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GANKINO CIRCUS

04.06.2013

The same procedure than last year?

Yes!

Im letzten Jahr hatte ich das erste Mal die Band GANKINO CIRCUS aus Dietenhofen im Vorprogramm von den verrückten Finnen gesehen. Nun war es am 04.06.2013 wieder so weit.

Eläkeläiset luden ins Astra Berlin und als erste Band des Abends sollten die Dietenhofener Jungs der Masse wieder einheizen.

Den Stil von GANKINO CIRCUS zu beschreiben ist schwer, da die Band alles spielt was ihr gerade in den Sinn kommt. Es ist so, wie als wenn der Barmann der Lieblingskneipe alle Getränke die er findet zusammenmischt und raus kommt der leckerste Drink seit Jahren.

Da mich in 2012 GANKINO CIRCUS umgehauen hatte war für mich klar, wenn ich die Band noch mal sehe, halte ich ihr mein Diktiergerät unter die Nase. Dieser Tag war am 04.06.2013 gekommen.


Geschrieben von Frank am 31.08.2013, 12:09 Uhr


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F:         Erzählt mir bitte als erstes eure Bandgeschichte.

 

GC:      Wir sind aus Dietenhofen. Dort haben wir schon Musik gemacht. Wir wollten dann irgendwann weg. Wir wollten zu viert Urlaub in Frankreich machen. Da wir kein Geld hatten, haben wir in Frankreich auf der Straße gespielt um unseren Urlaub zu finanzieren. Das hat gut geklappt. Danach haben wir auch in Dietenhofen auf der Straße gespielt. Die ersten Sachen aus Osteuropa haben wir da auch schon gespielt. Das hat gut funktioniert und dann haben wir damit weiter gemacht. In Laufe der Zeit haben wir auch richtige Konzerte außerhalb gespielt. Die Leute in Dietenhofen haben dann irgendwann zu uns gesagt, dass es blöd ist, dass wir nur in Frankreich spielen, wir sollten auch mal in Dietenhofen spielen.

 

F:         In meinen Augen ist der Stil den Ihr spielt sehr ungewöhnlich, weil er so viele Einflüsse hat. Wie kam es zu dem Stil den Ihr spielt? Macht Ihr schon seit der Schule Musik?

 

GC:      Wir machen das immer so, dass da wo wir waren, wo wir hingereist sind, wir Sachen mitgenommen haben und die mit dem verbunden haben wo wir herkommen, nämlich der Musik aus Franken und den Liedern die wir dort gelernt haben. Wir haben z.B. aus Belgrad Musik mitgenommen. Das verbinden wir dann mit unserer Musik, weil wir das natürlich nicht Original so spielen können wie die Leute dort.

 

F:         Wie kam es, dass Ihr schon so viel in der Welt herumgekommen seid?

 

GC:      Man muss eigentlich nur ins Auto steigen und losfahren…wenn man ein Auto hat. Wenn man kein Auto hat wird´s komplizierter, aber wenn man ein Auto hat, muss man das nur voll laden und losfahren. Dann kann man bis Belgrad schon mal fahren.

Nach Belgrad sind wir aus Lust und Laune gefahren, weil wir weg wollten.

 

F:         Wenn Ihr eine Platte macht, wie entscheidet Ihr welcher Song rauf kommt und in welchem Stil?

 

GC:      Das ist ein bisschen schwierig zu beantworten. Wir machen da viel nach Gefühl. Wir entscheiden uns nicht bewusst, sondern nach unserem Gefühl und nach dem was wir gerade live spielen. Das kommt dann auch auf die Platte. Es ist allerdings meistens thematisch sondiert. Die Songs die auf die Platte kommen haben wir meistens schon mindestens ein halbes Jahr gespielt. Die nehmen wir dann auf und fertig.

 

F:         Ich würde euch gerne noch was zum Balkanbeat fragen. Balkanbeat ist momentan sehr populär. Was glaubt Ihr warum das so ist?

