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MINOR UTOPIA - WITHERING IN THE CONCRETE

MINOR UTOPIA - WITHERING IN THE CONCRETE

CD STF RECORDS 01.06.2012
  4 / 10

Weitere Informationen:
http://www.minorutopia.de/
http://www.myspace.com/minorutopia


Ich liebe ja Schubladen. Mein Schrank ist voll davon. Überall sind Schubladen, große, kleine, geräumige und kleine. Jede Schublade hat einen Namen, damit ich mich zurecht finde und jederzeit weiß wo was ist. Das ist hilfreich. Weil es so hilfreich ist, wird in vielen Bereichen in Schubladen gedacht, da kommt dann alles rein was man vermeintlich dort wieder finden will. Vorurteile, Meinungen und auch Musikstile. MINOR UTOPIA nennen ihren Stil Progressive - Industrial - Metal. Alles klar?

Mir nicht!

Klingt irgendwie sperrig.

Das Debütalbum von MINOR UTOPIA aus Rostock macht es dem Hörer nicht leicht, obwohl man beim Lauschen der gitarrenlastigen Musik immer mal wieder an Bekanntes erinnert wird.

Das Trio aus Rostock, bestehend aus zwei Männern und einer Frau, spielt düsteren, gitarrenlastigen Metal - Rocksound. Die Palette der Effektgeräte wird vornehmlich für die düsteren Intros benötigt. Im Song an sich sind die Effektgeräte nicht im Vordergrund. Da ist es eher die schon angesprochene Gitarre und der facettenreiche Gesang von Michelle. Sängerin Michelle hat viele Anleihen einer rotzigen Punksängerin was sie von der Kraft umzusetzen weiß, allerdings schafft es ihre Stimme nicht in die höheren Bereiche, auch wenn sie das gerne möchte. Diese Tatsache lässt einen manchmal richtig mitleiden, weil die Dame immer wieder genau diese Höhen erreichen will und gleichzeitig gegen Schlagzeug und ihre eigene Gitarre ankämpfen muss. Ein Unterfangen welches nicht von Erfolg gekrönt ist.

Musikalisch setzt sich die Band mit ihrem Sound zwischen die Stühle, wird doch der Freund der progressiven Rockmusik zu viele Industrialanleihen raushören die ihm wahrscheinlich nicht gefallen werden. Dem Industrialfan wird es ähnlich ergehen. Der Metaler könnte an der Musik Spaß haben, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit an der Stimme etwas auszusetzen haben. Bleibt der Mut der Band etwas Eigenes geschaffen zu haben, was nicht alltäglich ist. Das ist lobenswert, aber reicht das tatsächlich um vor mehr als den eigenen Freunden zu spielen?


Geschrieben von Frank am 24.07.2012, 00:00 Uhr


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