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Ausschlag - Wer hat all das Gift bestellt?
Weitere Informationen:
http://ausschlag.bandcamp.com/
Spätestens seit 2004 wissen wir alle seit dem Bestehen von Ramtatta.de: Erwachsen werden ist voll doof. Am besten sollte alles immer so bleiben wie es ist und früher war sowieso alles besser. Derselben Meinung sind wohl auch die Jungs von der Band „Ausschlag“, die mit der Scheibe „Wer hat all das Gift bestellt?“ antanzen.
Musikalische Höhepunkte? Fehlanzeige!
Tiefgründige und hochphilosophische Texte auf Kant-Niveau? Keineswegs!
Trotzdem irgendwie liebenswürdig? Auf jeden Fall!
Ausschlag kommen mir einer interessanten Scheibe an und beginnen mein Interesse vom ersten Song an zu fesseln. Die Tonqualität ähnelt einer billigen 55€-Equipment-Proberaumaufnahme und erinnert somit doch sehr an die frühen Wurzeln des Punkrocks, bei denen es geradezu verteufelt wurde, wenn mehr als drei Akkorden benutzt hat (verständlich, wenn man bedenkt, dass fast kein Punk bis vier zählen kann).
Um nun endlich einen Bezug zum ersten Absatz herzustellen: Ausschlag klingen wie Punkrock aus der Vergangenheit (was es interessanterweise auch ist, schließlich handelt es sich hierbei um restaurierte Aufnahmen aus dem Jahre 1983)! Man hat zwar mit Einfachheit, mieser Qualität und geringen Laufzeiten nicht unbedingt viel zu bieten, aber dennoch schaffen es die Jungs mich mit ihrem Charme zu verzaubern. Der Gesang will nicht wirklich gelingen, die Instrumente sind wunderbar minimalistisch und es kommen bei den Texten des Öfteren schöne Parolen-Sätze raus, die man zwar nicht unbedingt für Rhetorik-Kurse einer gymnasialen Abendschule benutzen kann, aber beim Mitgröhlen sicherlich gut ankommen. Sehr schön finde ich Schlagworte wie „Brenn, brenn, Bitterfeld, brenn!“ oder „Freiheit, Saufen, Anarchie!“. Das ist zwar alles andere anspruchsvoll, aber wer will das denn schon sein?
Komischerweise schaffen Ausschlag genau das, was andere Bands nicht schaffen: Mit einfacher Musik und einfachen Texten zu überzeugen. Man konnte von mir schon anderen Müll, wie „Belangloser und langweiliger Punkrock, der nichts Neues bietet“ lesen, darum überrascht mich die Wertung teilweise selber ein wenig.
Es mag wohl daran liegen, dass Ausschlag wirklich authentisch in ihrem „Bewußt-Scheisse-Klingen“ auftreten und wirklich nach dem klingen, was man vor etlichen Jahrzehnten geliebt und geschätzt hat.
Schade ist lediglich die kurze Lebensdauer, mit der man sich in die Musik rein fühlt. Allzu schnell nutzt sich das lieb gewonnene und bekannte System ab und hinterlässt einen eher faden Beigeschmack beim Hörer, der sich nach ein paar Durchläufen gerne wieder Anspruchsvollerem zuwendet. Wer jedoch nicht genug von dieser Art Musik bekommt, sollte seinen armen Ohren keine Pause gönnen und sich mal auf Myspace oder Facebook (sofern überhaupt was vorhanden ist, versteht sich) schlau über „Ausschlag“ machen. Denn hier steht eine Band für den Nostalgiker bereit.
Bei allen anderen Hörern ist der Bandname Programm.
Geschrieben von ChaosZx2 am 05.11.2012, 00:00 Uhr
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