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FABIAN VON WEGEN: -Emotionale Zitrone- Debüt Album VÖ: 08.03.13


Fabian von Wegen und seine Band gehören der Generation „irgendwo-in-den-Zwanzigern“ an. Da treibt einen vieles um. Das Verlorensein in dem, was man Leben nennt, und gleichzeitig der Hunger danach. Das ist, wie unter Wasser atmen. Bis hierher vielleicht halb so schlimm, wäre da nicht auch noch die Liebe – nur, um mal was rauszugreifen. Oder die Zeit. Die verdammte Zeit, die sich, egal wo sie auch herkommt, stets im Irgendwann verliert und trotzdem noch da zu sein scheint. Um darüber nicht gänzlich den Kopf zu verlieren und in Schockstarre zu verfallen, macht Fabian von Wegen Lieder daraus.

Erst nur schwarz-weiß und dann satt farbig

Dazu muss er raus ins Leben. Ihm auflauern, bevor es Fabian von Wegen auflauert. Aber nicht allein: „Da ist zunächst mein kleines, schwarzes Buch“, sagt Fabian, „das ist immer mit dabei. Ich gehe über eine Brücke und kritzele etwas hinein. Sitze im Bus und schreibe . Bleibe an einer Straßenecke plötzlich stehen und halte kurz fest, was mir gerade durch den Kopf saust. Bewusst unbewusst. Wenn ich es dann zuhause wieder aufschlage, stehen da Sätze. Schwarz auf Weiss, ohne Farbe dazwischen. Und während ich dann darin lese, aus dem Fenster schaue und sich die Töne aus meiner Gitarre schleichen, entpuppen sich die Sätze plötzlich als etwas ganz Neues“, reflektiert Fabian, „die Noten recken ihre Hälse, bauen sich drumherum auf und entwickeln das Geschriebene zu einem Klang. Melodie, Text und Rhythmus. Alles läuft zusammen. Alles explodiert.“ Genau in diesem Moment verwandelt Fabian von Wegen Gefühle in präzise impressionistisch wirkende Bilder. Nichts mehr ist schwarz-weiß. Alles ist satt farbig. Nichts mehr statisch. „Fang an zu leben und lass dich selber in dein Leben wieder rein“, lautet lauthals seine Aufforderung im Stück „Emotionale Zitrone.“ Er nimmt es mit allem und jedem auf. Mit einer Gitarre um den Hals darf man das.

Zwischen Hier und Glücklichsein

Fabian von Wegens Schreiben hat zu Orten geführt, die logisches Denken nie gefunden hätte. So nimmt er sich als erstes die Zeit vor. Und macht sie im Lied „Es kommt“ als Gegner aus. Was macht er mit ihr? „Ich schlage sie tot“ und in Form der „Vergangenheit“ hat sie „keinen Millimeter Relevanz fürs Hier und Jetzt.“ Doch ein Entkommen gibt es letztlich nicht; denn die Zeit -auch die totgeschlagene- hat diese saublöde Wiederauferstehungsgabe. „Das gleichzeitige Totschlagen und doch in ihr Verharren nennt man, glaube ich, Dialektik,“ sagt  Fabian von Wegen (und lacht). So lebt er weiter das Leben eines Menschen „Zwischen Hier und Glücklichsein“ (auch ein Songtitel), der flaniert, zweifelt, wegläuft und begegnet. Und der die Schwermut mit der Leichtigkeit seiner Musik überspielt. Eine solche Vertonung von Rauschanfällen - sowohl des Glücks - als auch des brachialen Aufknallens in der Realität kann und darf nicht technisch unterkühlt klingen. Sie muss voll von menschlicher Wärme sein. „Das war für mich nie eine Frage, für mich als Skeptiker gegenüber Hightech und Computern.“, sagt Fabian von Wegen, der erst seit kurzem ein Smartphone besitzt.

Voll gepackt mit Überraschungen

So verwundert es nicht, dass Fabian und seine Band mit dem Produzenten Martin Englert alles live eingespielt haben, in einem Aufnahmeraum, vollgestopft mit Vintage-Ausrüstung, Röhrenverstärkern und auch einer alten Hammond-Orgel mit Leslie. Fabian von Wegens Klang wird so nicht nur Wärme, in der richtig viel Leben drinsteckt, sondern auch Räumlichkeit verliehen. Ein wunderbares Bläserriff einer gestopften Trompete versteckt sich in diesem Raum oder ein Kontrabass statt seines elektrischen Bruders. Himmlisch leichte Swingkaskaden fliegen durch das Lied „Emotionale Zitrone“, und die Nähe der Stimme bei „Frau Meyer und Herr Schulze“ ähnelt einer Betrachtung durch ein Mikroskop. „Doch ebenso, wie das Leben voll gepackt ist mit Überraschungen, so konnten wir nicht umhin, auch meinen Songs überraschende Momente zu verpassen“, erklärt Fabian. So treffen verfremdete, kratzende Geräuschwelten auf eine verrückt schräge Sitar („Mach weiter“), oder auf die rückwärts abgespielten Mini-Klangteppiche in „Zwischen Hier und Glücklichsein“. Über allen Stücken strahlt Fabian von Wegens sensibel, sehnsüchtig, starke Stimme, die seine Gedanken und Geschichten erzählt, überzeugend und verzaubernd.

Und so fordert Fabian von Wegen seine „irgendwo-in-den -Zwanzigern“-Generation auf, sich selbst anzuschreien und zu fragen: „Was willst du eigentlich  von diesem Leben?“ So, wie er es im Lied „Irgendwann vielleicht“ tut. Es spielt auch keine Rolle, ob man gerade auf Wolken schwebt oder sich im freien Fall befindet, es geht nur um eins: „Mach weiter, mach weiter, lass es uns mal ausprobieren.“ [Franz X.A. Zipperer]

Fabian von Wegen – Gesang und Gitarre

Jan David – Schlagzeug und Percussion

Christian Plinke – Kontrabass und Trompete

Sebastian Wlodarczak – Hammondorgel & Wurlitzer

Videos:

FABIAN VON WEGEN Album Trailer

www.youtube.com/watch?v=izsaNUlWKyQ&feature=youtu.be

Live:

Fabian von Wegen LIVE 2013

Tour wird präsentiert von Kulturnews, Westzeit & Akustik Gitarre

09.03.2013 Osnabrück – Glanz und Gloria (Releaseshow)

20.04.2013 Frankfurt – Nachtleben

26.04.2013 Osnabrück – Rosenhof “Music Calling Festival 2013”

03.05.2013 Freiburg – Waldsee Bühne

10.05.2013 Bremen – Litfass

11.05.2013 Hannover - Lux

17.05.2013 Köln – MTC

18.05.2013 Saarburg – Station K Kultur

21.05.2013 Kiel – Prinz Willy

22.05.2013 Hamburg – Pooca Bar

23.05.2013 Schneverdingen – Kulturstellmacherei

24.05.2013 Hude – Zirkel

15.06.2013 Hamburg – Radio Tide “Radiokonzert”

29.06.2013 Völksen – Rock am Deister

31.08.2013 Fürstenau – Schloss Fürstenau Open Air

Web:

www.facebook.com/fabianvonwegen

FABIAN VON WEGEN „Emotionale Zitrone“ [Album] VÖ: 08.03.13 it sounds Gmbh/Rough Trade


Geschrieben von Frank am 14.02.2013, 21:23 Uhr


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