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FAHNENFLUCHT - ANGST UND EMPATHIE
Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/fahnenflucht
http://www.fahnenflucht.com/
Denn das ist hier immer noch das Land, in dem einst Lichterketten brannten.
Doch für den Wahn von diesem Land, sterben immer noch Migranten.
Mit der Zeit geht die Würde, mit der Würde alle Scham.
Ängste – Projektile. Warum wurde nichts getan?
FAHNENFLUCHT haben ein neues Album veröffentlicht!
Es ist das sechste Album der Band aus Rheinberg.
Und der oben stehende Liedtext ist ein Auszug aus “Lichterketten“ dem Opener.
2015 hat der gute Marc die Band leider verlassen. Ihn ersetzt hat Dennis. Nun ist nur noch ein Gründungsmitglied der Band dabei. Menschen kommen und gehen und manche bleiben auch,die Wut und Verzweiflung ist generationsübergreifend. So oder so ähnlich könnte man es sagen, denn das was die Band mit “Angst und Empathie“ veröffentlicht hat ist ein dicker Wutbrocken.
Halleluja. Gelobet sei das Heer.
Halleluja. Blinder Glauben sieht nicht mehr.
Halleluja. Die Propagandasymphonie.
Halleluja. Religion als Todesmelodie.
“Angst und Empathie“ geht musikalisch in Richtung des ersten Albums der Band. Dieses erste Album hat die Band von Null auf Szenegröße katapultiert. Waren die letzten Alben teilweise etwas verkopft und dadurch nicht immer leicht zugänglich, gerade das letzte Album “Schwarzmaler“ hat auch nicht gerade Mut gemacht, so bietet dieses Album zwar auch keine Gute-Laune-Musik, aber sehr treffende Texte gepaart mit einem enorm druckvollen Sound, der mitreißt. Der Sound macht aggressiv. Er pusht einen nach vorne.
Es ist ein Soundtrack zu einem noch nicht gedrehten Film über Protest und Kampf für eine andere, bessere Welt.
Wir zögern und hadern, wir trauen uns kaum.
Es fehlt nicht an Selbst, sondern nur an Vertrauen
der Realität in die Augen zu sehen. Schau lieber
fern – das tut nicht so weh in dieser scheiß Realität.
Es fehlt nicht an (Selbst-) Reflektion auf diesem Album. Das zeigt z.B. der Song “Grenzen“, der zum einen nach den Grenzen der Toleranz eines jeden Einzelnen fragt und dann dazu auffordert, gemeinsam den Bach runterzugehen. Nicht gerade aufbauend, aber leider wahr. Hier lässt sich viel Gesellschafts -und Systemkritik heraushören und auch hinein interpretieren. Eine große Stärke von FAHNENFLUCHT. Texte nicht immer konkret aber trotzdem klar zu formulieren. So regen die Texte zum nachdenken an.
Bitte verliere nicht die Hoffnung,
denn dann verliere ich sie auch.
Bitte verliere nicht den Mut,
weil ich mehr als meinen brauch.
Bitte verliere nicht den Glauben,
meine letzte Zuversicht.
Und was immer auch geschieht,
vergiss mich bitte nicht.
FAHNENFLUCHT haben eine ganz eigene, prägnante Textsprache.
FAHNENFLUCHT zeigen mit “Angst und Empathie“ wie unsere Gesellschaft ist.
Ob sie sie damit ändern können, bezweifele ich, aber dieses Album gibt Kraft. Und so lange die Flamme noch brennt müssen wir sie warm halten, für eine bessere Welt. Denn wenn wir sie nicht versuchen ein klein wenig besser zu machen, wer tut es dann?
“Angst und Empathie“ ist das beste Album der Band seit Jahren.
Geschrieben von Frank am 17.04.2016, 12:30 Uhr
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