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MONCHI: NIEMALS SATT - Über den Hunger aufs´Leben und 182 Kilo auf der Waage

MONCHI: NIEMALS SATT - Über den Hunger aufs´Leben und 182 Kilo auf der Waage

Buch Kiepenheuer & Witsch 07.04.2022
  9 / 10

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/feinesahnefischfilet/
https://feinesahnefischfilet.de/


FEINE SAHNE FISCHFILET. Eine Band die sich den Arsch abgespielt hat und die vor dieser elenden Pandemie das erreicht hat, womit niemand gerechnet hatte. Sie waren in einer Liga mit den ganz großen Punkrockbands. Ein Aufstieg den sie in meinen Augen mehr als verdient hatten. Es ging immer aufwärts.

Es ging immer aufwärts, dass hätte auch der Buchtitel werden können, denn nach der Geburt bis 182 Kilo, das ist etwas, was viele in ihrem Leben nicht schaffen. Es ist etwas, was auch nicht unbedingt erstrebenswert ist, denn das Größen-Gewichtsverhältnis passt dann nicht mehr. Das hat auch Sänger Monchi an einem Konzertabend festgestellt und sich gesagt, dass er das ändern müsse.

Wie sieht es nun aus, wenn der Sänger einer der bekanntesten linken Bands Deutschland sich dazu entscheidet abzunehmen oder es zumindest zu versuchen?

Wird es anders sein, als Trude oder Horst um die Ecke, die das gleiche vorhaben?

Was passiert, bis es heißt “Ich wiege 120 Kilo und fühle mich wie ein Schmetterling“?

Wie wird dieser Trip sein, der sich über 300 Seiten hinzieht?

Eins kann ich nach dem Lesen sagen, es ist ein Trip! Im wahrsten Sinne des Wortes.

Monchi schreibt so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ich denke, er ist gerade gewachsen und groß ist der Schnabel, richtig groß.

So wie Monchi schreibt, lässt es einen nicht kalt. Monchi lässt die Leser an seinem Leben teil haben. Einem Leben, was viele der Leser vielleicht geahnt haben, aber nur manche ansatzweise kennen. Es ist vielleicht ein Leben was viele führen möchten, aber genau so viele sind davon abgestoßen. Es werden die Dinge beim Namen genannt und nichts verschwiegen. Die Sprache ist nicht verschnörkelt und hochtrabend, sondern gerade heraus und direkt. So kennt man die Leute von der Küste. Monchi bildet da keine Ausnahme. Egal, was gesagt wird, nach dem Lesen des Buches, eines wird nicht gesagt werden, da bin ich ganz sicher und zwar:

Es war langweilig!

Monchi erzählt von seinem Leben. Wie er aufgewachsen ist, wie er angefangen hat Musik zu machen, wie ihn Hansa Rostock gefesselt hat und immer noch fesselt und wie er einfach jeden Tag volle Pulle lebt. Die Gewichtsthematik ist der rote Faden des Buches, jedoch nicht unbedingt Hauptthema. Dafür bin ich dankbar, habe ich doch ein wenig die Befürchtung gehabt, hier kommt eines dieser Bücher, von ehemals adipösen Menschen die jetzt schlank sind und nur von sich erzählen wie geil sie sind und eigentlich schon immer waren, aber zumindest jetzt geil sind, weil sie es geschafft haben abzunehmen.

Das Buch beschreibt eine Achterbahnfahrt des Lebens. Ein Leben, was Monchi, wenn man dem Ende des Buches glauben darf, etwas besser im Griff hat. Etwas gesünder leben, etwas mehr auf sich achten. Klingt vielleicht scheiße, aber wenn man es nicht geschafft hat in den Klub 27, dann kann man auch weiterleben.

Die letzten Zeilen des Buches sind folgende:

Denn eins ist Fakt: Ich hab noch so viel Hunger aufs Leben...und ich bin niemals satt

Klasse, was du geschafft hast Monchi!


Geschrieben von Frank am 08.04.2022, 19:13 Uhr


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