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OSLO ESS - verden på nakken, venner i ryggen
Weitere Informationen:
http://osloess.blogspot.no
Wer vermutet, dass OSLO ESS aus Oslo kommt, hat natürlich vollkommen recht. Da sie in ihrer Muttersprache singen, kann ich zu den Texten nur Vermutungen aussprechen, denn Norwegisch ist ja bekanntlich eine Nordgermanische Sprache und zeigt parallelen zu Dänisch und dem norddeutschen Platt auf. Daher kann man mit etwas Phantasie einige Texte ihres zweiten Albums „Verden På Nakken, Venner I Ryggen“ erahnen, wie „Kakerlakkene“, „God Morgen“, „Gaselle i Tigerstaden“ oder „Over Stokk, Over Stein“. Der Albumtitel heißt übersetzt übrigens: „Welt in Deinen Nacken, Freunde in Deinem Rücken“, klingt vertraut (ich hoffe, ich habe es richtig übersetzt) und wo man es jetzt weiß, kann man es aus dem Originaltitel doch auch raus lesen.
Komme ich jetzt aber zur Musik und da hat das kleine Land Norwegen, gemessen an der Einwohnerzahl (< 5 Mio. umgerecht sind das 14 Einwohner pro Km² (Deutschland hat fast 20x so viele)], ja schon viele große Bands hervorgebracht, von A-HA und APOPTYGMA BERZERK bis THEATRE OF TRAGEDY und TURBONEGRO. Mit der letzten großartigen Band kann man OSLO ESS wohl am ehesten vergleichen, wobei OSLO ESS aber deutlich poppiger ihre Rockmusik vortragen. Trotzdem oder vermutlich gerade deswegen, geht in Norwegen mit OSLO ESS ein neuer leuchtender Stern auf. „Verden På Nakken, Venner I Ryggen“ konnte sich vier Wochen in der Norwegischen Top 10 behaupten, eine Woche sogar auf der Pole Position. Nun ist das Album weltweit erhältlich und seit Ihrem in Norwegen prämierten Debütalbum „Uleste Bøker og Utgåtte Sko“ aus dem Jahr 2011 ziehen OSLO ESS durch die Welt. Dabei gibt es OSLO ESS noch gar nicht so lange, richtig aktiv sind die vier Norweger, die Live mit einem zusätzlichen Drummer auftreten, erst seit 2010.
Nun aber zum Album, das mit dem punkrockigen „Kakerlakkene“ eindrucksvoll beginnt. Auch die folgenden 4 Songs incl. der erfolgreichen Vorab-Single-Auskopplung „Caroline“, wissen zu gefallen. Die Songs rocken auf melodischen Harmonien prächtig ab und sind mit ihren Ska-Affinitäten, Klavier- und Synthesizertönen und reißenden Gitarrenriffs recht abwechslungsreich. Ab dem sechsten Song stechen die Songs aber in seichtes Gewässer und werden deutlich poppiger, langsamer, kraftloser und schwimmen nur noch in der Strömung mit….
Mit dem vorletzten der 10 Songs „Tøffe Gutter“, geht´s dann noch mal in den Punkrock – Endspurt, der dann mit dem Harmonika – (Nordfriesischen?) Song „Over Stokk, Over Stein“ nach 29 Minuten Spielzeit endet.
Leider liegt mir kein Booklet vor, das hätte mich wirklich interessiert. Schade, das gibt zusätzlich zur schwachen zweiten Hälfte des Albums einen weiteren Punktabzug.
Geschrieben von Karsten Conform am 13.10.2012, 00:00 Uhr
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