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Maarten Keulemans - Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge

Maarten Keulemans - Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge

Literatur Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv) 01.06.2010
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://exitmundi.nl/


21.12.2012 - wir schreiben ein historisches Datum. Heute ist der letzte Tag allen Lebens angebrochen, das Ende der Welt. So wollen es zumindest die Medien in das Ende des Maya-Kalenders hinein interpretieren. Welchen Sinn hat es noch, sich mit einem Vorrat Tütensuppen in seinem Bunker zu verbarrikadieren, wenn es kein Morgen mehr geben wird?

Am späten Abend dieses Datums deutet immer noch nichts auf ein tatsächliches Ende hin. Was nicht unerwartet kommt, denn zum Einen sind sich die Forscher gar nicht sicher, ob die Zeitrechnung der Maya am 21. oder 23. Dezember des Jahres 2012 endet, und viel wichtiger ist es nur das Ende eines Zyklus, der Kalender an sich führt nämlich unendlich in die Zukunft.

Anders ist es da mit unserer Existenz bestellt. Wir Menschen und alle anderen Lebewesen, von der haushohen Giraffe bis zur winzigen Mikrobe werden irgendwann einmal Geschichte sein. Eine Geschichte, die dann niemand mehr erzählen kann. Für unser Ende gibt es viele Möglichkeiten, die der niederländische Wissenschaftsjournalist Maarten Keulemans auf seiner sehr erfolgreichen Webseite „Exit Mundi“ sammelt. Aufbereitet und auch in deutscher Übersetzung liegen die besten Untergänge in dem vom Deutschen Taschenbuch Verlag herausgegebenen Buch „Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge“ vor.

In zwölf Kapitel werden die Szenarien einsortiert, vor jedem neuen Fall gibt es nach nichtssagenden Überschriften wie „%^$@#?!“, „Fuck!“ oder „Tick-Tack“ eine kurze Übersicht mit dem möglichen Eintrittszeitraum und der Wahrscheinlichkeit, dass uns dieses Schicksal auch tatsächlich trifft. Letzteres, und das ist absolut positiv gegenüber all den Verschwörungstheoretikern hervorzuheben, nach heutigen Erkenntnissen auch sehr realistisch eingeschätzt. So wird unter anderem das Thema des Maya-Kalenders mit einer geringen Wahrscheinlichkeit wissenschaftlich zerpflückt, so dass man diesem Tag entspannt entgegen sehen konnte. Man merkt Keulemans in seinen Erklärungen den Hintergrund als Wissenschaftsjournalist an. Doch werden hier nicht nur die trockenen Fakten präsentiert, diese lesen sich locker und gleichzeitig nicht zu flapsig, wie es die Überschriften vermuten lassen.

Nach der Lektüre dieses Buches steht eines fest. Wir alle werden sterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies eher ein natürlicher Tod und noch nicht zu schnell ein kollektives, uns alle vernichtenden Unglück sein wird, das uns dahinrafft beruhigt dann doch wieder. Wer Fakten unterhaltsam aufbereitet mag, der darf bedenkenlos zu diesem Buch greifen. Und alle Legastheniker oder Lesefaulen können sich das Hörbuch besorgen, gelesen von Die Ärzte Schlagzeuger Bela B.


Geschrieben von aaaaaprvdgrwwelt am 21.12.2012, 00:00 Uhr


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