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EAT THE RICH Festival in Trondheim (Norwegen)

01.09.2008

29 & 30 August 2008
Ja Kinders, da bin ich nun und lebe in Norwegen und auch hier geht gut die Post ab, wenn mal kein Elch, oder Murmeltier dazwischen hüpft. In Trondheim gibt es ein kleines Viertel in der Stadt, das sich Svartlamon nennt und hier gibt es eine ziemlich fette Linke Szene welche sich an diesem Wochenende die Hand reichte, mit reichlich Programm für groß und klein. Das Viertel lebt so zu sagen und besteht aus ca. 30 bis 40 Häusern. Leider muss ich zu meiner Dummheit gestehen, dass mir erst abends einviel, dass da doch was war, wo man hingehen könnte. Also bin ich am Freitag um 21h mit Bus und guter Hoffnung dahin gejückt.

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Meine güte, es war richtig voll, als ich da ankam. Auf zwei selbstgezimmerten Bühnen mit guter Technik versehen, spielten hier die lokalen Größen. Selbstverständlich kannte ich keine dieser Bands, vielleicht war es auch ganz gut so. Ich bekam nur jeweils zwei Bands mit, während ich zwischen den Bühnen hin und her titschte. Aber ehrlich gesagt, hat es mir garnicht gefallen, was mir da geboten wurde. Viel zu unreif alles und die Musik hat mich nicht im Geringsten angesprochen. Die Künstler auf den jeweiligen Stages kamen sich vor, als wären sie die Helden. Nun ja, ab zum Bierstand und mal locker 50,- Kronen für ein Bier gelatzt 0,3l, aber mit 9,3 Umdrehungen. Für euch unwissende sind 8,- Kronen = 1,- Euro und diese Preise sind hier ganz normal.
Das Bier musste ich mir runterwürgen, viel zu süß die Plürre und im Abgang richtig Herb und zu Karamelllastig. Nun denn, es gab da auch eine Bar, wo man sich per Beamer namhafte Bands ansehen konnte. Die Dose Bier kostete hier gleich mal 35,- Kronen und hier spielte sich einiges ab. Lauter besoffene Leute und einen Hauch von Cannabis konnte man ausmachen. Als ich die Bar verließ, wurde ich von einem der betrunkenen Leute zugequatscht und musste mir mit Mühe die Frikadelle vom Bein hauen, (auf freundliche Art). Irgendwann war es dann 22:30h und eine Reggaeband kam auf die Bühne und für die Verhältnisse des Abends, war diese Band mal so richtig gut! Bloß mag ich kein Reggae auf langer Basis... Es reichen zwei Lieder und man kennt das ganze Programm...

Noch ganz von der Arbeit angeschlagen, wollte ich nu nach Hause. 23:17h fuhr der letzte Bus und das kam mir sehr entgegen. Den MP3-Player auf volle Dröhnung und ab in den Bus. So wie die Leute mich angegafft haben, muss ich wohl den ganzen Bus beschallt haben... Das war mir aber egal, denn ich brauchte nunmal jetzt richtig gute Musik!

Am Samstag war ich drauf und dran, da nicht wieder da hin zu fahren, aber da ich einen lieben Chef habe, der mir gleich zum Anfang eine Monatskarte für den Bus spendierte, brauchte ich keine 8,- Euro für eine Fahrt latzten und so dachte ich mir:» komm alter Sack... fahr hin und schau es dir nochmal an». Vorher noch in den Supermarkt, denn das ist die einzige Möglichkeit, günstiger an Bier zu kommen... Immerhin 13 Kronen weniger als auf dem Stadtfest. Und dieses mal leckeres Tuborg. Ich kam am Samstag dann auch etwas zeitlicher an, gegen 20h und das, was mir da den Weg in meine Gehörgänge fand, war um längen besser, als am Tag zuvor. Die letzte Band hat mich richtig gut weggerockt... Meine Fresse, war das geil... Und nicht nur ich fand das so. Das Publikum muss man sich hier ganz brav vorstellen. Wenn der Frontmann was sagt wie zum beispiel kommt nach vorne, tun sie dies auch. Hebt die Arme und sie tuns... Sollte ich auch mal versuchen, hier in Trondheim. Nur hätte ich hier keinen Grund zu sagen: Springt von der Brücke! ... hehe...

Alles in allem ist das Festival dennoch sehr gut gewesen. Alle hatten Spaß und das ist eines der Gründe, warum man sowas besucht und sich ganz nebenbei über die linke Scene informieren kann. . Tja, eines kann ich getrost sagen, die Art, wie die Linken hier feiern und sich geben, ist um Längen besser als in Deutschland. Sie sind offener und hegen nicht diese Art, abzuchecken, ob du Faschist bist, oder nicht, obwohl du schon über 20 Jahre in der Scene bist. Sucherrei gibt es hier nicht und das ist sehr angenehm! Die Verschlossenheit der Linken in Deutschland ging mir schon immer auf den Sack und ich glaube, hier habe ich endlich ein schönes Plätzchen gefunden, wo man noch als normaler Mensch angesehen wird. Kein Neid und Zänkerei, wo man dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt. Das macht die Szene hier viel angenehmer!!!

Ein schönes Wochenende war es auf dem Gelände!!

Danke oder Takk skal du har!

Geschrieben von The King Det. am 02.09.2008, 00:00 Uhr


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