Design wechseln

Start » Reviews » Swingin' Utters - Fistful of Hollow

Swingin' Utters - Fistful of Hollow

Swingin' Utters - Fistful of Hollow

CD Fat Wreck Chords 11.11.2014
  7 / 10

Weitere Informationen:
http://swinginutters.com/


So kann man sich irren! Ich hatte die SWINGIN' UTTERS immer im typischen 90er-Jahre Fat Wreck-Sound veortet, da sie immer wieder mal auf Samplern zusammen mit NO USE FOR A NAME, NOFX & Co auftauchten. Mit denen haben sie aber allenfalls einen mitten-lastigen Gitarrensound gemein, und die Heimat, Kalifornien. Vielmehr fühlte ich mich gleich beim ersten Song von „Fistful of Hollow“ nach England teleportiert. So ein Stück wie „Alice“ hätten auch die UK SUBS schreiben können. Auch andere klassische britische Punkbands laufen bestimmt mal bei den Schwingenden im Tourbus, so erinnert mich der eine oder andere Track an PUBLIC IMAGE LTD. oder BUZZCOCKS. Nun aber genug mit zu kurz gegriffenen Vergleichen, es sollte ungefähr klar sein, in welche Richtung es geht.

Die fünfzehn Stücke sind zumeist reduziert auf einfachen Punkrock der alten Schule, keine Prahlerei an den Instrumenten, keine Soundspielereien. Wobei, das Ausfaden eines Songs habe ich auch schon lange nicht mehr gehört, aber das war es dann schon. Die Gitarren nicht übermäßig verzerrt, der Gesang nicht übermäßig im Vordergrund. Trotzdem hat der Klang etwas eigenes, raumfüllendes, durch das er interessant bleibt. Rockt! Rohe Stücke wechseln sich mit hübschen Melodien ab, ohne kitschig zu werden. Das heißt, wo eine typische amerikanische Post-BLINK 182-Band einen Melodiebogen mit einem idealen Akkord aus der Pop-Song-Fibel abrunden, tun dies die SWINGIN' UTTERS nicht. Eher kehren sie wieder an den Anfang ihrer drei Akkorde zurück, was in mir als verweichlichten Hörer zunächst ein Gefühl der Unzufriedenheit hinterlässt. Letztlich ist es aber genau das, was den Songs Charakter verleiht. Eine Kante, an der man sich reibt, mehr als Zucker, der in den Gehörgängen klebenbleibt. Diese Platte springt den Hörer nicht auf Anhieb an, dafür ist sie nicht plakativ genug. Dafür entwickeln die durchgehen gut geschriebenen Stücke von Mal zu Mal mehr ihren eigenen Reiz. Solche Überraschungen machen Spaß!

Geschrieben von King Kraut am 12.01.2015, 00:47 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

LOS FASTIDIOS - JOY JOY JOY

Schon seit 28 Jahren gibt es die in Verona gegründete Band LOS FASTIDIOS. Antifaschistisch, links, engagiert und mit dem Herz am richtigen Fleck. Mittlerweile sieht man Sänger Enrico das...

Weiterlesen

A GLOBAL MESS

A GLOBAL MESS Volume One. Das klingt nach Großprojekt. Was ist das eigentlich, A GLOBAL MESS? Globales Chaos ist die ungefähre wörtliche Übersetzung. Will sich da jemand den ganz...

Weiterlesen

MUCH THE SAME - EVERYTHING IS FINE

MUCH THE SAME ist zurück. 13 Jahre ist es her, seit dem die Band aus den USA ihr letztes Album “Survive“ veröffentlicht hat. In gewisser Weise ist das Ironie des Schicksals, dass ihr...

Weiterlesen

RAWSIDE - YOUR LIFE GETS CRUSHED

Vor knapp zwei Jahren, beim “Teenage Warning“ - Festival in Leipzig im Felsenkeller, weit nach Mitternacht, kletterte eine Band auf die Bühne, auf die sich die Anwesenden, zumindest die die...

Weiterlesen

TOMAS TULPE - der mann im pfandautomat (CD, Download, Stream)

TOMAS TULPE der workaholic vom Berliner Ostkreuz (da bin ich doch schon mal umgestiegen, als ich von Gesundbrunnen zur Alten Försterei mit der S-Bahn gesurft bin) schmeißt mittlerweile alle 2...

Weiterlesen

THE SPIRIT OF SKA - 30 JAHRE PORK PIE -

Wer hat an der Uhr gedreht? Sind es wirklich schon 30 Jahre? Oder wie Dr. Ring Ding im Geleitwort zu diesem Album schreibt: How time flew since I wrote a few humble words about the 20...

Weiterlesen