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LOVE A - JAGD UND HUND
Weitere Informationen:
http://love-a.de/
https://www.facebook.com/makingloveathreatagain
Aller guten Dinge sind Drei!
Oder etwa nicht?
LOVE A haben mit “Jagd und Hund“ ihr drittes Album veröffentlicht.
Nach dem Debüt “Eigentlich“ ( http://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/3849/ ) und der zweiten Scheibe “Irgendwie“ ( http://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/4165/ ) nun also etwas konkreter mit “Jagd und Hund“.
LOVE A haben sich nach eigener Aussage mehr Zeit genommen für das Album “Jagd und Hund“. Das ist schon der erste Fakt, der auf ein möglicherweise ruhigeres oder sogar schlechteres Album hindeutet. Meist sind doch die Alben die unter Zeitdruck aufgenommen worden sind, die Alben die kräftiger und aggressiver sind.
LOVE A sind in dem Kosmos des Post - Punk (mit Betonung auf Punk) mit deutschen Texten bisher ein kräftiger Stern gewesen, der mit seinen Protuberanzen ein Alleinstellungsmerkmal aufwies. Intelligente Texte, aggressiver Sound, gepaart mit etwas Neuem.
Intelligente, messerscharfe Texte gibt es immer noch.
Folgende Textauszüge folgender Songs bestätigen das:
“100.000 Stühle leer“
…
Wenn man sie kennt, darf man getrost die Regeln brechen.
Weil die meisten doof sind, fällt es uns gar nicht schwer.
Nur wer mal aufgestanden ist, der darf sich setzen
Und darum bleiben hier so viele Stühle leer.
…
“Brennt alles Nieder“
…
Die Wahrheit ist meistens unbequem,
Deshalb polstern Lügen das System.
Spießerhälse umzudrehen,
Ändert nicht die Sicht auf das Problem.
…
Der Song “100.000 Stühle leer“ gehört aus meiner Sicht zu den stärksten Songs des Albums. Er thematisiert sehr erfrischend, dass man nicht alles gut finden muss aber dass man eben auch den Arsch in der Hose haben muss, was zu ändern, wenn etwas nicht gut ist. Ändern als reiner Selbstzweck ist allerdings keine Option.
Textlich bleibt sich LOVE A treu. Die Texte sind vielleicht etwas zugänglicher als bei den beiden Vorgängeralben, jedoch heißt dies nicht, dass die Texte weniger Tiefgang haben. Sie sind einfach etwas konkreter und schaffen mit bildhafter Sprache zum Nachdenken und zum Verstehen anzuregen.
Musikalisch wendet sich LOVE A vom Punk ab. Die Songs werden auf diesem Album von Synthesizerklängen umschlossen, wie in ein Korsett. Der aggressive, leicht schreiende Sprechgesang von Jörkk passt auch zu diesem Sound. Eine Stimme oder besser, eine Band die die besondere Stimme in ein passendes Soundgewand packen kann, kann man nicht per se schlecht finden. Aber wieso geht man mit dieser Weichspülmusik in den Kosmos der aus Bands besteht, die fragmentarische Texte als intelligent darstellen und musikalisches Unvermögen als den neuen Punk verkaufen?
LOVE A sind immer noch LOVE A, immer noch ein Stern, allerdings mit schwächeren Protuberanzen. Stirbt der Stern? Oder holt er nur kurz Luft?
Geschrieben von Frank am 11.03.2015, 21:38 Uhr
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