 

GC:      Ich glaube es ist deshalb, weil es Volksmusik ist. Volksmusik ist im Volk verwurzelt und hat daher eine sehr lange Tradition und ist sehr stark mit den Menschen verbunden. Diese Musik geht sofort ins Blut. Das kann man sofort spüren. Es ist nichts was künstlich entstanden ist. Diese Musik ist über eine sehr lange Tradition entstanden.

Balkanbeat kommt aus Osteuropa. Es ist sehr emotionale Musik. Das ist für uns etwas Neues gewesen, als der Balkanbeat vor 10 Jahren zu uns kam.

 

F:         In Berlin gab es schon immer Partys wo Balkanmusik aufgelegt wurde, aber dass Balkanbeat-Partys große Clubs füllen ist erst seit ca. 2 Jahren so.

 

GC:      Wir wussten das gar nicht. Wir haben das erst erfahren, als wir das erste Mal in Berlin gespielt haben. Da ist man auf uns zugekommen und hat gesagt “Mit Balkanbeats da seid Ihr hier total richtig“. Wir wussten nicht, dass es hier so groß ist. Wir hatten daheim Noten von bulgarischen Liedern, die wir jetzt auch hier spielen und die wir davor zu Hause einfach gespielt haben. Wir haben nicht drüber nachgedacht ob das jetzt Trend ist oder nicht.

 

F:         Ihr spielt drei verschiedene Programme, einmal für das Theater, einmal für die Disco und einmal für die Straße. Wann spielt Ihr was und wie unterscheiden sich die Programme?

 

GC:      Wir entscheiden das immer spontan. Für die Disco spielen wir z.B. generell tanzbare Sachen, auch viele Stücke aus unserer Heimat Dietenhofen. Auf der Straße spielen wir ohne Verstärker und einfach drauf los.

 

F:         Spielt Ihr noch auf der Straße?

 

GC:      Das machen wir noch. Mittlerweile zwar nicht mehr so viel, aber immer wenn wir Zeit haben und gutes Wetter ist.

 

F:         Was ist euch bei einem Auftritt wichtiger, die Show oder die Musik?

 

GC:      Die Show ist die Musik und die Musik ist die Show.

 

F:         Ihr spielt in der Ukraine im Juli eine Tour. Wie kam es dazu und was sind eure Erwartungen an die Tour?

 

GC:      Jemand hat sich bereit erklärt für uns in der Ukraine diese Tour zu organisieren und so spielen wir die auch. Wir freuen uns auf die Tour. Wir machen im Großen und Ganzen wahrscheinlich nicht viel anderes als das was wir hier machen. In Belgrad hat es gut funktioniert, in Ungarn hat es gut funktioniert und so hoffen wir, dass es in der Ukraine vielleicht auch gut funktionieren könnte. Wenn das nicht funktioniert, spielen wir einfach ukrainische Musik.

 

F:         Die könnt Ihr auch?

 

GC:      Noch nicht, aber vielleicht finden wir dann jemanden der uns da behilflich ist.

 

F:         Die meisten Konzerte spielt Ihr in Süddeutschland. Mögt Ihr den Norden nicht?

 

GC:      Wir kommen aus dem Süden der Republik, deswegen spielen wir auch mehr im Süden. Wir spielen aber auch in Berlin, in Leipzig oder mal in Dresden. So richtig viel haben wir da zwar noch nicht gespielt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir mögen den Osten sehr gern, aber auch den Norden. Wir spielen gerne im Osten, das ist für uns auch eine Fahrt, woanders hin. In Süddeutschland ist unsere Heimat und da kennt man uns. Wir kennen auch das Bier dort. Woanders ist das Bier ja doch ein bisschen anders.

 

F:         Sind die Konzerte vom Publikum in Süddeutschland anders als in Ostdeutschland?

