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ZSK - From Protest To Resistance

ZSK - From Protest To Resistance

CD Bitzcore Records
  6 / 10

Weitere Informationen:
http://www.skatepunks.de/
http://myspace.com/zsk


Mit bestimmten Themen auf Punkrock-Platten verhält es sich bei mir wie mit Frauen, deren BMI weit über 35 beträgt: Das „Drumherum“ gefällt mir nicht so wirklich. Besonders Themen, wie „Widerstand“ oder „Der Staat ist nicht so gut“ kennt die Punkrock-Szene seit Jahrzehnten. Wer außerdem noch meine Reviews gelesen hat, der wird es sicher Leid sein, immer wieder lesen zu müssen, dass es halt „gute und schlechte Lieder zu ausgelutschten Themen“ gibt.
Deswegen widme ich mich einfach mal einem Album, das genau diese „Widerstand“-Thematik aufgreift…und das wirklich nicht zu knapp!

Die Band ZSK aus Berlin sind in gewissen Punker-Kreisen ein ziemlich heikles Thema. Für die einen ist es „wichtiger und engagierter Punkrock“, für andere jedoch eine „Kindergarten-Band, die einen auf Rebell machen wollen“. Weiß der Teufel, welche Seite aus welchem Grund Recht behält, ich persönlich finde die Diskussion zwischen den beiden Fronten sowieso bescheuert. Aber um fair zu bleiben: Genau so wie Serienmörder, Politiker oder Hausfrauen ohne Mann (aber dafür mit vier Kindern) brauchen auch solche Leute nun mal ein Hobby. Solange sie mich nicht damit nerven, ist alles in Ordnung. Aber nun zur CD:

Das Review könnte unter Umständen etwas vorhersehbar sein, woran aber eindeutig die Scheibe „From Protest To Resistance“ die Schuld trägt! Der größte Kritikpunkt der Band und dieses Albums ist diese unglaubliche Versteift-Sein auf das Thema „Widerstand“ oder „Protest“.
Wer mir an der Stelle nicht glauben möchte kann sich einfach mal kurz die Liste anschauen, bei denen ich Anspielungen zu dem Thema gefunden habe: Das Frontcover zeigt die drei vermummten Bandmitglieder (eigentlich sind das doch vier?), wobei sie es sich nicht nehmen lassen entweder Arme in die Luft zu heben oder Sterne zu zeigen, die wohl für "Revolution" stehen sollen. Der Albumtitel ragt natürlich auch gut sichtbar hervor und lässt den Menschen wissen: Hey, wir machen nicht mit! Kaum klappt man das Cover mal auf, lächelt einem schon der nächste schwarz-rote Sterne mit Flügeln entgegen. Außerdem gibt es die äußert nette Information, dass auf diesem Album noch eine CD (auf welche übrigens AUCH eine erhobene Faust zu sehen ist) enthält, die das Thema „Rassismus“, „Asyl“ oder „Menschenrechte“ behandelt. Da ich die nötigen Programme dafür nicht habe, konnte ich mir keinen kompletten Einblick erlauben. Es gibt aber sicherlich noch mehr Wissenswertes und ist sicher den einen oder anderen Blick wert. Ich klappe die Verpackung weiter auf und sehe eine CD, auf denen drei erhobene Fäuste zu sehen sind, welche noch von einem Typen auf der rechten aufgeklappten Seite der Verpackung bestärkt wird, da er seine rechte Hand ebenfalls (nicht im sexuellen Sinn) zu nutzen weiß. Entfernt man die CD, sieht man auch in diesem Hintergrund noch einmal den Albumtitel, erhobene Fäuste oder die vermummten Bandmitglieder…
Man merkt schon, worauf ich hinaus möchte. Und darum spare ich mir an dieser Stelle auch die sarkastische Bemerkung, wo ich denn die  „From Protest To Resistance“-Bettwäsche mit unglaublich lustigen „From Protest To Resistance“- Kaffee- und Teebechern finde, in denen sich nochmal das waschmaschinenfeste „From Protest To Resistance“-Plastikbesteck befindet. Das wäre wohl ein wenig zu viel des Guten…
Fernab davon ist noch das Booklet voll von Texten, Erklärungen der Band, Bildern oder Informationen, die einen über das ein oder andere skandalöse Ereignis näher bringen. Dass hierbei auch noch endlos viele Symbole rumgeistern, sollte sowieso einleuchtend sein.

