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SDP - BUNTE RAPUBLIK DEUTSCHPUNK

SDP - BUNTE RAPUBLIK DEUTSCHPUNK

CD Berliner Plattenbau 10.01.2014
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://www.sdp-online.de/


Wenn man schon jahrelang Musik hört und darüber schreibt, dann denkt man, dass man alles kennt. Wenn man dann aber trotzdem auf Empfehlungen von Freunden hört, dann ist man selber Schuld, denn deswegen laufen jetzt SDP bei mir. Der Regler steht rechts und der Bass dröhnt aus den Boxen. Mein Gesicht hat ein Grinsen und mein Kopf wackelt im Takt.
Wie geht´n ditte?
Ja, dit frag ich mich och.
SDP sind zwei Leute (!) und machen Krach für mindestens fünf. Die Kumpels Vincent und Dag sind seit zehn Jahren in der Musikbranche unterwegs. Nach einem fulminanten Konzertjahr 2013 legen sie mit “Bunte Rapublik Deutschpunk“ ein zweites Album vor auf das das Konzertjahr 2014 noch fetter wird.
Der Stil von SDP ist eine Mischung aus Rap, Punk, (Trash-) Elektro-Pop, Schlager und tausend anderen Stilen. Vincent und Dag haben aus der Stil -Küche alles genommen was sie finden konnten und das war verdammt viel. Die Songs haben so viele Stilbrüche, Melodien, Rap-Einlagen und völlig überdrehte Breaks, dass einem eigentlich schwindelig wird. Das Gegenteil ist aber der Fall, jeder Song ist trotz seiner musikalischen und lyrischen Vielschichtigkeit so eingängig, dass man schon beim ersten Hören Parts finden kann die man mitsingen kann. Das schlimme dabei, manche Zeilen fressen sich so dermaßen ins Hirn, dass man sie tagelang nicht rausbekommt.
Das Duo hat in seinen Texten einiges zu sagen. Mit dem übertriebenen “Hände Hoch“ und dem augenzwinkernden Diss-Song “Lied für die Fans von anderen Bands“ (hier gibt es vielleicht etwas zu viele Zitate Richtung Die Ärzte) fängt es an.
Mit “Mittelfinger“ geht es weiter. Das Lied ist eine Generalabrechnung über alles was nervt, und das ist verdammt viel. Dabei kommt der Song so extrem gut gelaunt rüber, dass auch der schlimmste Tag Sonnenschein in die Seele bringt.
Natürlich kann man auch negatives finden an der Scheibe, z.B. wird der Text von “Als ich Mädchen noch scheiße fand“, viele Sexismus-Debatten entfachen. Es ist ein chauvinistischer Song….vielleicht, vielleicht aber auch eine Kritik an alle Männer die kuschen sobald sie mit einer Frau zusammen sind. Irgendwo zwischen Lokalmatadore, Schulhofsong und Pubertätspop. Trotzdem schafft es die Band auch hier, nicht voller Hass sondern immer mit einem freundlichen, vielleicht sogar naiven Unterton positives zu vermitteln.
Merke: Dur-Melodien gehen immer.
Der darauf folgende Song “Candle Light Döner“ erinnert ein bisschen an “A-N-N-A“ von Freundeskreis. Pubertäre - Romantik kann SDP auch zaubern und wer von dem Song, sowie dem traurig - verliebten “Wegen Dir“ nicht berührt wird, der sollte sich mal behandeln lassen.
Gäste sind auf diesem Album auch dabei, und zwar Keule (“Hätte, hätte, Fahrradkette“, typischer Keule-Song), Eke Fresh (“Mittelfinger“), Weekend (“Tanz aus der Reihe!“, cooler Song) und Bass Sultan Hengzt (“Hurra, Hurra, die Schule brennt“, krasser Song, sehr lustig).
Nach 17 Minuten und 62:38 Minuten ist “Bunte Rapublik Deutschpunk“ zu Ende, und man spürt Glückseligkeit, Unternehmenslust und hat einfach Bock auf´s Leben.
SDP haben mit dieser Scheibe ein vielschichtiges Album zwischen lyrischem Hochgenuss und Pubertätstexten (machen sagen auch BRAVO - Musik) geschaffen. Es gibt extrem viel Wortwitz und einen Haufen geiler Reime. Ein Album was 100% Spaß macht.
Das ist geil!
Ach ja, “Wer Ficken will muss freundlich sein“, einmal hören und die Welt der Geschlechter verstehen. Meine Fresse macht die Musik Spaß!



Geschrieben von Frank am 22.01.2014, 20:43 Uhr


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