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DESPERADO & THE SOUND O.E. - Split

DESPERADO & THE SOUND O.E. - Split

CD
  6 / 10

Split CD dieser beiden Bands aus Norwegen (Desperado) und Schweden (The Sound O.E.). Pro Band gibt es vier bzw. fünf Lieder auf die Ohren. Desperado dürfen den bunten Reigen eröffnen, wobei das hier alles andere als bunt rüberkommt. Irgendwie wirkt die Musik dieser 2002 gegründeten Band beklemmend. Die Gitarren bauen Spannung auf, sind auch mal unverzerrt um dann die Stimmung in einer Art Gewitter zu entladen. Dazu passend der schreiende Gesang. Ich finde keinen Vergleich zu diesem heiseren Gebrülle. Der zweite Song transportiert genau das, was sein Name vorgibt, ein Tribut an die lebenden Toten. Ich weiss nicht wieso, aber genauso würd’ ich mir ein Tribut an die weniger Lebendigen stimmungsmäßig vorstellen: düster und im Hintergrund hört man eine Art Chor, der dem ganzen einen Touch Blackmetall-Flair verleiht (in den ruhigeren Passagen). Eindeutig bestes Lied dieser Band ist ihr letztes. Hier wird nach vorn gebolzt und die Geschwindigkeit forciert, was mir am besten reinläuft. Auch der Gesang passt hier und ein Vergleich zu 80er Hardcore drängt sich leicht auf. Keine Angst vor Orgeln heißt es dann bei The Sound O.E., die es seit 2001 gibt und die Indierock mit Wurzeln im Hardcore betreiben. Die Stimmung wird etwas aufgelockerter mit ihrem ersten Song, der ganz gut ins Ohr geht. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie schon ähnlich allen möglichen Indiebands. Nicht besonders stark ausgeprägt mit einer Tendenz zum Überschlagen. Der Song Requiem überrascht mit einer geilen Endsequenz (die Orgel rockt!), nachdem das Lied so vor sich hingeplätschert ist. Genauso gut geht’s dann weiter im nächsten Song. Schlagzeug und Bass beginnen solo, dann Orgel und irre Gitarren, so lass ich mir das gefallen. Ey, am I off or on? Vielleicht ist der Song auch so geil, weil hier der Gesang fehlt? Auf jeden Fall absoluter Anspieltipp! Der Rest der Cd fällt dann wieder etwas ab. Auf jeden Fall sind The Sound O.E. um Abwechslung bemüht, im letzten Song (auch instrumental) haben sie noch eine Geige eingebaut, die nett rüberkommt. Insgesamt eine Cd deren erste Lieder von Desperado man sich gut im Auto reinziehen kann, schön laut und ab dafür. The Sound of O.E. haben mit Am I off or not? einen geilen Instrumentalhit abgeliefert, der absolut lohnt. Wehrmutstropfen sind einmal die Aufmachung (keine Texte im Booklet) und zum anderen die vorherige Veröffentlichung jedes einzelnen Stückes. Ok, bei The Sound of O.E. scheint das nur auf Vinyl geschehen zu sein, insofern schon sinnvoll für die armen Menschen, die ohne eine Anlage mit Grundausstattung auskommen müssen. Alles in allem musikalisch überraschend gut, zumal ich eher andere Musik bevorzuge. Speziell auch die Songs der zweiten Band werden mit jedem Hören besser.

Geschrieben von Jan am 06.07.2007, 00:00 Uhr


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