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Punkrock für Lau

27.03.2010

Es ist schon fazinierdend, wieviele Leute aus ihren Löchern rauskommen, wenn es heißt...Punkrock für Lau. Trotz einiger Punkrockkonzerte an diesen besagten Samstag haben es die Jungs und Mädels der spielenden Bands geschafft, die kleine aber feine Location "Kultur Schlachthof" in Düsseldorf zu füllen. Überhaupt ist es sehr angenehm da, weil man sich dort gut aufgenommen fühlte. So saßen Punks mit Alternativen einfach zusammen im Vorraum und tranken das eine oder andere Bierchen zusammen. Also jederzeit einen Besuch wert.
Des Weiteren ist es einfach schön zu wissen, das es eine weitere Club Location gibt, wo der Punkrock nicht auf taube Ohren stößt.

Hell ya. Aber nun zum Konzi.
 3 Bands aus Düsseldorf bzw. Dormagen hatten sich unter der Federführung von Merlin Paluch, seines Zeichen Sänger der Band China Wild, zusammen gerottet um die kleine Halle in eine Schweißbrauerei zu verwandeln.
Den Anfang machte die Band "Extrem Schlecht" aus Dormagen (www.myspace.com/extremschlecht), die auch einiges an Leute dabei hatten. Soundmäßig war es zwar nicht gerade der Bringer, aber immerhin schafften es die Jungs ohne Bühnensound einen respektabeln Gig hinzulegen. Stilistisch ging die ganze Sache in den rifforientierten und melodiösen Punkrock rein, der auch soweit musikalisch überzeugte. Die Stimmung war zwar nicht gerade auf den Siedepunkt, aber immerhin wurde brav applaudiert. 
Manko an diesen Auftritt ist die recht eintönige Darbietung auf der Bühne, die den einen oder anderen dazu veranlasste Kritik zu üben. Bitte ein wenig mehr Elan an den Tag legen. Zeitweiße sah es so aus, als wäre es ein Zwang auf die Bühne zu gehen.
In der Mitte des Programms kamen dann die Düsseldorfer Jungs von der recht frischen Band " Kolbenfelix" auf die Bühne. Mit einer ziemlich großen Neugier erwartete ich den Auftritt, denn immerhin ist der Sänger von China Wild auch in dieser Band als Gitarrist sowie auch als Drummer tätig. 
Rotzfrech und ohne Publikums Scheu gingen die Newcomer der hiesigen Stadtszene auf das Publikum los und bekamen direkt für ihre frische Darbietung den ersten Pogokreis zustande. Erfreulich und dankbar zeigten Kolbenfelix, das man weiterhin mit ihnen rechnen kann, aber dafür sollte halt noch ein wenig geprobt werden, damit es auch mit den Instrumenten klappt, aber man darf dabei nicht vergessen, das hier noch ganz junge und unerfahrene Jungs zugange sind.
Aber immerhin war das der richtige Einstieg für die heutige Hauptband.

Unglaublich was da in Moment passiert, da spielt die Band "Untherapierbar" ihr erstes Heimspiel bzw. ihr zweites Konzert überhaupt und die kleine Halle ist rappelsvoll. Dementsprechend ist natürlich auch der Bierpegel...nämlich rappelsvoll.
Endlich eine Band, die ihr Handwerk versteht. Ein Live gespieltes energievolles Intro, was schon andeutet wo die Reise hingeht. Rotzpunk auf Deutsch. Aber was ist das. Intro zu Ende, nahtloßer Übergang in den Song "Discodreck" und der Drummer hört auf zu spielen. Was ist denn da passiert...Hexenschuß, Altersdemenz...Nein. Ein absoluter Soundbrei auf der Bühne, wodurch es unmöglich war irgendwas herauszuhören. Aber man hat ja Humor...Also kurz Ton eingestellt, kurze Ansage...Und ab ging es.
Stimmung war bei 120%, der Pogo stimmte und die absolut geile Rotzröhre  der Sängerin "Kina" drang schön deutlich durch den kleinen Raum.
Auch die Ansagen machten einfach Spass, weil es zu jeden Song eine kleine Geschichte gibt, auch wenn es mal zu Kontroversen kommt wie bei den Song "Ausländer raus", was natürlich keinerlei rechtes Gedankengut in sich hat. Aber da denke ich mir, einfach mal selber anhören.
Was auch noch zu bemwerken ist, das die Jungs und Mädels ihr Handwerk verstehen und dadurch ein erhöhter Spass-Faktor entsteht, der sich auch deutlich auf das Publikum niederlegte.
Zum Abschluss gab es dann noch den Schleimkeim Klassiker "Bullenterror" der natürlich frenetisch gefeiert wurde.
Kurzes Fazit: Ein gelungener Abend für alle Beteiligten Bands, Fans und Asseln.
Wir freuen uns auf mehr.

Geschrieben von chinawild am 22.07.2012, 12:21 Uhr


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