Design wechseln

Start » Reviews » Trainwreck - Old Departures, New Beginnings

Trainwreck - Old Departures, New Beginnings

Trainwreck - Old Departures, New Beginnings

LP Rockstar Records/ This Charming Man Records 05.04.2014
  8 / 10

Weitere Informationen:
https://trainwreck5.wordpress.com/
http://www.rockstarrecords.de/
http://www.thischarmingmanrecords.com/
http://rockstarrecords.bandcamp.com/album/old-departures-new-beginnings


Heiliger Dampfkessel, das nenne ich brachial. Hardcorer aus Aachen und Umgebung kommen ohnehin nicht an Trainwreck vorbei, die in der Gegend auch schon in Vorgängerbands seit über einem Jahrzehnt aus der Musikrichtung alles rausklopfen, was sie hergibt. Da ich insbesondere von neuerem und neuestem Hardcore ohnehin nur die paar Säulenheiligen kenne, will ich anstelle von Fachjargon einfach mal grob beschreiben, wie mich die Band beschreit: Nämlich brutal. Und total. Das klingt in etwa, als wäre der Sänger ständig am Überschnappen, seine Welt auf der Kippe, nichts wäre wie es sein soll, und da würde ich vermutlich auch so abgehen. Von dem sind keine leisen Zwischentöne zu erwarten, wobei das ohnehin bei solcher Musik leicht in die Hose gehen kann, wenn nämlich die erhoffte Dramatik ins lächerliche umschlägt. Das hier rockt ganz ordentlich, also weitermachen. Neben den englischsprachigen Songtexten gibt es auf dem Inlay übrigens noch Anmerkungen des Verfassers über den Kontext, was ich ganz sinnvoll finde, da ich mich so besser in diese extremen Emotionen einfühlen kann. Sonst bekommt man manchmal nur einen Brocken Zorn vorgekotzt und weiß nichts rechtes damit anzufangen.

Was die Band dazu fabriziert ist vertrackter Hardcore in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, der fast immer entweder den Zuhörer zerdrückt oder durchschüttelt, ihn dann in einer scharfen Kurve wieder fast entgleisen lässt und unverhofft eine beinahe punkrockige Melodie einbaut. Man sollte sich keine Hoffnung machen, dass man diese mehr als ein paar Sekunden genießen kann, aber es macht die Songs deutlich hörbarer, wenn instrumental nicht nur Verzweiflung und Wut, sondern auch mal Melancholie zum Ausdruck kommt. Für den inneren Emo sozusagen.

Die ganzen 11 Songs sind dann auch relativ schnell durch, wobei ich nie das Gefühl hatte, dass da ein Riff länger geschunden wird, als nötig wäre, um gut reinzubrettern. Selbst die zwei über 4-Minütigen Stücke wirken nicht gestreckt. Es passiert durchgehend viel auf dem Album. Wenn es durch ist, kann man nach einer kleinen Atempause gleich wieder von vorne die Lok in den Abgrund rasen lassen. Ein hartes Stück Musik für den privaten Crash auf dem Plattenteller, ohne Schnickschnack und gekonnt durchgezogen.

Geschrieben von King Kraut am 19.06.2014, 22:47 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

BABYLOVE & THE VAN DANGOS - The Golden Cage

Das war ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk als ich unverhofft ein Päckchen bekam. Ich hatte doch gar nichts bestellt. Was kann das nur sein? Es war das neue Album von BABYLOVE & THE VAN DANGOS...

Weiterlesen

NOX - YOU´RE ALONE BUT THAT´S OK

Kommen aus Tübingen nicht nur verstaubte Studenten? Vielleicht schon, aber aus Tübingen kommen auch NOX (eigentlich mit einem Strich durch das “O“, aber das gibt mein Rechtschreibprogramm...

Weiterlesen

POPPERKLOPPER - ALLES WIRD WUT

30 Jahre POPPERKLOPPER. Weiß noch jemand was ein Popper war? Das Internet muss man schon intensiver durchstöbern. Ist der Bandname antiquiert? Namen sind wie Schall und Rauch. ...

Weiterlesen

TAREK K.I.Z - GOLEM

Ein Nr. 1 - Album zu besprechen hat man nicht alle Tage. Dann noch eines von jemandem, der als Mitglied von K.I.Z., der bekanntesten, sehr erfolgreichen und vielleicht auch umstrittensten Hip...

Weiterlesen

BEGINNINGS - RECOVER

Nach I WALK THE LINE hatte ich lange nichts mehr von Ville Rönkkö, dem Sänger der Band gehört. Seine markante Stimme hatte mich mit seiner Band I WALK THE LINE in den Bann gezogen. Seine...

Weiterlesen

LOS FASTIDIOS & ELISA DIXAN - Elisa Dixan sings Los Fastidios - Vol.2

Die italienische Band LOS FASTIDIOS hat seit ihrem Bestehen eindrucksvoll gezeigt, dass sie viele Stile spielen kann, und zwar so gut, dass es stets authentisch und ehrlich rüber kommt. Den...

Weiterlesen