Design wechseln

Start » Reviews » MALOVELENCE - Malicious Intent

MALOVELENCE - Malicious Intent

MALOVELENCE - Malicious Intent

CD Nuclear Blast 20.05.2022
  6 / 10

Weitere Informationen:
https://mlvltd.com/
https://www.facebook.com/MalevolenceRiff


MALOVELENCE sind eine Band aus Sheffield, England. Eine Stadt die vor vielen, vielen Jahren der Inbegriff einer englischen Arbeiterstadt war. Die Stadt hatte mehrere Stahlwerke und bis zu ihrer Schließung hatten die meisten Menschen aus Sheffield eine Beschäftigung und verdienten einigermaßen Geld. Das änderte sich in den 70er Jahren und führte zu einer großen Umwälzung der Stadt. Von einer Stadt der Schwerindustrie wurde eine Stadt mit blühenden Wiesen und blühendem Dienstleistungssektor. Eine Stadt aus der schöne, warme Popmusik kommen könnte. Ist ja jetzt alles so schön sauber hier.

Das dies nur eine Seite der Medaille ist, beweisen MALOVELENCE.

Mit ihrem vierten Album sind sie das erste Mal in die deutschen Albumcharts eingestiegen. Der vorläufige Höhepunkt einer Band die seit 2010 ihre Art des Hardcore auf den Bühnen der Welt präsentiert.

MALOVELENCE, was ist das eigentlich?

MALOVELENCE, das sind fünf junge Männer die gehörig Krach machen. Krach der seine Wurzeln im Hardcore hat, mit Metalcore gedüngt wurde und mit Trash-Parts gegossen wurde. So zumindest würde ich die ersten Songs beschreiben. Eine deftige Mischung, mit ordentlich Auf-die-Fresse-Parts. Viel Wut, viel Energie und ja auch viel musikalischem Können. Die Songs sind eingängig, jedoch nicht simpel. Der Gesang ist mitreißend, jedoch stets punktgenau gesetzt.

Ab dem fünften Song wird dann plötzlich umgeschwenkt und Töne die an Metallica erinnern bestimmen Hier und Da den Sound. Die Engländer versuchen sich an Balladen bzw. schwermütigen Songs. So übel klingt das nicht, jedoch klingt der Gesang etwas zu sehr gewollt. Da wird für mich etwas zu viel versucht. Überhaupt sind die folgenden Songs auch weiterhin eher im Midtempo, was ein wenig schade ist. Nicht, dass die Band nicht auch Songs in geringerem Tempo spielen kann, aber damit verlieren die Songs an Wucht und gehen für mich in eine etwas zu düstere, emotional schmerzhafte Richtung. Die tiefe Wut, die Verzweiflung, all das nehme ich der Band ab, das ist nicht das Thema. Nur, richtig mitreißen tut mich das nicht.

Die eine Hälfte des Albums bietet richtig guten Hardcore der neueren Schule.

Die zweite Hälfte geht dann mehr in Richtung Metal mit Anleihen von Doom, Sludge und pompösen Metal mit Aggro-Parts.

So wie die zwei Hälften des Albums, so ist auch das Fazit klar zweigeteilt.

Außerdem, als Kritikpunkt am sonst schönen Digipack mit passendem Motiv, ist die Schriftgröße der Texte. Auch wenn ich zu den älteren Semestern gehöre und meine Augen vielleicht nicht mehr die Besten sind, aber eine größere Schriftart hätte allen Lesern der Texte sicher einen Gefallen getan.


Geschrieben von Frank am 01.06.2022, 19:08 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

HEISCHNEIDA - HEISCHNEIDA II

Wer nördlich des Weißwurstäquators lebt hat mitunter seine Schwierigkeiten die Leute die südlich des Weißwurstäquators leben richtig zu verstehen. Von uns Preußen mal ganz zu schweigen. Wir...

Weiterlesen

WOLFWOLF - TOTENTANZ

Die ersten Sekunden sind kaum ertönt, da denke ich, hat mir da jemand den Wolf im Wolfspelz verpackt. Das klingt ja wie Sparky von Demented Are Go, was da aus den Boxen kommt. Ist WOLFWOLF ein...

Weiterlesen

KLABUSTERBERND - DORFREBELL

Als ich die Anfrage der Band erhalten hatte, das neue Album für ramtatta.de zu besprechen, dachte ich erst, es handelt sich um einen Rechtschreibfehler. Ich kenne die Band Klabusterbären aber...

Weiterlesen

HAMMERHEAD - NACHDENKEN ÜBER DEUTSCHLAND

Zieht euch warm an! Nein, das ist kein Scherz, denn es ist noch nicht April. Es ist wirklich wahr, nach 26 Jahr. Ein neues Album von HAMMERHEAD! Wer hätte das gedacht? Nach 26 Jahren ein...

Weiterlesen

BRIGATA VENDETTA - THIS IS HOW DEMOCRACY DIES

BRIGATA VENDETTA, bei dem Bandnamen muss man schon an den Punkrock-Katalog denken, von dem sich alle bedienen um die bekannten Klischees und Codes zu bedienen. Man muss aber auch neidvoll...

Weiterlesen

YELLOW UMBRELLA - THE BLACK ALBUM

Es gibt ja immer wieder Veröffentlichungen die aus dem Rahmen fallen. Sei es, dass die Verpackung besonders schön und aufwendig gestaltet wurde oder dass es sich um eine besonders seltene...

Weiterlesen