Design wechseln

Start » Reviews » Led Zeppelin - Led Zeppelin IV (2 CD Deluxe Edition)

Led Zeppelin - Led Zeppelin IV (2 CD Deluxe Edition)

Led Zeppelin - Led Zeppelin IV (2 CD Deluxe Edition)

CD Atlantic Records/ Warner Music Entertainment 24.10.2014
  10 / 10

Weitere Informationen:
http://www.ledzeppelin.com
https://www.facebook.com/ledzeppelin



Den Jahrhundertsong "Stairway to Heaven" kennt wohl jeder, der Musik liebt.
Man kann sich seiner Schönheit nicht entziehen. Die besondere intime Stimmung die dieses Stück ausstrahlt,  das Gefühl und die Magie darin nehmen einen mit auf eine weite Reise. Die Gedanken schweben davon.

Heute vor 43 Jahren am 8ten November hat die Rocklegende Led Zeppelin ihren vierten Longplayer veröffentlicht. Der wird auch "Four Symbols" oder "Zoso" oder schlicht und einfach "untitled" genannt. Das liegt daran, weil auf dem Album kein Titel, noch nicht einmal der Bandname abgedruckt ist. Statt dessen finden sich im Coverinnenteil vier kryptische Symbole. Jimmy Page wollte wissen ob sich das Album auch ohne Namen gut verkaufe. Vermutlich rührt das ganze aber auch von daher, dass sich Jimmy Page sehr für Okkultismus interessiert. 

Alle Alben wurden jetzt noch einmal unter seiner Aufsicht remastert.
Dazu gibt es noch unveröffentlichte Studio Outtakes zu hören. Der Fokus lag dabei darauf die Instrumente und Details differenzierter hörbar zu machen und einen transpartenten Klang zu schaffen. Das ist auch sehr gut gelungen, aber natürlich nur sehr dezent. Dem Durchschnittshörer dürfte das kaum auffallen.

Die Musik hat auch nach so langer Zeit nichts von ihrem Zauber verloren. Die ganz eigene Interpretation von Rockmusik, Folk, Psychedelic und Blues begeistert zeitlos. Zudem sind hier Weltklasse Musiker zu werke. Kreative Musiker, die für ihre Zeit sehr innovativ waren und dabei ihre Instrumente meisterlich beherrschten. Herausragende Merkmale sind Robert Plants hohe Kopfstimme die als der Prototyp des Heavy Metals gilt, Jimmy Pages brilliantes Gitarrenspiel und natürlich das felsenfest flowende Rhythmusteam John Bonham und John Paul Jones. Die Band verstand sich blind und die Songs sind wohl in stundenlangen Jams entstanden und wurden später sehr intelligent ausarrangiert und mit Effekten aufgewertet. Led Zeppelin zieht da alle Register und bediente sich ausgiebig an den damals verfügbaren Möglichkeiten. Das Album ist sehr vielseitig. Der Fokus liegt neben Rock ganz klar beim Folk. Neben der 6-saitigen und 12-saitigen Akustikgitarre kommt in einigen Songs auch eine Mandoline zum Einsatz. Stellenweise hört man auch eine Mundharmonika oder einen Syntesizer.

Das Album startet mit seiner rockigsten Nummer "Black Dog", dessen fuzzy Gitarren und kreischender Gesang sollten damals wohl beim Zuhörer erst mal richtig Alarm machen. "Rock'n Roll"  hält dann genau das was es verspricht. Für mich eines der Highlights auf dem Album ist "Battle of Everymore", das nur mit einer mächtig hallenden Mandoline und einer Akustikgitarre dargeboten wird, dazu noch der mehrstimmige psychedelische Gesang von Plant. Zum Jahrhundertsong "Stairway to Heaven" muss ich nichts mehr sagen. "Misty Mountain Hop" ist ein sehr gradliniger rockiger Song, mit einem immer wieder kehrenden Riff. Auch der Song "Four Sticks" begeistert mich. Der Song hat einen treibenden Trance-Rhytmus und einem Teppich aus orientalisch inspirierten Gitarren mit viel Hall. "Going to California" ähnlich wie "Battle of Everymore" sehr folkig. Ein weiteres Highlight ist der Abschluss "When die Levee breaks". Der Song stampft vor sich hin. Hier dominiert der Blues, die Slidegitarre und die Mundharmonika. Man fühlt sich wie auf einem Trip durch sengende Hitze in trockener Wüste, wenn man das hört.

Das Cover zeigt einen alten Mann einem großen Bund Reißig auf dem Rücken. Sehr psychedelisch. Auf der Innenseite ein alter Zauberer mit Laterne auf einem Felsen, der auf einen Ort herunter sieht.
Dazu gibt es ein paar Bandfotos und ein paar Lyrics.

Von den unveröffentlichten Songs hätte ich mehr erwartet, handelt es sich dabei meist doch nur um Alternate Mixes, die jetzt nicht soo anders sind als die Originale. Hervorzuheben ist da aber die Instrumentalversion von "Battle of Everymore"   

Weniger als eine 10 kann ich bei diesem Jahrhundertalbum trotzdem nicht geben.


Geschrieben von MC GAudibuizn am 08.11.2014, 16:43 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

LOS FASTIDIOS & ELISA DIXAN - Elisa Dixan sings Los Fastidios - Vol.2

Die italienische Band LOS FASTIDIOS hat seit ihrem Bestehen eindrucksvoll gezeigt, dass sie viele Stile spielen kann, und zwar so gut, dass es stets authentisch und ehrlich rüber kommt. Den...

Weiterlesen

Einsturz - Fliegen

Wenn ich die alten Archive so durchgucke, fällt mir der 31.01.2015 ins Auge. Ein Zeitpunkt, der den Augenblick datiert, an dem meine letzte Rezension online gegangen ist. Ein komisches Gefühl;...

Weiterlesen

JOHNNY REGGAE RUB FUNDATION - TROUBLE

Am 14.02.2020 kommt das neue Album der Kölner Band JOHNNY REGGAE RUB FUNDATION heraus. Es ist das zweite Album der Band. War das erste Album der Band aus dem Jahre 2017 (die Review bei...

Weiterlesen

HELMUT COOL - VERBESSERTE REZEPTUR

Helmut Cool? What the fuck is this? Und das Cover? Boah, ey voll trash. Und erinnert mich sofort an das legendäre Longsleeve von der Terrorgruppe “Burgerkrieg, by Terrorgruppe“. Referenz?...

Weiterlesen

NOX - YOU´RE ALONE BUT THAT´S OK

Kommen aus Tübingen nicht nur verstaubte Studenten? Vielleicht schon, aber aus Tübingen kommen auch NOX (eigentlich mit einem Strich durch das “O“, aber das gibt mein Rechtschreibprogramm...

Weiterlesen

PEARS - PEARS

PEARS aus New Orleans veröffentlichen am 06.03.2020 ihr neues Album, welches genauso heißt wie die Band, nämlich PEARS. Es ist das dritte Album der Band und bietet immer noch das, weswegen...

Weiterlesen