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SHIRLEY HOLMES - HEAVY CHANSONS
Weitere Informationen:
http://www.shirleyholmes.de/
http://www.myspace.com/shirleyholmesberlin
Da saß ich vor einiger Zeit in der U-Bahn. Es mag vor ein oder zwei Wochen gewesen sein. In der Berliner U-Bahn gibt es neben dem alltäglichen Kino der Welt auch noch eine Art Fernsehen. Das nennt sich “Berliner Fenster“. Neben Nachrichtenhappen und Wetter gibt es immer auch eine Platte der Woche, und da wurde die neue Scheibe von SHIRLEY HOLMES vorgestellt. Ach, dachte ich, da kommt endlich mal der gute Geschmack des Praktikanten zum tragen, der die Scheibe in der Redakteursitzung durchgesetzt hat als das “neue große Ding“.
Der erste Teil des Präsentationstextes war allerdings so unterirdisch, dass ich schwer verwirrt aus der Bahn taumelte.
Nun liegt die Scheibe vor mir und ich bin immer noch etwas verwirrt.
SIHRLEY HOLMES aus der Hauptstadt machen einen irgendwie ziemlich coolen Sound, der zwischen aggressiv, pöbelndem Post-´77er-(Deutsch)Punk und radiotauglichem Alternativrock Hin und Her pendelt.
Da ist der erste Song, der auf den interessanten Namen “Nadines Korsett“ hört und eben genau diesen Post-´77er-Deutsch-Punk rüberbringt, der ziemlich schräg und noisy klingt. Der Tonfall der beiden Mädels die sich den Gesang teilen kommt kraftvoll, subtil herablassend aber vor allem extrem selbstbewusst rüber. So stellt man sich eine keifende Punkergöre vor. Der Song ist auf jeden Fall ein richtiges Pfund. Bringt auch irgendwie ziemlich cool das Berlin-Feeling rüber. Rauh, kreischig, rhythmisch und anders.
Danach geht es mit einem englischen Text weiter. Etwas ruhiger wird es zu dem. Ein Song den man fast dem Alternativ oder Post-irgendwas-Core zuordnen könnte, wäre da nicht der Refrain der schnell nach vorne geht und einen frontal ins Gesicht knallt. Ungefähr so, wie eine ordentliche Ohrfeige, nach einem schnippischen Kommentar.
Wem jetzt das Hitpotenzial fehlt, da er eh nur Radio hört, dem sei der Song “Alles löst sich Auf“ empfohlen. Ein eindringlicher Beat, weiblicher Sprechgesang und ein Refrain der stark nach Silbermond klingt, aber mit der Zeile “Wenn der Regen fällt, in eurer Zuckerwelt…“ genau da rein tritt, wo man es eben nicht vermuten würde. Hier wird sich selber reflektiert und zwar so grandios, dass man der Band alleine dafür einen kleinen Orden verleihen sollte. Auch wenn der Sound an sich radiotauglich ist, der Text ist es nicht.
Es ist eine rotzfreche Scheibe, die SHIRLEY HOLMES hier veröffentlichen. Mit dieser CD dürfte Ihnen einiges an Anerkennung entgegen gebracht werden. Diese spezielle Mischung aus Nett und Rotzigkeit ist das Markenzeichen von SHIRLEY HOLMES. Det is Berlin, Alta.
Cooles Ding!
Geschrieben von Frank am 14.11.2011, 00:00 Uhr
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