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TALCO - LA CRETINA COMMEDIA
Weitere Informationen:
http://www.talcoska.com/homepage.php
http://www.myspace.com/talcopatchanka
2010 ist das Jahr der Jubiläumsfeierlichkeiten. Viele Bands feiern rundes oder halbrundes Bestehen. Auch TALCO aus Venedig gibt es jetzt seit 10 Jahren. Vor 10 Jahren erschien ihr erstes Demo, nun ist mit “La Cretina Commedia“ ihr viertes Album draußen.
Das Berliner Label Destiny hat die Band unter ihre Fittiche genommen. Destiny ist seit Jahren als Booking - Agentur ein Begriff aber auch als Label auf dem u.a. die legendäre Terrorgruppe einige ihrer Scheiben veröffentlicht hat. Warum Destiny und TALCO zusammenkamen ist sehr einfach zu erklären. Außerhalb von Italien wird in Berlin TALCO am meisten gefeiert. Die letzten Konzerte waren fast immer ausverkauft. Insbesondere seit ihrem letzten Album “Mazel Tov“ hat die Band immensen Zulauf erhalten. Das ist auch nicht verwunderlich ist doch “Mazel Tov“ in meinen Augen eine der besten Platten aus dem Bereich Ska-Punk überhaupt. Die Konzerte in Berlin sind Feste, anders lässt sich das nicht bezeichnen. Wer bei TALCO unbeweglich stehen bleibt kann nur taub sein. Die Musik geht so dermaßen gut ins Ohr und ins Bein, dass einem nichts anderes übrig bleibt als zu tanzen.
Ein bisschen Angst hatte ich neben großer Vorfreude auf das Album allerdings auch, den die Messlatte war mit “Mazel Tov“ unglaublich hochgelegt.
Die Band hat das Ganze zumindest etwas entkrampft, in dem sie mit “La Cretina Commedia“ eine Art Konzeptalbum veröffentlichen auf dem das Leben von Giuseppe “Peppino“ Impastato chronologisch und biographisch vertont wird. “Peppino“ setzte sich nicht nur für die Armen und Machtlosen seines Landes ein, sondern widmete, ursprünglich in berüchtigte Mafia-Kreise hineingeboren, sein Leben dem Kampf gegen die Kartelle. Ein Mensch der in der heutigen Zeit mehr als gebraucht wird. Wer hier allerdings Balladen oder ruhigere Songs erwartet wird schnell eines anderen belehrt. Ist das Intro noch relativ ruhig und ergreifend geht es schon mit dem ersten Song “Correndo Solo“ voll auf die Zwölf. Geschwindigkeit und Melodie wird hier grandios verpackt und lässt Einen mal wieder staunen, was die Jungs aus Venedig da komponiert haben.
Der Sound der Band ist insgesamt etwas gradliniger als auf der “Mazel Tov“. Hier wird druckvoller Skapunk mit treibendem Schlagzeug und perfekten Bläsereinsätzen gespielt der fast nur in Hochgeschwindigkeit aus den Boxen geballert wird. Ein Rausch, dem man sich kaum entziehen kann. Das einem da nach einigen Songs nicht langweilig wird, liegt an dem grandiosen Händchen für Melodien welches TALCO besitzt.
Die runde, harmonische italienische Sprache, in der das ganze Album gehalten ist, tut ihr übriges um jeden Song zu einem Meisterwerk werden zu lassen. Erst der elfte Song “Perduto Maggic“ ist ruhiger. Das Lied hat eine sehr ergreifende Melodie, die einen innehalten lässt. Auch hier versteht es die Band Emotionen und Gefühle rüberzubringen.
TALCO ist aber nicht nur wichtig, dass Menschen zusammenkommen und Spaß haben, sondern ihnen ist auch wichtig, dass die Leute sich zusammentun und etwas bewegen. Deswegen sind die Texte auch in Englisch im Booklet abgedruckt, damit auch unsereins lesen kann, wie “Peppino“ gelebt hat und wieso die Band gerade für ihn ein Album aufgenommen hat.
“La Cretina Commedia“ ist ein durchgängig tanzbares Album, was man auch nach Monaten immer wieder hören kann, ohne sich zu langweilen. Es ist nicht ganz so gut wie “Mazel Tov“, aber das mag auch daran liegen, dass die Band sich mit “Mazel Tov“ fast selber übertrumpft hat. Das schafft man eben nicht immer. Das sollte aber bei einer so großartigen Band wie TALCO auch nicht im Vordergrund stehen.
TALCO sind auf dem besten Wege die absoluten Größen in der Skapunk - Szene vom Thron zu stürzen. TALCO sind musikalisch anspruchsvoll, politisch eindeutig auf der richtigen Seite und live eine der besten Bands überhaupt. Davon kann man sich im Januar und Februar 2011 überzeugen. Da macht die Band Station in mehreren deutschen Städten und natürlich auch wieder in Berlin!
Geschrieben von Frank am 13.12.2010, 00:00 Uhr
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