» Übersicht
» Neuigkeiten
» Reviews
» Interviews
» Konzertberichte
» Links
» Suchen
» Kontakt
» Über uns
» Datenschutz
» Impressum
Michael Feldmann - Hades-Syndrom
Weitere Informationen:
http://www.thenextart.de/verlag/index.html
http://www.thenextart.de/verlag/hades_syndrom/hds_auswahl.html
Hades-Syndrom von Michael Feldmann ist eine Independent-Comic-Serie im Heftformat erschienen im THENEXTART-Verlag.
Pro Ausgabe sind es zwischen 24 und 36 Seiten. Bisher sind 6 Hefte und eine Vorgeschichte erschienen.
Zeichnerisch ist er etwas durchwachsen, aber für Leute, die selbst Comics zeichnen evtl. sehr interessant, da man den künstlerischen Werdegang in den 5 Comics, die ich gelesen habe, sehr gut verfolgen kann. So haben mich Ausgabe 1 und 2 vom Künstlerischen noch nicht sehr begeistert: Ich bin ja bei den Heften irgendwie Marvel-Standard gewohnt ;-) aber während ich im Lesen der Hefte vertieft war bemerkte ich irgendwann, dass der Zeichner sich wirklich steigerte.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Geschichte von Ausgabe zu Ausgabe an Farben verliert. Heft 1 kommt noch recht bunt daher mit dicken Filzstift-Outlines, Ausgabe 2 wirkt schon eher wie Bleistiftzeichnungen, aber immer noch recht bunt, Ausgabe 3 wurde recht „sepiahaft“ bearbeitet und Rot, Grau und Gelb dominieren die Seiten, Heft 4 ist fast nur noch Grau mit leichten Farbnuancen, in meinem letzten Heft herrschen fast nur noch Bleistiftzeichnungen auf Grau und wenn Farbe, dann fast nur noch Rot. Ein Blau, Grün und Gelb hab ich auch auf ein paar Seiten noch entdecken können. Ob dieser Stil mit der Farbreduzierung von Ausgabe zu Ausgabe gewollt war kann ich nicht beurteilen. Viel mehr vermute ich, dass es dem Zeichner zu viel Arbeit wurde die Sachen auch auszumalen. Trotzdem gefallen mir Ausgabe 4 und 5 am Besten. Auch zeichnerisch lies er in diesen Ausgaben viele seiner sehr fein gezeichneten Hilfslinien stehen und radierte vermutlich nur sehr wenig, somit kann man Michael Feldmanns Arbeit gut „studieren“.
Jetzt mal endlich zur Handlung:
Vorneweg: In jedem Heft (außer Nr.4) wird gefickt. Die Darstellung ist dabei schon eher pornografisch. Außerdem ist die Geschichte übersäht mit Gewaltdarstellungen (erinnert mich ein wenig an Lobo): Da sprengt es Leuten die Arme weg, oder der Kopf wird zur Hälfte oder ganz weg geschossen (mit Liebe zum Detail gezeichnet). Sex und Gewalt muss man als Leser mögen bei dem Comic.
Die Geschichte spielt in Deutschland im Jahre 2038 nach dem 3. Weltkrieg. Deutschland wurde wieder in 2 Zonen eingeteilt. Eine Mauer teilt die Wohlstandsgesellschaft von der dritten Welt. Zwei Outlaws versuchen auf die Wohlstandsseite zu gelangen und hinterlassen dabei Schutt und Asche, nachdem ihr Plan unbemerkt dort rüberzukommen durch Intrigen scheiterte. Die zwei Outlaws sind Dodo und Nuke. Dodo war mal Gitarristin einer Heavy Metal Band, ihre Texte wurden vom Grenzschutz überwacht. Von ihrer Drogenabhängigkeit ist sie anscheinend runter. Von Nuke weiß man nicht viel, außer dass er Soldat war – der Rest wird von der Regierung unter Verschluss gehalten.
Die Welt in der die beiden Leben kann ich mir gut als Zukunftsvision vorstellen: Die Armen werden aus der Gesellschaft ausgesperrt und müssen versuchen, sich selbst mit Drogen dealen und Waffengewalt durchzuschlagen. In die Wohlstandszone kommt man schwer rein. Man braucht eine glänzend weiße Weste die eben keiner von der anderen Seite hat. Will man trotzdem irgendwie rein, wird man von der Armee verfolgt und eliminiert.
In der Wohlstandszone ist es dennoch nicht schöner. Es gibt keine freie Meinung: Wenn man etwas gegen den Staat sagt kommen die Leute vom „Wahrheitsministerium“ und prügeln dir die Wahrheit in den Körper, denn antisoziales Verhalten wird nicht geduldet. Somit ist es auch klar, dass die Medien sich nicht an die Wahrheit halten, sondern alles so drehen, wie es die Regierung braucht.
Auch wenn die Handlung heute nichts außergewöhnliches mehr ist, so hat sie mich mitgerissen und enthält einige spannende Wendungen.
Geschrieben von Donald am 18.01.2013, 00:00 Uhr
Kommentieren
Weitere interessante Reviews
ZSK - FEUER & PAPIER
ZSK haben es wieder getan. Die Berliner bringen mit “Feuer & Papier“ ein neues Album heraus, was vom Titel die gleiche Architektur wie das letzte Album hat. “Hass Liebe“ benannte zwei...
BENJAMIN ST. BABYLON - VOLKSMUSIK
Vor mehr als sechs Jahren schrieb ich eine Review für ramtatta.de über das Buch von BENJAMIN ST. BABYLON. Das Buch hört auf den schönen Namen “Gedankenjazz“ und die Review ist hier zu...
APÉRO - Cold Drinks, Cool Snacks (Tape)
Eine interessante Band aus Hamburg und Sénas (das liegt zwischen Marseille und Avignon) habe ich nun auf meinen Ohren. APÉRO präsentieren mir ungewöhnlichen Minimal-Electro-Punkrock der...
THE AUTOCRATICS - NO TIME TO WASTE
THE AUTOCRATICS sind eine japanische Ska-Band die sich 2007 in der Hauptstadt Tokio gegründet haben. Die Ska-Szene ist eng vernetzt und Entfernungen spielen keine Rolle,. So haben die Japaner...
THE NO - DAS LEBEN IST SCHÖN
Was passiert wenn Musiker eine Band gründen, diese dann auflösen und doch wieder Bock darauf haben gemeinsam Musik zu machen, die wie die Band klingen darf die sie aufgelöst haben? Dann...
BRAUSEPÖTER - FREI VON ALL DEM HIER
BRAUSEPÖTER...noch nie gehört! Wer ist das? Keine Ahnung? Ich hatte auch keine Ahnung, bis das Album in meinem Briefkasten lag und ich mir den beiliegenden Infozettel zu Gemüte geführt...