 

GC:      Da gibt es keine großen Unterschiede. Es ist aber schon so, dass wenn wir in kleineren Ortschaften spielen, merken wir, dass die Musik die wir machen nicht nur für junge Leute gemacht ist, sondern auch für ältere Leute. Unsere Musik kommt auch bei Kindern gut an. Das sehen wir insbesondere bei Festivals, wenn wir nicht so spät spielen, dann sind immer Kinder vor der Bühne die uns zuhören. Das finden wir supergut, dass unsere Musik generationsübergreifend gehört wird.

Von 9 - 99 Jahre, Musik für die ganze Familie, das ist Gankino Circus.

 

F:         Ihr habt in 2012 einige Konzerte mit Eläkeläiset gespielt. Wie gefällt euch die Band und was ist bei den Konzerten anders, als wenn Ihr alleine oder als Headliner spielt?

 

GC:      Uns gefällt es total gut mit den Finnen. Das sind supernette Leute. Die machen eine tolle Show. Es macht viel Spaß mit denen auf Tour zu sein. Wir kommen durch Eläkeläiset in andere Läden rein. Das sind Läden wo wir sonst nicht so oft spielen. Es ist sicherlich anders, weil wir kürzer spielen, wir spielen nur ca. 45 Minuten. Was wir im Vorprogramm zu Eläkeläiset spielen ist ein bisschen das, was auf der Homepage als “Disco-Programm“ deklariert ist. Wir spielen sehr viele schnelle Sachen. Wir spielen sehr wild.

Wenn man uns alleine erlebt in einem kleinen Club oder Theater, dann gibt es mehr Geschichten zwischendurch, vielleicht auch was ruhiges zwischenrein gespielt was wir dann filigraner spielen können.

Bei Eläkeläiset machen wir ein bisschen “Hyper, Hyper“, was auch toll ist.

 

F:         Bei eurem aktuellen Album “Das Potpourri des Baron von Gunzenhausen“ zeigt Ihr viel Sympathie für den Zirkus und für abgedrehte Sachen. Was fasziniert euch am Zirkus?

 

GC:      Man muss dazu sagen, das Zirkus bei uns wo wir herkommen, aus Franken, was anderes bedeutet als hier. Wenn man in Franken sagt “Hier ist ja so ein Zirkus“, dann meint man damit “Hier ist ja so ein durcheinander“. Daher kommt es bei uns. Manche sagen, bei uns sei so viel durcheinander. Da wird natürlich bei uns in Dietenhofen vieles als durcheinander bezeichnet, was für uns gar kein durcheinander ist.

Im Nachhinein ist der Zirkus natürlich auch faszinierend, weil da so viel passieren kann. Live auf der Bühne passiert auch viel und unerwartetes. Manchmal auch Sachen die für uns unerwartet sind. Manchmal auch Sachen die wir uns kurz davor überlegen. Wir machen jedes Konzert anders. Für uns ist jedes Konzert ein neues Ding was wir machen.

 

F:         Bei der Musik hab ich viel an das fahrende Volk gedacht.

 

GC:      Wir fahren ja auch rum.

 

F:         Wie seid Ihr auf die Geschichte vom Baron von Gunzenhausen gekommen?

 

GC:      Die Geschichte hat einen wahren Kern. Wir haben die Geschichte natürlich auch ausgeschmückt, aber in Gunzenhausen gibt es zu dieser Geschichte schon einiges was hinterlegt ist und tatsächlich passiert ist. Es ist jetzt aber schwierig genau zu sagen, was tatsächlich passiert ist und was dazu erfunden wurde.

Es ist eine sympathische Geschichte und wenn man Geschichten erzählt, kann man natürlich Hier und Da noch was dazu machen.

 

 

Wer auf Musik abseits der ausgetretenen Pfade steht, sollte sich auf jeden Fall mal GANKINO CIRCUS anhören oder zu einem der Konzerte gehen, die die Band in 2013 noch spielt. Alles zur Band kannst du unter http://www.gankinocircus.de/ erfahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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