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The Silence Industry - The Maw Of Sleep

The Silence Industry - The Maw Of Sleep

CD 25.09.2012
  7 / 10

Mit „The Silence Industry“ endet nun auch (wieder mal) mein langes Schweigen über diverse Perlen oder Stinkmorcheln der weiten Musikwelt. Besonders die selbst auferlegte Titulierung „Gothic Rock“ hat mich auf diese Band aufmerksam gemacht; bin ich doch schon durch Künstler wie Fliehende Stürme oder Adrian Benavides vorgeschädigt. Was bietet also The Silence Industry?

Das Wort „Industry“ im Bandnamen gibt schonmal einen ziemlich guten Überblick über das, wonach die Band so klingen soll. Es wird neben den üblichen Instrumenten nämlich auch viel auf elektronische Elemente gelegt, die einen „industrial“ (gibt es dafür eigentlich ein deutsches Wort, ohne dass es total scheisse klingt?) Klang erzeugen. Die Band erinnert ein bisschen an „Depeche Mode“, um einen kleinen Anfang zu machen, haben aber dennoch genug eigene markante Punkte. "Depeche Mode" ist also auch nur ein kleines Bauteil eines großen Mosaiks.
Der Gesang wurde – neben den Instrumenten -  ordentlich durch das Mischpult gezogen. Ich glaube sogar besonders viel „Hall“ vernehmen zu können, wodurch die Musik nicht nur weiter entfernt klingt, sondern auch ganz gut als „Hintergrunddudelei“ geeignet ist. Wenn man noch die lange Spielzeit und die mäßig schnelle Spielgeschwindigkeit mit einbezieht, wird die Musik von „The Silence Industry“ dieser Aufgabe ganz gut gerecht. Besonders die Songs „(Nightmare)“ und „The Maw of Sleep (Barbituate Reverb Mix)” bauen darauf auf, weil hier gut und gerne auf den Gesang verzichtet wird. Allerdings klingen die Lieder teilweise so, als hätte man vergessen den Aufnahmeknopf auszustellen oder man kann den Leuten einfach kackfrech unterstellen, dass hier an der Spiellänge des Albums gedreht werden sollte. Aber hier dürfte jede Person auf ihr eigenes, individuelles Urteil kommen. In meinen Augen wäre hier weniger deutlich mehr gewesen. Es soll aber ja Menschen geben, die auf sowas richtig abfahren, von daher sei mein bescheidenes Urteil eines von vielen.

Aber es  steht der „Hintergundmusik“-Karriere noch etwas im Weg: Der übermäßige Gebrauch der Instrumente.
Man darf mich an der Stelle nicht falsch verstehen: Die Instrumente sind verdammt gut, genauso wie die Stimme. Blöd ist aber nur, dass bei einigen Liedern und Stellen die Instrumente derart aufdrehen, dass das ganze wie ein heilloses Durcheinander (ähnlich eines Weihnachtskaufrausches) klingt, das total aus dem Rhythmus gekommen ist und somit ziemlich sauer aufstößt. Die Musik strengt auf Dauer an und das darf auf keinen Fall so sein.
Aber wenn man von diesem Punkt absieht, haben „The Silence Industry“ ein sehr nettes und hörbares Musikwerk zusammengeschustert, das ein bisschen die Geschwindigkeit des Tages nimmt und sie vielmehr in Form von Farben und Bildern in den Kopf pflanzt…und zwar auf eine (zumeißt) angenehme Art und Weise.

Als besondere Leckerbissen empfehle ich „Insurgent Hearts“, „Yours Is The Light“ und „Living Of Precarity“.


Geschrieben von ChaosZx2 am 01.10.2012, 00:00 Uhr


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