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THE BOSS HOSS - LIBERTY OF ACTION
Wer macht Country - Music aus Deutschland in modernem Gewand? Klar, die Antwort heißt nicht Truck Stop sondern THE BOSS HOSS. Ihre steile Karriere ist aber auch ein Sinnbild für das Interesse an eingängiger, tanzbarerer Musik aus dem wilden Westen. Die steigende Bekanntheit von Country in den letzten Jahren, vor allem von coolem Country der nichts mit der schlagerhaften Kitschmusik zu tun was viele leider immer noch unter Country verstehen, hat THE BOSS HOSS maßgeblich verursacht. Sicher war auch der Tod von Altmeister Johnny Cash auch dafür verantwortlich, aber die Jungs aus Berlin eben auch.
Nach ihrem Album “Low Voltage“ aus 2010 ist es etwas ruhiger geworden um die Band.
THE BOSS HOSS waren aber nicht untätig. Sie haben eine Reise nach Texas gebucht, sich Inspiration gesucht und diese gefunden. Der Film, wie es für die Band in Texas war, ist der Deluxe - Edition von “Liberty of Action“ beigelegt. Sehenswert ist dieser auf jeden Fall. Es ist ein Jungensfilm, aber sind wir ehrlich, hätten wir was anderes erwartet? Texas ist nun mal das Land des Rodeo, der Barbecues, der Custom - Made Cars & Bikes und der Stetsons.
Die Inspiration die die Band in Texas gefunden hat, hat sie in den fünfzehn Songs verarbeitet. Es ist ein Album was auf den ersten Schein ganz klar das ist, was die Fans erwarten. Es ist aber noch mehr. Weit mehr.
THE BOSS HOSS haben anscheinend mehr als nur ein paar Ideen aus Texas mitgebracht, den das Album offenbart, was die Berliner mittlerweile alles können. Es ist viel. Es ist sogar so viel, dass böse Zungen behaupten würden, die Band ist experimentell geworden. Was ich allerdings nicht als negative Aussage sehe, sondern als Lob.
Die Band wagt mehr!
Die beiden ersten Songs des Albums sind typische Boss Hoss - Songs und werden live richtige Kracher werden. Davon bin ich überzeugt.
Die erste Überraschung ist “The Answer“. Ein Song der zuckersüßester Country-Pop ist, wenn es so was je gab. Nicht kitschig, sondern süß, lieb aber nicht brav. Ein Song der jeden harten Cowboy zum schmelzen bringen wird.
Der nächste Paukenschlag ist “I keep dancing“. Fast in Richtung Elektro-Dance-Pop gehend ist dieser Song perfekt für die Disco.
Dann geht es mit “My Way“ weiter. Ein selbstbewusster Song. Er macht schwer auf dicke Hose, Selbstbewusstsein und Lebenslust, all das zeichnet diesen Song aus. Ein Song, wie geschaffen zum laut hören. Am besten in einem dicken Cadillac Cabrio ( einCadillac Series 62 würde sehr gut passen oder ein Eldorado). Sehr cool. Diesen Track könnte man auch als Soundtrack des Lebens der Band sehen. Sie machen ihr Ding.
Ob es wirklich notwendig ist, dass man sich bei “Voice of Germany“ so engagiert mag man diskutieren können, aber vielleicht ist es auch nur, weil sie diesen Sendungen ein bisschen mehr Ehrlichkeit und wahres Leben einhauchen wollen. Vergessen wir die Sendung und konzentrieren wir uns wieder auf das Album.
Es geht munter weiter mit “Still crazy ´bout elvis“. Eine Liebeserklärung an den King. Dieses mal auch mit Frauengesang und zwar von keiner geringeren Dame als Patricia Vonne. Eine kleine Adelung für die Jungs aus Berlin. Sie hat aber auch eine göttliche Stimme. Und wer weiß in welchen Filmen sich die Hauptstädter bald tummeln werden, ist doch Patricia Vonne Schwester von Robert Rodriguez ( u.a. “Machete“, “Planet Terror“, “Sin City“ ).
“Liberty of Action“ ist ein Quantensprung für die Band. Sie haben mit dieser Scheibe nicht nur ihren Status zementiert sondern zeigen auch, dass sie ausgereifte Musiker sind, die mehr als nur Country machen können.
Geschrieben von Frank am 05.12.2011, 00:00 Uhr
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