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Olli Schulz - Feelings aus der Asche
Weitere Informationen:
http://trocadero-home.com/
http://www.ollischulz.com/
Manchmal hab ich bei Olli das Gefühl, dass er nicht für das Publikum schreibt sondern ausschließlich für sich selbst. Um Erlebtes fest zu halten und dadurch immer wieder daran erinnert zu werden, wie ein Tagebucheintrag den man sich nach Jahren durchliest um zu reflektieren wie es einem damals erging.
Ich sitze hier grade beim zweiten Glas Rotwein und Kerzenschein und hör „Als Musik noch richtig groß war“ in der Dauerschleife. Nach dem ich „Feelings aus der Asche“ jetzt ein paarmal durchgehört habe, bleib ich immer wieder bei dem Song hängen und auch wenn die anderen Stücke natürlich ihre Qualität haben freu ich mich dennoch immer wieder darauf bei Track 6 zu landen.Bei dem Stück kommen etliche kleine Geschichten wieder zum Vorschein die meine Kindheit als auch die Gegenwart geprägt haben und ich nur selten dazu komme dies einmal wieder aufzurufen und zu reflektieren. Um so dankbarer bin ich um dieses kleine Glück dies an der Stelle einmal wieder machen zu dürfen.
Der eine oder andere wird sicherlich genauso früher abends zu Hause im Bett vorm Schlafen gehen vor dem Radio gesessen haben, das Tape im Deck und bereit bei dem nächsten Song die Aufnahmetaste zu drücken um dann später bei einer mäßigen Qualität (aus heutiger Sicht) die Lieder anhören zu können.
Und wie Stolz war ich damals auf die eine Kassette die mit 90 min überspielt werden konnte, wie ich die wie mein Augapfel gehütet habe.
Später habe ich dann die ersten Mix Tapes für die hoffentlich zukünftige Freundin aufgenommen, ganz individuell zugeschnitten und mich bei jedem einzelnen Lied wie Bolle gefreut. Und dann wiederum später, als es die finanziellen Mittel es zugelassen haben, auf Vinyl umzusteigen und ich das Platte auflegen, auf dem Teppich sitzen und das genießen der Klangwelt geradezu zelebriert habe.
Das und mehr klingt in dem Track Nr. 6 „Als Musik noch richtig groß war“ mit. Es ist eine Hommage an die Musik, die Huldigung derselben, wie man mit Musik aufwächst und man sich mit der Musik verändert, leid verstärkt oder verdrängt, Freude erzeugt etc. Ganz großes Kino, vielen Dank dafür. Ich habe schon lange auf ein vergleichbares Lied gewartet.
Glas Nr. 3, 11. Durchlauf.
Zwei Jahre nach dem letzten Album „S.O.S. – Save Olli Schulz“ (03/2012) erschien am 09. Januar sein inzwischen sechstes Album mit dem Titel „Feelings aus der Asche“.
Wie bei dem vergangenen Album zündet auch dieses nicht beim ersten Mal durchhören sondern muss sich erst entwickeln, reifen sozusagen, wie ein guter Wein der erst etwas Luft schnappen muss.
Es ist eine sehr melancholische und nachdenkliche Platte geworden bei der die Texte durchgehend ernsthafter als von Olli gewohnt gestaltet sind, einmal abgesehen vielleicht von dem Wortspiel des Albumtitels oder der Textzeile aus „Passt Schon!“: „Ich will eure Hunde sehen! Schmeißt eure Hunde in die Luft!“.
Bei „Passt schon“ hab ich wiederum auch ein bisschen Angst, dass sich das Lied irgendwann ausgelult hat bei der ständigen Wiederholung des Refrains, ich es nicht mehr hören kann und beim nächsten durchhören der Platte dann nur noch die „Weiter“ Taste drücke um zum nächsten Track vor zu spulen.
Die zehn Lieder des Albums sind wieder „klassisch“ produziert worden im Gegensatz zur letzten Platte die live im Studio auf einer Tonspur aufgenommen wurde. Und auch diesmal wird Olli durch verschiedene Musiker begleitet und unterstützt die z.T. auch schon auf der letzten Platte zu hören waren, so sind das Gisbert zu Knyphausen (Bass), Arne Augustin (Klavier), Normen Glotz (E-Gitarre), Ben Lauber (Schlagzeug) und Moses Schneider als Produzent.
Naema Faika singt bei „Kinder der Sonne" und "Mann im Regen" im Chor, Thees Uhlmann singt den Chor in „Das kann Hässlich werden" und die australische Sängerin Kat Frankie singt die letzte Strophe in „Feelings Aus Der Asche“.
Das Ganze ist in den Hansa-Studios in Berlin eingespielt worden.
Geschrieben von B. Kaempfer am 15.02.2015, 10:51 Uhr
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