Design wechseln

Start » Reviews » YELLOW UMBRELLA - HOOLIGANS OF LOVE

YELLOW UMBRELLA - HOOLIGANS OF LOVE

YELLOW UMBRELLA - HOOLIGANS OF LOVE

CD Pork Pie 04.11.2016
  8 / 10

Weitere Informationen:
http://www.yellowumbrella.de/
https://www.facebook.com/pages/Yellow-Umbrella/63821837576
https://www.youtube.com/watch?v=fstL9GLMTQs&feature=youtu.be


6 Jahre ist es her, dass die Dresdner Band YELLOW UMBRELLA ihr letztes Album veröffentlicht hat. In den sechs Jahren hat sich viel getan. In der jüngsten Vergangenheit hat sich die Band aktiv gegen die Pegida-Bewegung gestellt. Es wurden Festivals gegen Fremdenfeindlichkeit gespielt um auch musikalisch zu zeigen, wo man steht. In Dresden, wo die Band ja herkommt, ist der braune Dreck ja besonders aktiv.
Der Albumtitel “Hooligans of Love“ bezieht sich auch ganz klar darauf. Wobei ich hier gleich an “Terrorist der Liebe“ von Hubert Kah & Joachim Witt denken muss. Ein grausames Stück Musik mit einem völlig verstrahltem und weltfremden Hubert Kah (wer sich das mal reinziehen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=XJPL0mePeOM , aber sagt nicht, ich habe euch nicht gewarnt).
YELLOW UMBRELLA sind weder verstrahlt noch weltfremd. Vielmehr haben sie in diesem Album vielerlei Einflüsse verarbeitet, die von Ska, Pop, Klezmer, Jazz, Balkan, Punk bis Rocksteady reichen.
Das Album hat eine sehr gute Aufnahmequalität, ist harmonisch und geht gut ins Ohr. Vielleicht sogar zu gut. Es passt zu ruhigen Stunden, zum entspannten Tanzen aber natürlich auch zum Träumen. Das macht das Album vielseitig aber auf der anderen Seite auch ziemlich seicht. Es lässt Ecken und Kanten vermissen. Ecken und Kanten die in den Texten durchaus zu hören sind, aber durch den entspannten Sound doch ein wenig untergehen. Die Songs sind allesamt radiotauglich. Sie haben den beengten Kosmos des Szene-Ska / Szene-Rocksteady verlassen und locken, wie die Sirenen in der griechischen Mythologie, mit ihrem Sound auch szenefremde Menschen auf die Tanzfläche.
Es sei der Band gegönnt, dass sie mit diesem Sound auch gehört und nicht verschmäht wird. Da die Tour der Band vor kurzem endete, kann man die sieben aus Sachsen erst mal nicht mehr live hören. Das Album sei jedoch auf jeden Fall empfohlen. Es ist nichts für Szenepolizisten, sondern für weltoffene Menschen jeglicher Couleur.


Geschrieben von Frank am 29.11.2016, 19:59 Uhr


Teilen:                    

Medien

https://www.youtube.com/watch?v=XJPL0mePeOM konnte nicht geladen werden

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

Einsturz - Fliegen

Wenn ich die alten Archive so durchgucke, fällt mir der 31.01.2015 ins Auge. Ein Zeitpunkt, der den Augenblick datiert, an dem meine letzte Rezension online gegangen ist. Ein komisches Gefühl;...

Weiterlesen

POPPERKLOPPER - ALLES WIRD WUT

30 Jahre POPPERKLOPPER. Weiß noch jemand was ein Popper war? Das Internet muss man schon intensiver durchstöbern. Ist der Bandname antiquiert? Namen sind wie Schall und Rauch. ...

Weiterlesen

NOWHEREBOUND - MOURNING GLORY

NOWHEREBOUND aus Austin in Texas sind seit 2010 auf der Bildfläche. In dieser Zeit haben sie es auf sieben Veröffentlichungen gebracht. Nun liegt mit “Mourning Glory“ die achte...

Weiterlesen

BABYLOVE & THE VAN DANGOS - The Golden Cage

Das war ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk als ich unverhofft ein Päckchen bekam. Ich hatte doch gar nichts bestellt. Was kann das nur sein? Es war das neue Album von BABYLOVE & THE VAN DANGOS...

Weiterlesen

TAREK K.I.Z - GOLEM

Ein Nr. 1 - Album zu besprechen hat man nicht alle Tage. Dann noch eines von jemandem, der als Mitglied von K.I.Z., der bekanntesten, sehr erfolgreichen und vielleicht auch umstrittensten Hip...

Weiterlesen

BEGINNINGS - RECOVER

Nach I WALK THE LINE hatte ich lange nichts mehr von Ville Rönkkö, dem Sänger der Band gehört. Seine markante Stimme hatte mich mit seiner Band I WALK THE LINE in den Bann gezogen. Seine...

Weiterlesen