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Deathtiny - In Creeps Clothing
Weitere Informationen:
http://www.deathtiny.de/
DEATHTINY. Ein Name wie ein Damoklesschwert. Nun, eigentlich ist es der gewagteste Kalauer, den ich bei einer Metal-Band bis jetzt gesehen habe, aber einfach, weil den mal endlich jemand bringen musste, habe ich mich über diese CD gefreut. Die Freude hielt aber nicht lange an, denn beim besten Willen kann ich diesem Hexenmetal nicht viel abgewinnen. Ich will es kurz und schmerzhaft machen, auf die Gefahr hin, dass mein Haus und meine Familie mit einem Fluch belegt werden.
Hier wird ein Gemisch aus hartem Metal, Gothic und Rock gekocht, dass sich im Infoblättchen dazu als „Melodic Dark Metal“ tituliert. Mit diesem Infoblättchen auf Deutsch und Kindergarten-Englisch kündigt sich auch gleich das dräuend Ungemach an, wenn es da heißt: “With their actually LP “In Creeps Clothing“ the Band is ready to blow you off!“
Und diese Unbeholfenheit zieht sich dann vom ersten bis zum letzten Stück durch. Bitte! Ich bin weit entfernt davon, jemandem schlechte Sprachkenntnisse zum Vorwurf zu machen, aber in solch einem Garten von Stilblüten liegt man schlecht gebettet. Dann lieber auf Deutsch oder gern Mittelhochdeutsch, das passt wenigstens zum Grusel-Artwork der CD.
Ansonsten sind das hier mehr als solide gespielte Stücke, in dieser Hinsicht gibt es nichts zu meckern. Besonders wenn dann mal aus dem finsteren Wald wildes Gekreische oder Growling hervordringt und der Härtegrad nach oben geht, wird es auch mal richtig gut. Leider sind diese Momente zu selten, wozu die ganzen Geisterbahn-Elemente vom Keyboard und vor allem der Gesang von Julia Mann beitragen. Die hat im wesentlichen zwei Stile drauf: Rockig mit Ausdruck und Kante, und sphärisch-gotisch. Die Wirkung des ersteren versaut sie sich regelmäßig, indem sie zwischendurch wieder auf körperlose Chorsängerin umschaltet.
Die gelungenen Ansätze können die Musik in ihrer ungelenken Affektiertheit nicht retten. Die Stücke ufern mal aus, mal stehen sie sich selbst bei dem Versuch im Weg, auf Beelzebub komm raus verschiedene Stile unter einen Hut zu bringen. Am epischen Elfminüter zum Abschluss hat sich die Band leider auch überhoben, zu willkürlich wird hier ein Part an den nächsten geklatscht.
Nur, weil es in Europa keine Hexenverfolgung mehr gibt, muss man gleich solche Musik machen. Dann lieber Horrorpunk!
Geschrieben von King Kraut am 15.01.2015, 22:01 Uhr
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