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SCHARPING - UNSER CHARPING
Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/ichliebescharping
https://ichliebescharping.de/
SCHARPING...war das nicht dieser verstrahlte Politiker, der obwohl Radfahrer, immer etwas neben der Spur war? Was ist eigentlich aus Rudolf “The Rennradfahrer“ Scharping geworden? Fährt er noch Rad?
Es bedarf schon einiges an Schmerzfreiheit und verquerem Humor, sich als Band nach diesem Politiker zu benennen. Aber das ist ja heute Trend und der neue heiße Scheiß auf dem Indie-Musik-Markt. Einfach irgendwas machen, Hauptsache schräg, ein bisschen tanzbar und Hauptsache mit Schnauzbart und Klamotten vom Opa. Das muss man schon stilistisch mögen und ziemlich schmerzfrei sein, wenn das ganze Leben eine nie endende Bad Taste - Party ist.
SCHAPRING sind irgendwo dazwischen, also zwischen gefälligem Pop-Punk und Rock, schrägem Avantgarde der aktuellen Dekade, Lounge Musik mit Text und gelebter Bad Taste - Party.
Die dreizehn Stücke auf dem Album verlangen dem Hörer einiges ab. Die Band hat das gemacht, auf was sie Lust hatten und sie haben auf vieles Lust. Da gibt es sehr gefällige Lieder im poppigen Punkrockgewand, wie “Alternative zur Umwelt“, “Durch die Backen“, das großartige “Emily“ oder “Die Dinosaurier, bitte“. Diese Songs erinnern musikalisch an Die Ärzte, die ja auch immer mal wieder abgefahrenes Zeug machten und machen sowie an die Terrorgruppe. Von den Melodien her ist das alles sehr eingängig und gut zu hören. Die Band zeigt, dass sie ein extrem gutes Gespür für Melodien und Arrangements hat. So wird auch bei vielen Breaks, Tempowechseln und Gitarrensoli einem nicht schwindelig.
Mit zunehmender Laufzeit des Albums werden die Songs ruhiger. Sie werden fluffiger, ein immer milder werdender Hörgenuss. Die Musik verzieht sich mehr und mehr in den Hintergrund, so dass es kaum noch auffällt, wenn der “Nachtzug nach Neapel“ abgefahren ist. Der Track Nummer 14 ist dann fast ein Weckruf.
Was SCHARPING auf der Haben-Seite aufweisen, ist dass der Vierer aus gestandenen Musikern besteht u.a. ist Kevin Kuhn (Die Nerven) dabei und diese Musiker eine Menge richtig gut spielen können. Ob Punkrock oder Blues, ob Popsong, groovige Lounge-Musik oder avantgardistische Ausflüge, es hört sich alles gut und gekonnt an. So viel Abwechslung habe ich selten auf einem Album gehört. Textlich schaffen sie es, in profanen Texten eine Menge Kritik durchklingen zu lassen. Feine Ironie, das Lesen zwischen den Zeilen und das Leben reflektieren, das kann die Band.
Was auf der Soll-Seite steht, ist das Outfit. Man soll die Menschen ja nicht nach ihren Klamotten bewerten, aber... Fuck, ist das Konzept und ich gehe hier auf den Leim?
Wie dem auch sei, Opas Klamotten sind nicht das was ich erstrebe und die Rotzbremse als trendiges, modisches Accessoire ist auch nicht meins. Dazu habe ich viel zu viele komische Menschen mit Schnauzbart in meinem Leben kennengelernt.
Der einzige coole Mensch mit Schnauzbart war Schimanski!
So wird das Fazit schwierig, weil...am besten passt:
Sowohl als auch.
SCHAPRING sind irgendwo zwischen geniale Dilettanten, Kleinstadt, Blues und Protest.
Geschrieben von Frank am 28.04.2022, 19:42 Uhr
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