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Old Man Markley - Stupid Today

Old Man Markley - Stupid Today

LP Fat Wreck Chords 06.05.2014
  7 / 10

Weitere Informationen:
http://oldmanmarkley.com/
http://www.fatwreck.com/


Oha, ein cartooniges Cover, was will uns der Künstler damit sagen? Eine kaputte Achterbahn. Das muss jener abgewrackte Vergnügungspark irgendwo in Brandenburg sein, den Michael Jackson zu Lebzeiten überlegte, zu kaufen. Davor steht ein Punk, der ein bisschen aussieht wie der Sänger von Leftöver Crack. Er hat anscheinend nicht mitbekommen, dass der King of Pop nicht mehr lebt, sich die Eintrittskarte gekauft, die er in der Hand hält und ist nun enttäuscht. Und sein blaues Auge – aha, da ist sie, die Überleitung zur A-Seite dieser Single, denn die handelt von einer stürmischen Beziehung, in der man sich in den schlechtesten Momenten dann doch blöde fühlt.

Die Musik ist beschwingter Bluegrass, eigentlich amerikanische Hinterwäldler-Musik, aber seit „O Brother, Where Art Thou?“ darf man die auch als progressiv denkender Mensch gut finden. Also neben der Westerngitarre viel Fidel, rasendes Banjo, eine Autoharp (ja, googelt mal), ein Waschbrett, treibende Snare Drum, und in meinem Kopf sind ein halbes dutzend Hillbillies, die in einem Saloon zu ihrer Musik mit dem Fuß auf den Boden stampfen. Sind es aber nicht, sondern mal wieder ein paar kalifornische Punks, die Lust auf etwas anderes hatten und das geballte Partypotential dieser Musik erkannten. Netter Song, mit Elan umgesetzt.

Seite B ist eine Umsetzung von NOFXs „Reeko“ auf ebendiese Weise, das fühlt sich natürlich komplett anders an, als die halb gegroovte, halb geballerte Ursprungs-Version, aber mir gefällt es. In der Mitte wird noch der Text von „Perfect Government“ darüber gesprochen. Es soll wohl einfach eine kleine Hommage sein (Jahaa, Arschkriechen beim Chef der Plattenfirma, wie?) und bringt jetzt nicht besonders viel für den Song, aber interessanterweise passt es inhaltlich. Der mehrstimmige Gesang gibt dem ganzen noch mal eine extra melodische Note, während die Geige die Melancholie schön rüberbringt. Kleiner Twist: Da, wo das Original plötzlich Gas gibt, wird hier gebremst.

Ich bin sicher, live sind OLD MAN MARKLEY eine Wucht, die Single lässt sich gut hören, ob die Musik mir in Albumlänge nicht irgendwie doch irgendwann (ding diedelding diedeldei fideldie...) auf den Keks ginge, kann ich so natürlich nicht sagen. Gibt's diesen Sommer unter anderem auf diversen Festivals und auch mal mit den MAD CADDIES zu sehen, also Square Dance statt Slamdance, Kinder!

Geschrieben von King Kraut am 18.05.2014, 21:39 Uhr


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