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LOVE A - NICHTS IST NEU

LOVE A - NICHTS IST NEU

CD ROOKIE RECORDS 12.05.2017
  8 / 10

Weitere Informationen:
http://love-a.de/
https://www.facebook.com/makingloveathreatagain


Die Veröffentlichung des dritten Albums von LOVE A ist schon ein bisschen her, aber ein Urteil über die vierte Scheibe der Band aus Trier, Köln und Wuppertal möchte ich euch nicht vorenthalten.

Die ersten drei Alben “Eigentlich“ (Review unter: http://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/3849/ ), “Irgendwie“ (Review unter: http://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/4165/ ) sowie “Jagd und Hund (Review unter: http://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/7312/ ) haben der Band schnell eine große Fanbasis geschaffen. Der Sound der Band und die Texte sind mehr Punk als Tocotronic (waren die je Punk?), konkreter als von Die Sterne, poppiger als Front und sperriger als Terrorgruppe. Am besten könnte man sie beschreiben als Supernichts (RiP) mit Abitur.

Die herausgerissene Textzeile “...wahrscheinlich klingt das ziemlich schräg und das ist es sicher auch.“ passt ganz gut, wenn man unbedarft diese Band hört.

Anspruchsvolle Musik, irgendwie Punk, irgendwie Rock und irgendwie poppiges Geschrammel. Dazu Texte die zwar an die Hamburger Schule erinnern aber mit ihrer Kompromisslosigkeit und dem gesunden Geisteshaltung nicht an die Befindlichkeitspunks von der Alster herankommen. Hier wird nicht gewinselt und sich in Selbstgefälligkeit gesuhlt, hier wird, zugegebenermaßen textlich anspruchsvoll, der ganze allumfassende Schwachsinn seziert. LOVE A nehmen sich dazu lieber ein Skalpell als den Knüppel können mit zweiterem aber auch gut umgehen. Gutes Elternhaus heißt nicht, dass man nicht “Scheiße“ sagen kann.

Nun also das vierte Album. Geändert hat sich im Großen und Ganzen nichts. Ganz als ob die Songs des Albums das widerspiegeln was die Band bietet “Nichts ist Neu“. Beim mehrmaligen Hören fällt auf, dass es im Vergleich zu den Vorgängeralben etwas düsterer zugeht, sowohl musikalisch als auch textlich. Es klingt fast so als ob die Bandmitglieder gerade in einer Welt-oder Sinnkrise sind. Midlife-Crisis? Oder fühle ich mich nur noch besser angesprochen von den Texten weil ich die Texte sehr gut nachvollziehen kann?

Liebe Psychologen, nehmt das und (v)erklärt das mal!

Warum schreibt man Texte wie “Treeps“? Schizophrenie, Weltschmerz, Depression...

“Sonderling“ rechnet mit dem Leben ab, was viele leben weil es von ihnen erwartet wird oder eben auch, weil sie sich alternativlos darin ergeben. Solche wunderschönen Wörter wie “Bausparzwang“ kommen dann heraus. Textlich erinnert es an “Das war ihr Leben“ von der Terrorgruppe, ist jedoch umfassender und böser.

“Löwenzahn“ ist weder lustig noch hat das was mit Peter zu tun. Sondern eher was mit Rommel, mit der Unzufriedenheit der Deutschen und dem Wetter.

LOVE A gehen ihren Weg konsequent weiter. “Nichts ist Neu“ ist, wie die anderen Alben auch, eine Sezierung der Gesellschaft. Was allerdings mit den Geschwüren passieren soll, das sagen sie nicht.


Geschrieben von Frank am 16.04.2018, 19:11 Uhr


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