» Übersicht
» Neuigkeiten
» Reviews
» Interviews
» Konzertberichte
» Links
» Suchen
» Kontakt
» Über uns
» Datenschutz
» Impressum
The Pussywarmers & Réka - I Saw Them Leaving
Weitere Informationen:
http://www.thepussywarmers.com/
http://www.wildhoneyrecords.org/
Man kann ja von den US-Geheimdiensten halten, was man will, als sie das pazifistische Bedrohungspotential der Hippiebewegung durch die Versorgung mit Acid etc. zu drosseln versuchten, gaben sie sicherlich den Startschuss für die vielleicht abgedrehteste Experimentierphase, die Rock und Pop erleben sollten. Die kreativeren unter den Künstlern wären vielleicht auch nüchtern auf psychedelische Sounds gekommen, aber wer hätte sie sich dann angehört? Niemals so viele Menschen, wie es dann letztlich der Fall war. Flower Power ist heute passé, die Hippies, die nicht auf dem Trip hängengeblieben waren, suchten sich einen Job, und der Vietnamkrieg wurde trotzdem irgendwann verloren.
Über 40 Jahre später...
Die Pussywarmers kommen aus der Schweiz, Sängerin Réka aus Ungarn, die Musik vermutlich von einem Tape, das die BEATLES zugedröhnt irgendwo haben herumliegen lassen. So eiert sich dann die Band von der ersten Minute an munter durch zehn bunte Psychedelia-Stücke, absolut gekonnt und dabei niemals unhörbar schräg. Von den Songs her ist das lupenreiner 60ies-Pop, nur klingt er natürlich so, als wäre er unter Wasser oder durch ein galaktisches Wurmloch aufgenommen worden, durch das noch vielfarbige Wölkchen und Einhörner fliegen. Die Instrumentierung ist auch in bester BEACH-BOYS-Tradition experimentierfreudig, so wusste ich bis jetzt noch nichts von der Existenz einer speziellen Orgel namens Optigan, die eine Frühform des Samplers darzustellen scheint. Banjo, Kontrabass, Posaune, alles fließt mit ein und fliegt munter durch die Blumenwelt. Zum Glück konnte ich in den 32 Minuten auch keinen Sitar vernehmen, dafür nochmal Krishna oder wem auch immer sei Dank. Die katzenfreundlichen Eidgenossen nehmen sich vermutlich auch nicht so ernst, dass sie meinen, ihre Hörer durch solche Maßnahmen erleuchten zu müssen. Hingegen verspielen sie meiner Ansicht nach die Chance, hier und da ihre schönen Melodien genügend in den Vordergrund zu stellen, weil diese schließlich unter dem pausenlos spacigen Sound ins Hintertreffen geraten. Hier ist die eine oder andere Pop-Perle enthalten, die man aber erst aufmerksam heraushören muss. So bleibt das ganze zwar gefällig, aber ohne wirklich Höhepunkte. Hut ab vor dem Unterfangen, so einen historischen Stil in die Gegenwart zu holen, wenn diese Band erst einmal ihre Stärken selbstbewusster einsetzt, kann das noch eine spannende Reise werden.
Geschrieben von King Kraut am 05.05.2014, 00:30 Uhr
Kommentieren
Weitere interessante Reviews
DANNY BRYANT - NOTHING LEFT BEHIND
DANNY BRYANT ist am 26.07.1980 geboren und hat in seiner musikalischen Karriere bereits 16 Alben veröffentlicht. Das ist eine Menge Holz. Jetzt kommt Album Nummer 17, welches auf den Namen...
THE NO - DAS LEBEN IST SCHÖN
Was passiert wenn Musiker eine Band gründen, diese dann auflösen und doch wieder Bock darauf haben gemeinsam Musik zu machen, die wie die Band klingen darf die sie aufgelöst haben? Dann...
HI MUM - GHOSTWOOD
HI MUM, eine vierköpfige Band aus Nürnberg hat am 27.03.2026 ihr erstes Album auf den Markt gebracht. Das Machwerk erscheint digital und als Vinyl. HI MUM hat ihre Wurzeln in der Band MAFFAI,...
MELONBALL - TAKE CARE
Nürnberg ist ja auch so eine Bastion des Punkrock und des politisch, linken Engagements in Bayern. Die Stadt die mit dem Erbe des Reichsparteitagsgeländes umgehen muss hat 2019 etwas Besonderes...
THE WALTONS - IT´S CHRISTMASTIME
Zu Weihnachten immer die gleichen Lieder? Das muss nicht sein! Endlich gibt es Abhilfe zu den schnöden Weihnachtsliedern der Kirchenchöre. THE WALTONS haben sich die Weihnachtsmütze auf...
BLONDIE - NO EXIT
BLONDIE gründete sich, da war ich bestenfalls in Planung. So lange ist es schon her, dass diese Band Musikgeschichte geschrieben hat. Nun erscheint ihr siebtes Album, ursprünglich 1999...
