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Ozzy Osbourne - Patient Number 9
Weitere Informationen:
https://www.ozzy.com
https://www.youtube.com/ozzyosbourne
„I want to go home.“
Liebe Freunde des Schwermetall-Irrenheims, wenn ihr euch hier nicht gut aufgehoben fühlt, bitte hier klicken: disney.com
Was Ozzy Osbourne, der Patient Number 9, abliefert, ist kein Horror. Auf den ersten Blick gibt es hier Geisterbahn-Ästhetik, wie schon seit den 80ern. Nach intensivem Konsum (der Musik, natürlich!) kann ich zum Glück verkünden: Dies ist mehr als nur Nostalgie. Hier ist ein warmes Zuhause. Ozzy hat sich für uns alles rein gepfiffen, was er konnte, und gibt uns alten Sündern immer und immer wieder zu verstehen, dass es ok ist, ein Freak zu sein.
Überhaupt, um mal die Genrefrage von Metal zu streifen: Gemessen an dem, was heute unter dem Etikett läuft, ist das hier näher an Hardrock als an den zwischenzeitlichen Auswüchsen. Und das ist auch wunderbar, denn so können die Songs atmen, ohne unter 16 Tonnen Blei zu ersticken. Ozzy kann mit seiner durchdringenden Stimme komische, ernsthafte und melancholische Emotionen vermitteln. Ohne zu brüllen, ohne beweisen zu müssen, dass er der böseste Grenzgänger aller Zeiten ist. Das hat er nämlich schon lang nicht mehr nötig.
Stattdessen ein perfekter, satter moderner Rocksound, bei dem jeder Ton sitzt. Ozzy hat schon immer die besten Musiker des Rock um sich gesammelt, und da kann er sich als Gäste auch mal Eric Clapton und Jeff Beck einladen. Andere übliche Verdächtige (Zakk Wylde) kennt man schon, und dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn das Ergebnis perfekte Rock-Soli sind, einfallsreich, virtuos, professionell. Ja, man bekommt, was man bestellt hat, und neu ist an diesem Sound nichts, aber das hat wohl niemand ernsthaft erwartet?
Neu ist für mich, wie Ozzy mich mit seinen Songs über Depression und psychische Fragilität berührt. Ich vermute zwar, dass er im Alter seinen Seelenfrieden gefunden hat, es wäre tragisch, wenn nicht. In den Songs sieht man: Ozzy weiß, wovon er da singt. Und das ist eben nur zur Hälfte das kindische Grusel-Gehabe, mit dem man in den 80ern noch Omas schockieren konnte. Ja, klar ist das ein Gimmick, wie eine große Zirkusshow. Hört nicht nur auf die Worte. Hört auf die Musik. Da steckt es alles drin. Es rockt, es schockt, und ein Augenzwinkern ist auch fast immer dabei. Wenn der letzte Song, Darkside Blues, nach Robert Johnson klingt, und Ozzy in die ausklingende Mundharmonika hineinlacht „That’s Jazz!“
Anspieltipps: „Patient Number 9“, „Parasite“, „God Only Knows“ (Hier hatte ich ja halb ein Beach Boys-Cover erwartet, schließlich ist sich der Lord of Darkness ja auch für gewagte Stilwechsel nicht zu schade. Ist aber ein eigener Song, und ein traurig-schöner dazu).
Ein gutes Album, von dem man lange Zeit etwas hat. Je geduldiger man es auf sich wirken lässt, desto mehr entfaltet es sich.
Geschrieben von King Kraut am 27.10.2022, 20:10 Uhr
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