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THE GO SET - THE GO SET

THE GO SET - THE GO SET

CD Bad Dog Records 08.06.2012
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://www.myspace.com/thegoset
http://thegoset.net/


THE GO SET aus Melbourne in Australien bringen mit diesem selbst betitelten Album ihr fünftes Album heraus. Das letzte Album kam in 2008 heraus und hörte auf den schönen wie einprägsamen Namen “Rising“.

An dieses Album knüpfen die Australier an.

THE GO SET spielen ihre eigene Interpretation von Folk-Punk, was bedeutet, dass hier große, eingängige, teilweise fast Breitbandmelodien dem Hörer entgegenschlagen und einen schnell an Szenegrößen wie Dropkick Murphys denken lassen. Die Australier haben mehr Punkattitüde, aber die Richtung stimmt. Die Band will mit ihren Songs aufrütteln, um nicht zu sagen wachrütteln. Sie versuchen sowohl den Skater, als auch den Punkrocker aber auch den Radiohörer zu erreichen. Bei den vorhergehenden Alben war der Radiohörer nicht unbedingt im Mittelpunkt, aber wie ein Sänger einer Band von Rügen mal sagte “Die Revolution muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen“. Da ist viel dran, sind es schließlich die Massen die zum umdenken bewegen, oder mit Ton Steine Scherben zu sprechen “Alleine machen sie dich ein“. So ist dieses Album auch für Menschen außerhalb der Szene gemacht, was allerdings nicht schlecht ist. Warum soll nicht der CDU - wählende – Nachbar auch mal reflektieren?

So geht es schon im titelgebenden Song “Drums of Chelsea“ mit folgenden Zeilen ans eingemachte:

…Satellite communication, everyone talks at the same time

but no – one is caring to listen, except those ears

that are searching for treason.

The media spreads the words of campaigns, the government owns the TV screens

We didn´t ask to be born into this, ten tousand years has come to this…?

Eine Ode an mehr Menschlichkeit und mehr Zeit.

Die Band appelliert aber nicht nur an die Menschlichkeit, sondern auch an die großen Umbrüche in unserer Gesellschaft ran, wie z.B. in “Belfast Mill“. In dieser zu Herzen gehenden Ballade stellt sich die Frage, was der Arbeiter, dessen Fabrik geschlossen wurde nun machen soll. Das Fazit des Songs lautet:

Zum Arbeiten zu alt, zum sterben zu jung

…könnte ein Slogan der Menschen sein, die mit Mitte 40 noch neue Arbeit suchen müssen.

Hier merkt man auch ganz klar die Working - Class - Wurzeln der Band. Der Gedanke an Flogging Molly ist hier also nicht ganz unangebracht, hat doch diese Band mit ihrem letzten Album auch die Veränderungen der arbeitenden Massen in den USA thematisiert.

Die insgesamt elf Songs des Albums sind alle auf hohem textlichen Niveau, was vor allem an Gitarrist und Sänger Justin Keenan liegt, der 2003 die Band gründete und davor als Singer / Songwriter unterwegs war.

THE GO SET haben mit diesem Album ihr vielleicht bestes Album geschaffen, was vor allem textlich großartig aber auch musikalisch beachtlich ist.

THE GO SET haben ein ehrliches Album für mehr Menschlichkeit aufgenommen, dafür muss man ihnen danken.

  


Geschrieben von Frank am 22.05.2012, 00:00 Uhr


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