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Insane - Doppelfickerspiegelpanzer

Insane - Doppelfickerspiegelpanzer

CD CD Baby.Com/Indys 11.04.2009
  8 / 10

Weitere Informationen:
http://insane.at/
http://myspace.com/insanemunich
http://www.youtube.com/user/TheMisogynist
http://de-de.facebook.com/pages/Insane/226395661595
http://www.amazon.de/shops/A2EU3XLY5CO58E


Es ist doch wirklich ein Kreuz, wenn man hier direkt an der Quelle zur guten Musik sitzt. Eigentlich wollte ich dieses Angebot an unsere schreibwütigen Reporter weiter leiten. Doch dann kramte ich die alten Insane Scheiben, besser gesagt deren digitale Abbilder, die es einst zum kostenlosen Download gab (leider scheinen diese nicht mehr zur Verfügung zu stehen), aus den tiefen meiner Festplatte hervor. Schwerer Fehler, denn da war es auch schon passiert, den Doppelfickerspiegelpanzer konnte ich einfach nicht weiter geben. Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mir nach dem Hörgenuss ein paar Zeilen aus den Fingern saugen muss.

Eigentlich schon zwei Jahre alt ist die Scheibe, die mir hier als Download-Version vorliegt. Eine Schande, weshalb ich mich nicht viel eher für die komplette Diskographie der Münchner Band interessiert hatte. Denn die im Pressetext vielzitierte Nähe zu den Mainstream-Rockern Rammstein ist glücklicherweise in keinster Weise gegeben. Keine Ahnung, wer sich diesen unsinnigen Vergleich ausgedacht hat. Viel passender sind da die alten Knorkator, wenn man denn unbedingt gegenüberstellen muss. Von den Texten wie auch musikalisch könnte man meinen, das seien die wiedervereinten Knorkatoren, wenn sie sich denn nach der Pause zum Positiven entwickelt hätten.

Siebzig Minuten in vierzehn Titeln gibt der Doppelfickerspiegelpanzer her. Wobei man sowohl auf das Intro wie auch auf die unvermeidbare Ballade am Ende gerne hätte verzichten können. Zwar möge man argumentieren, die Platte gibt noch genügend brauchbare Klänge her, doch solch krampfhaft lustig gemeinter Quatsch mag maximal noch beim ersten Hören ein leichtes Lächeln ins Gesicht zaubern. Will man die Scheibe ein zweites Mal hören, besorgt man sich doch besser gleich einen Eiskratzer und schabt das Geklimpere säuberlich von der CD.

Ansonsten gibt es wenige Ausfälle. Nach einem fulminanten Start mit dem titelgebenden Kriegsgerät flachen die Songs zur Mitte hin etwas ab. Doch eine kleine Verschnaufpause sei gegönnt, bis „Ich hasse alles“ alles wegputzt, was bis dahin dem Orkan aus den Boxen noch irgendwie stand hielt. Musikalisch ist das nichts für die Fraktion, die ihr Softeis mit Messer und Gabel zerstückeln. Der wütende Gesang passt da wie die Fielmann-Brille aufs blaue Auge, und die abgedrehten Texte sind es allemal wert, als langjähriger Chorknabe mit dem Textbüchlein in der Hand fleißig mitzuträllern – wenn man denn eines zur Verfügung hätte.

Ich schaue nun, welche Platten mir aus dem Lebenswerk von Insane bisher sonst noch verborgen blieben und gebe wegen ein paar kleineren Aussetzern trotz aller Begeisterung nur 8 von 10 Punkten. Die ideale Platte um beim nächsten Kindergeburtstag der kleinen Schwester die nervtötenden Plagen umgehend mit der Hymne "Ich bin ungemein gemein" aus dem Haus zu scheuchen.


Geschrieben von aaaaaprvdgrwwelt am 07.12.2011, 00:00 Uhr


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