Die Musik gestaltet sich ähnlich abwechslungsreich. Ich habe wirklich nachgesehen: Abgesehen von den Liedern „Dabei sein ist alles“ und „Time To Lose“ (wobei man da auch ein bisschen Spielraum für Interpreationen hat) kann man wirklich JEDEN SONG auf die Gebiete „Widerstand“, „Protest“ oder „Empört euch!“ ausweiten. Einziger Unterschied dazu ist die Tatsache, dass die Band entweder Gäste geladen hat (Bei „We Are The Kids“ beispielsweise sind Leute von den „Donots“ oder „Waterdown“ dabei) oder ihre sehr gelungenen Fähigkeiten zur Instrumentenbeherrschung gut ausnutzen. Obwohl so gut wie jeder Track das verdammt nochmal Selbe aussagt, so macht es dennoch Spaß zuzuhören und teilweise auch mitzusingen. Da reicht die Palette von optimistisch-kämpferisch („Keine Angst“ und „Zähl die Stunden“) bis hin zum etwas aggressiveren Ton („Kein Mensch ist illegal“). Zwischen diesen beiden Stilen gibt es mal Stücke, die ein wenig variieren und somit eine bunte Truppe repräsentieren. Aber wirkliche „Power-Momente“ hat das Album eher weniger vorzuweisen. Man merkt zwar, dass die Jungs in ihrem Element sind, aber irgendwie kommt die typische „Wut“ dabei nicht rüber; weder instrumental, noch gesangstechnisch.

Eines muss man den Berlinern jedoch lassen: Ich respektiere ihren Einsatz und ihr Engagement zu diesem Thema. Nicht viele Bands packen ihre Booklets mit Infos voll und spicken das Album dabei noch mit einer Gratis-CD, bei der man auch noch dazu aufgerufen wird, dass man sie definitiv weiterverbreiten sollte. Da steckt wirklich Mühe und Herzblut drin!
Allerdings ist dieses Herzblut auch der Todesstoß, der dieser Platte „nur“ 6 Punkte beschert hat. Es gibt schließlich gute und schlechte Lie…, äh, okay, ich spare mir diese Floskel dieses Mal einfach. Es weiß ohnehin schon jeder, was ich zu sagen habe! Vom Anfang bis zum Ende bombadiert die CD den Zuhörer (sofern er das Album nicht irgendwo im Internet runtergeladen hat!) mit Symbolen und immer derselben Aussage. Aus diesem Grund bleibt auch nur ein kleiner Bruchteil der Songs wirklich hängen, während die traurige Mehrheit eher in Vergessenheit gerät. Die vier Lieder „Keine Angst“, „We Are The Kids“, „Zähl die Stunden“ oder „Kein Mensch ist illegal“ sind wirklich welche, die Wiedererkennungswert besitzen und mich noch ausreichend unterhalten. Beim Rest denke ich mir einfach: "So langsam wird es ECHT alt!".
Dadurch geht dem Silberling leider sehr früh die Puste aus und verschießt sein Pulver an jeder erdenklichen Front. Irgendwann hat man sich einfach „satt gehört“ und braucht ein bisschen Abwechslung. Songs dieser Art lassen sich auf fast jedem ZSK-Album finden und machen es mir daher sehr schwer, die Band dauerhaft beizubehalten. Wer jedoch ein bisschen mehr Abwechslung haben möchte (sowohl textlich, als auch musikalisch/stilistisch), der sollte sich vielleicht das Album „Discontent Hearts And Gasoline“ anhören. Hier hat die Band deutlich bessere Akzente gesetzt und wirkt auch weniger „verkrampft“, wie es bei „From Protest To Resistance“ der Fall ist.

Fazit: Nettes Album für „nebenbei“, aber nicht dauerhaft unterhaltsam. Trotzdem klasse Einsatz, an dem man sich durchaus mal orientieren kann!

So, und wenn ich heute noch ein einziges Mal „Widerstand“ oder „From Protest […]“ (mir ist das echt zu blöd das immer auszuschreiben!!) zu hören bekomme, dann sorge ich dafür, dass die Leute etwas zum „Protesten“ oder  „Resistancen“ haben! Dann ist hier aber Feierabend mit Kunterbunt und lustig!


Geschrieben von ChaosZx2 am 11.09.2011, 00:00 Uhr


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