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16 Horsepower - Hoarse
Weitere Informationen:
http://www.16horsepower.com/
http://label.glitterhouse.com/
Ich hatte einmal eine Unterhaltung mit einem Freund über Live-Alben. Er fand sie überflüssig, ich hingegen schätze ein gutes Live-Album mehr als so manche Studioaufnahme. Will ich eine Rockband lieber vor einem schwitzenden Stadion spielen hören oder Spurenweise hinter einer Plexiglaswand? 16 HORSEPOWER habe ich seinerzeit verpasst, zu sehr klang der Name mir nach Redneck-Rock. Da ist es schön, die Band anlässlich einer erstmaligen Vinyl-Pressung nachholen zu können. Zu 180g Doppel-Vinyl gibt es noch die CD mit neuem Artwork dazu, welche ich zur Rezension bekommen habe. „Hoarse“ ist schon 1998 auf CD erschienen und zeichnet das Bild einer eingespielten Einheit bei fesselnden Live-Auftritten. Richtig, das hier ist zusammengestellt aus mehreren Auftritten, was man nicht unbedingt merkt. Wie man auch außer durch den Jubel zwischen den Liedern nicht viel vom Live-Charakter bemerkt, keine Ansagen oder ähnliches. Ich kenne zwar nicht die Studio-Aufnahmen und habe daher keine Möglichkeit zu vergleichen, kann aber zumindest sagen, dass dieser Rahmen der Stimmung nicht schadet. Zuviel Partylaune hätte die düsteren Songs vielleicht unnötig kontrastiert.
So walzt sich die Band durch 11 windschiefe Country-Rock Stücke, mit Quetschkommode und Streichinstrumenten, mit Banjo und verzerrter E-Gitarre. Sämtliche Stilmittel aus dem Americana-Instrumentarium kommen hier gekonnt zum Einsatz, nicht als Selbstzweck, sondern immer passend zur Musik. Nacheinander schaffen diese Lieder ein finsteres Ambiente, mit schönen, dynamischen Arrangements und dem richtigen Quäntchen Druck extra an den richtigen Stellen, damit es nicht nur herunterzieht, sondern auch rockt. Keine Frage, das ist hier teilweise reinste Cowboy-Musik, wer das nicht mag, wird den Saloon bald wieder verlassen und in den Sonnenuntergang reiten, aber es ist kein fröhliches Hillbilly-Geklimper; dafür ist es zu tragisch. Und die bedeutungsschwangere Intonation des Sängers verstärkt das ohne Frage, frei nach Mark Twain: Christ zu sein, bedeutet, an den Teufel zu glauben. Das ist eine von David Eugene Edwards' umstrittenen Eigenheiten, seinen Aberglauben in die Musik mit einfließen zu lassen. Dazu kann man stehen wie man will, in diesem Falle trägt es ein alttestamentarisches Pathos in die Songs, das ihnen gut steht. Drei Songs sind übrigens Covers, fügen sich aber gut ein, und bei dem GUN CLUB-Song „Fire Spirit“ sorgt zusätzlich Bertrand Cantat von NOIR DÉSIR für einen zweistimmigen Katzengesang. Der Typ kommt wohl immer sofort angerannt, wenn der Name seines Idols, Jeffrey Lee Pierce, fällt. Passt aber hier ganz gut.
Bei manchen Passagen finde ich die Melodramatik etwas zu dick aufgetragen, ansonsten kann man mit dieser Platte sicher nichts verkehrt machen. Vor allem als Einstieg fand ich sie gut. Eine Platte für schwermütige Regentage und zum intensiven mehrmaligen Hören.
Geschrieben von King Kraut am 27.10.2014, 14:38 Uhr
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