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RKL -RICH KIDS ON LSD- - GREATEST HITS -LIVE IN WEST BERLIN 1988-
Weitere Informationen:
http://www.rkl.com/
Früher war alles besser, früher war alles gut. Da hielten alle noch zusammen, die Bewegung hatte noch Wut.
Warum zitiere ich hier die Toten Hosen?
Weil es passt!
Es passt zu R.K.L.
Es passt zu der damaligen Szene und es passt zu den Leuten die dieses Zeitdokument aufgenommen und nun wieder veröffentlicht haben. Da zählt in erster Linie das Berliner Label Destiny Records zu, welches zu der Zeit des aufkommenden Punks und Hardcores im Westen der Stadt gründet wurde.
R.K.L., oder Rick Kids on LSD, war eine Harcore-Band der ersten bis zweiten Welle des Hardcore. Es war eine Band die sich 1982 gegründet hat und durch Wut, Energie, viele Touren und exzessive Partys bekannt wurde. So bekannt, dass sie auch den Sprung über den großen Teich wagten und auch in Europa schnell Fuß fassten.
Das Schicksal vieler Hardcore-Bands aus der Zeit machte auch vor R.K.L. nicht Halt. Nach nur sieben Jahren löst sich die Band auf. Es gab zwar noch eine Re-Union in 1992, aber die soll hier thematisch ausgespart bleiben. Bei diesem Live-Album handelt es sich um eine Aufnahme aus dem legendären Quartier Latin in West-Berlin. Früher war es ein Club wo von Jazz bis zum hektischen Hardcore der Rich Kids on LSD alles spielen durfte. Den Club gibt es schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr. Die Location allerdings schon. Sie heißt jetzt Wintergarten und momentan läuft dort ein Musical mit dem Namen “Forever Young“.
Ironie des Schicksals? Oder Wink mit dem Zaunpfahl?
Was früher Subkultur war ist heute ein Variete-Theater. So ändern sich die Zeiten. Wer weiß welche Clubs von heute in 20 Jahren seriöse Theater werden? Eine Thematik, die besonders in Berlin durch Verdrängung der Subkultur durch Kapital und durch die seit Jahren immer stärker werdende Gentrifizierung an Brisanz gewinnt.
Die Aufnahme des Konzertes aus dem Quartier Latin ist rau und krachig. Es ist ein Sound der heute kaum noch so zu hören ist, weil fast alle Bands im Studio die Aufnahmen glatt bügeln. Das ist hier nicht der Fall.
R.K.L. machen nicht viele Ansagen. Nach einer leicht lethargisch, gelangweilten Ansage bricht sofort schneller Hardcore aus den Boxen. Die Geschwindigkeit, das technische Zusammenspiel und die Kompromisslosigkeit mit der die Band ihre Songs spielt, waren seinerzeit legendär. Dies war sicher einer der Gründe warum die Band so bekannt wurde. Andere Gründe mögen gewesen sein, dass die Jungs sich mit ihren Fans und der Szene sehr verbunden gefühlt haben. Vielleicht auch daran, dass die Band Drogen nicht nur konsumiert sondern auch ins Publikum gegeben hat. Ob das stimmt? Wer weiß?
Neben den 22 Songs, die hier neben einer Live-Aufnahme auch eine Best-Of-CD darstellen, die als Wiederveröffentlichung seit dem 14.10.2011 den Weg in die einschlägigen Plattenläden gefunden hat, ist es auch das Booklet welches, wie bei Destiny üblich, sehr liebevoll und ausführlich gestaltet wurde. Neben den Songtexten finden sich auch einige Fotos aus der aktiven Zeit der Band, drei Interviews mit verschiedenen Bandmitgliedern, einer lyrischen Ehrung der Band von Fat Mike (NOFX) und ein Artikel über zwei Bandmitglieder aus einem Fanzine aus dem Jahr 2006. Das Lesen des Booklets lohnt sich, denn dadurch bekommt man einen kleinen Einblick in die Faszination die die Band in den 80er Jahren ausgestrahlt hat.
Da enttäuscht es auch nicht, dass die ursprüngliche Idee war eine DVD mit ein paar Liveclips noch dazuzupacken. Das hat nicht geklappt, aber Destiny wäre nicht Destiny, wenn sie dafür nicht auch eine Lösung gefunden hätten. Dank des Internets sind auch die Aufnahmen, die auf der DVD landen sollten zu sehen.
Selbst für diejenigen die die Band nicht kennen, aber mindestens einen Tropfen Hardcore oder Punk im Blut haben, ist diese CD eine verdammte Kaufpflicht!
Das ist Musikgeschichte, Leute!
Geschrieben von Frank am 07.11.2011, 00:00 Uhr
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