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The Smith Street Band - Throw Me In The River
Weitere Informationen:
http://thesmithstreetband.com/
http://thesmithstreetband.bandcamp.com/
Gute Band, hat mich direkt angesprochen. Jawohl. Wer seine letzte Scheibe „Don't Fuck With Our Dreams“ nennt, hat auf jeden Fall ein Gespür für kraftvolle Lyrik. Entsprechend erfreut war ich auch, hier mit dem Promo-Material die gelungenen und gefühlsgeladenen Texte dazu geliefert zu bekommen. Ein Quartett aus Melbourne, das viel tourt, sich für seinen Folk-Punk direkt von Erlebnissen an verschiedenen Orten der Welt inspirieren lässt und das dann auch konkret zu den Stücken dazu schreibt. Das hier ein Konzept-Album zu nennen wäre übertrieben – eher eine Verdichtung von Eindrücken. Jeder, der viel gereist ist, weiß, wie sich die Gedanken nach einer Weile in neuen Umgebungen in anderen Bahnen bewegen, wie man den Kopf plötzlich frei bekommt für Perspektiven, die im Alltagstrott schwierig zu finden sind.
Ein kurzes Wort zum Genre, das ist ja auch schon ordentlich breitgetreten worden, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Dass Australier rocken können, ist wissenschaftlich erwiesen, und das sieht mit THE SMITH STREET BAND (doofer Name, by the way) auch so aus. In fast jedem Song wechseln sich aber auch laute mit leisen Abschnitten ab, so dass hier das beste von beiden Welten vertreten ist. Man könnte lediglich beklagen, dass dieses Stilmittel über Albumlänge etwas überstrapaziert wird, genauso wie die Tempohalbierung im emotional gebrüllten Refrain. Aber das ist eigentlich nur ein Detail, denn für sich ist jeder Song eine Runde Sache und vermag mitzureißen. Und spielen können die Jungs auch.
Eine Element, an dem sich die Geschmäcker scheiden mögen, ist die Stimme des Sängers. Der singt nicht nur mindestens die Hälfte der Zeit seine Texte inbrünstig komplett am richtigen Ton vorbei, sondern lässt auch seinen landestypischen Einschlag deutlich hören. Er klingt nach irgendeinem Average Joe, der einem in einem Pub bierselig von seinem Leben erzählt. Und er sieht auch so aus! Mir ist das nach anfänglicher Überraschung ultra-sympathisch, ich kann partout keine Gesangsschüler in tadellosem amerikanischem Englisch ihrem Herzschmerz über eine Akustikklampfe mehr verschütten hören. So ist Punk, die Gefühle müssen raus, bei Rio Reiser hat auch keiner gefragt, ob er schön singt. Und just, als ich mich fragte, an wen mich das erinnerte, stellte sich heraus, das Jeff Rosenstock von den genialen BOMB THE MUSIC INDUSTRY das Album produzierte* – na dann kein Wunder, denn der versteht es, klasse geschriebene, melancholisch-melodische Songs ohne Rücksicht auf eigene stimmliche Fähigkeiten raus zu hauen. Und es klappt, mate! Klare Kaufempfehlung für diejenigen, die gern auf den Text hören und auf einer Platte auch beim vierten mal noch etwas neues entdecken wollen. Mann, und ich muss echt auch mal wieder mehr herumkommen.
* King Krauts Punkrock-Tipp! Bei QUOTE UNQUOTE RECORDS gibt es seine und andere empfehlenswerte Musik kostenlos.
Geschrieben von King Kraut am 15.10.2014, 00:55 Uhr
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