Design wechseln

Start » Reviews » Zaunpfahl - In Zeiten leerer Kassen

Zaunpfahl - In Zeiten leerer Kassen

Zaunpfahl - In Zeiten leerer Kassen

CD Puke Music/Broken Silence 28.02.2014
  9 / 10

Weitere Informationen:
http://www.zaunpfahl.de


Die bereits seit 1994 existenten Deutschpunkrecken ZAUNPFAHL aus Teterow feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bandjubliäum. Und sie feiern nicht ohne uns: Zum Punkrockgeburtstag präsentiert uns das Trio um GOETHE (Gesang, Gitarre), THOM (Gesang, Bass) und THIAS (Drums), ihr mittlerweile siebtes Studioalbum "In Zeiten leerer Kassen".

Auch wenn wir 5 Jahre auf ein neues Album warten mussten, wirken die neuen Songs immer noch authentisch und ZAUNPFAHL bleiben auch diesmal wieder fernab von jeglichem Schubladendenken. Gut Ding will eben Weile haben. Und unter ihrer eigenen Genrebezeichnung “Hardcorebeeinflusster Deutschmetalpunkrockrap inkl. leiser Töne" versprechen uns die nordostdeutschen Jungs auch auf dem aktuellen Longplayer nicht zu viel.

Textlich bleiben sie natürlich auch abwechslungsreich und fangen das aktuelle Zeitgeschehen mit ein. So fragen sich ZAUNPFAHL wer eigentlich die "Überwacher" überwacht, die Überwacher überwachen und stellen fest, dass die Massen sich in "Zeiten leerer Kassen", all zu leicht verführen lassen. Klischeelastig ist das alles nicht, leider nur viel mehr aktuell. Ein sehr textstarker Song ist auch der "Meister der Parolen", in dem es um einen Verfechter von Ethik und Moral geht. "Toter Sohn" ist ein ganz trauriger, ergreifender Song über eine Mutter die ihr Kind verliert. Doch bei all dem Wahnsinn um uns herum, verlieren ZAUNPFAHL nie ihren Humor und bleiben stets "Punkrockversoicht". Gute-Laune Songs der Platte sind z. B. "Sonne", "Das Leben ist ne coole Sau", "Hier sind wir Mensch" oder "Meine Zeit". Für alle Turteltäubchen gibt`s noch die Songs "Angst vor dem Moment" oder das "Liebeslied" zu hören. Ist also für jeden geneigten Punkrockhörer was dabei.

"Und täglich grüßt das Murmeltier"? Zum Glück nur den einsamen Trunkenbold in der nächsten Kneipe! Die musikalischen Arrangements auf der Platte tun es jedenfalls nicht und somit gibt es wieder schöne eingängige Melodien zu hören. Sehr positiv herauszuheben ist, dass die Rhythmusgitarrespuren laut eigener Aussage der Band, komplett im eigenen Proberaum aufgenommen worden sind. Ich finde dafür sind die Aufnahmen sehr druckvoll geworden und die Zeit und Mühe, die also so manch eine Band im Studio investiert, sollte jeder Musikhörer mit dem Kauf von Platten seiner Lieblingsbands entlohnen. Vor allem wenn es Bands mittlerweile 20 Jahre gibt und die immer noch Bock haben, viel Herzblut für ihre Musik zu investieren! Wieder eine gelungenePunkrockscheibe, die an die Vorgängeralben von ZAUNPFAHL nahtlos anknüpft!

Geschrieben von DrunkenDork am 25.02.2014, 22:41 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

THEILEN - niederbrennen weitermachen (LP / Stream)

Gut das es heutzutage noch junge kreative Punkrockbands gibt, die ihr eigenes Ding machen und auf den Mainstream scheißen… So wie es Fritz Theilen gemacht hat, der seinem HJ-Jungzugführer in...

Weiterlesen

RONG KONG KOMA - SMILE

Da fängt das Gitarrenspiel so leise an, dass ich fast dachte, meine Anlage wäre kaputt oder auch meine Ohren oder beides. Kaum, dass ich mich an den leisen Klang gewöhnt hatte, am entspannen...

Weiterlesen

THE SEXY DRUGS - RECKLESS MEMORIES

Drogen können so viel bewirken. Drogen können Gefühle wecken, uns euphorisieren und uns berauschen. Drogen schaffen es, dass wir unsere Hemmungen fallen lassen und man kann mit ihnen in...

Weiterlesen

Slime - 3!+7hoch1

Es gibt Bands, die altern wie ein guter Whisky: Sie werden komplexer, gewinnen an Tiefe, verlieren aber nichts von ihrer Schärfe. Und dann gibt es Bands wie SLIME – die mal kein Whisky,...

Weiterlesen

BLONDIE - NO EXIT

BLONDIE gründete sich, da war ich bestenfalls in Planung. So lange ist es schon her, dass diese Band Musikgeschichte geschrieben hat. Nun erscheint ihr siebtes Album, ursprünglich 1999...

Weiterlesen

THE EXTRAS - CLOSER

THE EXTRAS übernehmen eine Rolle, die längst verwaist scheint: Die einer Band, die Emotionalität nicht mit Pathos verwechselt. So steht es geschrieben auf dem Promo-Zettel der der Scheibe...

Weiterlesen