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Nullbock - Das erste Mahl
Weitere Informationen:
http://www.nullbock.org/
http://www.myspace.com/nullbockrockz
Wer von den Anwesenden hier ist verliebt oder hat die ein oder andere verschmutzte Fantasie? Wer mag Musik, die schwerpunktmäßig diese Thematik behandelt? Wer sich in diesem Falle in irgendeiner Art und Weise angesprochen fühlt, der kann hier vielleicht einen Blick hineinwerfen. Warum dies so sein soll? Naja, von „sollen“ würde ich jetzt nicht unbedingt sprechen, aber es wäre vielleicht nicht blöd, doch kurz einmal vorbeizuschauen.
Schon alleine der Titel sagt im Grunde alles aus. Eigentlich wäre dieses Wortspiel nicht nötig gewesen, weil das ganze Album vor Themen wie „Liebe“, „Liebe machen“ oder „Ich will lieben“ handeln. Aber gut, „Das erste Mahl“ passt halt, warum sollte man es also nicht nehmen? Besser als der Name „Der grausame Krieg im nahen Osten“ passt er ja schon…von daher soll das an der Stelle nicht weiter störend sein. Das Cover sieht auch schon irgendwie lüstern aus: Ein erotischer Frauenmund beginnt die Bandmitglieder in einem überdimensional großen Löffel fast zu verspeisen. Man sieht also, dass der Titel und das Cover Hand in Hand zusammenarbeiten. Passt also schon einmal ganz gut.
Passend zur Thematik spielt die Band überwiegend „fröhliche“ Melodien und verzichten dabei auf groß verzerrte Gitarren. Dabei kommt selber immer mal gute Laune auf und regt zum Mitsingen an, was sich besonders auf Konzerten bemerkbar macht. Das Spiel mit der Gitarre ist deutlich, sauber und auch gut gespielt. Abwechslung wird hier auf jeden Fall geboten, wodurch jedes Lied einen gewissen Wiedererkennungswert hat. Die Stimme klingt zwar ein bisschen komisch, aber irgendwie passt das total gut zu der Band. Es handelt sich hier schließlich um fast rein persönliche Themen, die noch eine kleine Prise Humor in sich tragen, weshalb eine „komische“ Stimme sogar noch förderlich sein dürfte. Das heißt aber nicht, dass man hier unflexibel sein muss, denn beim Lied „Revoluzza“ geht es sehr ruhig zu…und das hat der Sänger ebenfalls gut drauf! Hier gibt es nichts zu meckern…außer, dass die Band den einen oder anderen Geschmack nicht treffen könnte.
Textlich könnte das allerdings schon ein wenig anders aussehen. Liebe ist ja sowieso so ein Thema. So gut wie jeder schreibt darüber, seit Jahrhunderten sogar schon. Das Thema mag also schon bekannt sein und dürfte auch schon tausende Lieder auf seiner Seite wissen, wie sonst nichts auf der Welt. Aber gut, man kann halt eine Menge darüber schreiben und das auf eine vielfältige Art und Weise. Auch gut. Aber fast ein ganzes Album diesem Thema zu widmen? Da hört mein Verständnis bereits ein wenig auf. Auch wenn die Songs allesamt relativ gut ausgearbeitet sind, sich textlich und melodisch unterscheiden, so bleibt immer derselbe Nachgeschmack übrig. Und das kann im Laufe der Zeit wirklich schal werden…wie der Bodensatz des gleichen Bieres, welches man an einem Abend einfach nicht leer getrunken bekommt. Natürlich gibt es den einen oder anderen Song, der wirklich mal heraussticht, aber das Fundament ist noch fester in Beton gegossen, als ein Mann, der Schulden bei der Mafia hat. Denn ob es nun um Sex, Verliebt-Sein, Liebe oder „Ich treffe meine erste Liebe auf einem Konzert“ geht: Irgendwo ist es doch immer dasselbe. Das ist ein bisschen schade, wobei ich mir bei der Band auch schwerlich andere Themen vorstellen kann.
Ein weiteres Problem ist, dass die Band trotz ihrer vielseitigen Spielweise, ihres eigenen Charakters und ihrer lustigen Miene nicht dauerhaft zu unterhalten wissen. Woran das liegt, kann ich schwer sagen, aber womöglich kann man das auf das eben angesprochene „Fundament“ zurückführen. Die Band ist für nebenbei sehr gut geeignet und bietet auch im hauseigenen Musikschrank ein bisschen Würze, aber wirklich „regelmäßig“ kann ich sie nun auch nicht hören. Dafür nutzt sich der Stil – sei es nun im textlichen oder akustischen Sinne – meines Erachtens einfach zu schnell ab. Schade eigentlich, dabei haben die Jungs einiges zu bieten.
Alles in allem haben wir hier eine Scheibe, die man sich auf jeden Fall antun kann, auch wenn sie durch ihre Größe das harmonische Gefüge des CD-Schrankes zerstört. Es ist kein großer Verlust, wenn man sie nicht hat, aber ohne sie entgeht einem vielleicht ein kleines Eckchen der Punkrock-Welt, mit der man doch tatsächlich etwas anfangen kann.
Nicht besonders herausragend, aber dennoch ganz nett. Darum gibt es 7 von 10 Punkten!
Geschrieben von ChaosZx2 am 09.07.2011, 00:00 Uhr
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