie sie früher einmal waren. Habt Ihr
das Gefühl, dass die jüngere Generation noch genauso wild ist wie Ihr
früher?
Joe: So wild zu sein wie die Busters früher – also noch vor meiner Zeit – ist,
glaube ich, gar nicht so einfach. Mir kommt die Jugend heute teilweise
schon etwas braver vor. Aber solange die Kids glücklich sind, ist das ja
völlig in Ordnung.
Auf dieser Tour ist mir allerdings sehr aufgefallen, dass wirklich jeden
Abend viele junge Leute im Publikum waren. Das macht auf jeden Fall
Hoffnung, dass die Konzert- und Clubszene auch in Zukunft weiterlebt.
Rob: Ja, wir haben schon viel Blödsinn getrieben und uns bestimmt nicht immer
für die Veranstalter so pflegeleicht verhalten. Mögen sie uns verzeihen, wir
waren jung und wild. Aber weit weg von dem was man von großen
Rockstars so gelesen und gehört hat.
Wobei, ein Hotelzimmer oder eine Backstage musste schonmal dran
glauben…
Letztendlich haben wir uns zu seriösen Musikern entwickelt die
professionell performen können und sich ihrer Verantwortung als
Bühnenmenschen und Vorbildern bewusst sind.
F: Die Welt scheint momentan durchzudrehen. Immer mehr Kriege, die
Klimaveränderung zeigt sich immer mehr, Rechtskonservative und
nationalsozialistische Ideen scheinen sich immer mehr zu verbreiten.
Wie geht Ihr damit um und wie schafft Ihr es daran nicht zu
verzweifeln?
Joe: Es ist nicht immer einfach, politisch informiert zu sein und dabei mental
gesund zu bleiben. Was uns Kraft gibt, sind unsere Konzerte. Dort sehen
wir jeden Abend die unterschiedlichsten Menschen: Jung und Alt, divers,
mit verschiedenen Hautfarben und Hintergründen und alle singen und
tanzen gemeinsam.
Menschen miteinander zu verbinden, tut einfach gut und Musik ist dafür
eines der besten Mittel.
Das gibt einem Hoffnung.
Rob: Etwas Übelkeit ist Immer dabei, weil diese Weltanschauungen eben so
unappetitlich sind und ich mir null vorstellen kann wie das umgekehrt die
Fans dieser Ideen aushalten können auf Dauer. Jeder der schonmal
gehasst hat weiß wie anstrengend Hassen ist. Du gehst auf die Straße und
musst negative Vibes ausstrahlen. Anstrengend.
Die Welt nicht erhalten zu wollen ist einfach nur sinnentleert.
F: Ich habe das Gefühl, dass die Ska-Szene in Deutschland sich sehr
weit aufgefächert hat in kleine Sub-Szenen. Wie seht Ihr das?
Joe: Das kann ich gar nicht so genau sagen. In den Kreisen, in denen ich mich
bewege, war das schon immer ziemlich vermischt. Ich komme eher aus
dem Punk-Bereich, und da war es ganz normal, dass auf Punkrock-Partys
auch Ska läuft und umgekehrt.
Auf Punkkonzerten stehen Skinheads im Publikum und genauso
andersherum.
Ähnlich ist es auch bei unseren Konzerten. Da treffen sich Menschen aus
unterschiedlichen Szenen.
F: In den nächsten Tagen sind Wahlen (Anmerkung des Redakteurs:
mittlerweile ist gewählt worden) in Baden-Württemberg. Es scheint
auf Schwarz-Grün hinauszulaufen mit starken Gewinnen der AfD.
Wie seht Ihr die Situation bei euch?
Was erhofft oder erwartet Ihr, von der nächsten Regierung?
Joe: Ich erwarte vor allem, dass die CDU aufhört, der AfD hinterherzulaufen und
in manchen Themen deren Sprache zu übernehmen. Viel wichtiger wäre
es, mit aller Kraft daran zu arbeiten, die Menschen zurückzugewinnen, die
zur AfD abgewandert sind.
Man muss den Leuten klar machen, wo die echten Probleme liegen und
dass Regenbogenfahnen zu verbieten, Genderdebatten zu führen oder
ständig über Abschiebungen zu sprechen den Geldbeutel der Bürgerinnen
und Bürger auch nicht voller macht.
Rob: Die Grünen haben stark aufgeholt, das dürfte noch knapp und spannend
werden. Mittlerweile sind AfD-Wähler nach Umfragen keine Protestwähler
mehr, sondern überzeugt dass diese Partei wirklich ihre Welt verbessern
kann. Liest man das Wahlprogramm sehe ich alles andere als
Verbesserungen.
Für mich unvorstellbar wie man sich das wünschen kann. Schaut man nach
Amerika sieht man doch sehr gut was passiert wenn man Befürworter
dieser Ideologien folgt und solche Leute in Machtpositionen bringt.
F: THE BUSTERS haben sich 1987 gegründet. Im nächsten Jahr werdet
Ihr vierzig Jahre alt.
Habt Ihr schon Pläne was Ihr zum Geburtstag im nächsten Jahr
machen werdet?
Joe: Wir sind gerade noch mitten in der Tour und sprechen hier und da mal über
Ideen. Aber wenn die Tour vorbei ist, setzen wir uns in Ruhe zusammen
und planen etwas Schönes für das Jubiläum.
Rob: Die ein oder andere Flasche Sekt werden wir bestimmt öffnen.
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