Design wechseln

Start » Reviews » HECKSPOILER - TOKYO DRIFT

HECKSPOILER - TOKYO DRIFT

HECKSPOILER - TOKYO DRIFT

CD Noise Appeal Records 10.06.2022
  6 / 10

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/heckspoiler
https://heckspoiler.org/


Der Bandname, so anachronistisch wie eben das Objekt das es darstellt.

Da gibt es ja so übertriebene Dinger, die aussehen als könnte man das Auto irgendwo aufgehängen. So übertriebene und ja, sagen wir es ruhig, prollige Teile, dass man darüber wahrscheinlich in zwanzig Jahren eine Ausstellung machen könnte.

HECKSPOILER. Für die einen war und ist er das Ding der Männlichkeit aber für die meisten ist er mittlerweile einfach überholt und ein Symbol eines Landes (oder einer Welt) im Autowahn.

Warum benennt sich um alles in der Welt eine Band nach so einem Objekt?

Ist das Masochismus?

Geschmacklosigkeit?

Will man mit dem Bandnamen auffallen wie das Ding am Porsche 911 GT3?

HECKSPOILER sind zu zweit, was schon mal sehr interessant ist. Wie viele Bands, wenn man ein Duo so nennen kann, gibt es, die elektrisch verstärkte Musik machen? Viele fallen einem da nicht ein. Um so erstaunlicher, denn dass was da aus den Boxen kommt, klingt nicht so, als ob das nur zwei Männer gemacht haben. Das klingt fett, dick und groß.
Eben wie ein HECKSPOILER.

Die beiden Chaoten singen energievoll ihre Wut heraus. Textlich, so weit verständlich, weiß das zu gefallen. Schön pöbelig, rau und kompromisslos. Manchmal ist es Geschrei, manchmal heraus gepresste Wut aber oft nicht das, was man engelsgleichen Gesang nennen würde. Diese Art des Gesangs ist seit einigen Jahr beliebt und wird in ähnlicher Form von LOVE A und Co. dargeboten. Allerdings nicht mit so einem aggressiv brummenden Bass und so einem ballerndem Schlagzeug.

Die elf Songs machen also richtig Krawall.

Nach der Hälfte dieses Ritts zeigen sich allerdings doch erste Verschleißerscheinungen an HECKSPOILER. Das liegt daran, dass der stets aggressiv und dominant brummende Bass und das ballernde Schlagzeug halt jeden Song durchgehend das selbe tun, nämlich aggressiv sein und ballern. Wenige Tempowechsel, wenige Wechsel in der Art des Gesangs und so kommt nach dem coolen Drift der ersten Song doch etwas Langeweile auf, die später in Genervtheit übergeht. Warum? Es fehlt schlichtweg die Abwechslung.

HECKSPOILER machen das was sie können. Das machen sie gut und das weiß durchaus zu gefallen, nur hätte die Platte auf einer Viertelmeile weit mehr Punkte geholt als auf dem langen Kurs des Nürburgrings.


Geschrieben von Frank am 17.05.2022, 19:21 Uhr


Teilen:                    

Kommentieren



Weitere interessante Reviews

DORFTERROR - SCHREIKINDER

Schon mutig, wenn sich eine Band in der heutigen Zeit einen Namen gibt, in dem das Wort “Terror“ vorkommt. Früher gab es ja mal eine Band die nannte sich “Fluchtpunkt Terror“, Nach...

Weiterlesen

MIKROMOON - THE NEAREST DISTANCE

Es gibt eine Vielzahl kleiner Labels, die liebevoll geführt und mit einem Riecher für interessante Musik ausgestattet sind. Sie finden nicht immer aber oft, interessante Bands, deren Schaffen...

Weiterlesen

THE WALTONS - IT´S CHRISTMASTIME

Zu Weihnachten immer die gleichen Lieder? Das muss nicht sein! Endlich gibt es Abhilfe zu den schnöden Weihnachtsliedern der Kirchenchöre. THE WALTONS haben sich die Weihnachtsmütze auf...

Weiterlesen

THE AUTOCRATICS - NO TIME TO WASTE

THE AUTOCRATICS sind eine japanische Ska-Band die sich 2007 in der Hauptstadt Tokio gegründet haben. Die Ska-Szene ist eng vernetzt und Entfernungen spielen keine Rolle,. So haben die Japaner...

Weiterlesen

Kreator - Krushers Of The World

Wie die Zeit vergeht. Schon wieder 4 Jahre her, dass ich KREATORs Hate Über Alles besprechen durfte. Die alten Herren hauen aber fleißig Alben neue Alben raus . Krushers of the World ...

Weiterlesen

THE CASUALTIES - DETONATE

Sie sind wieder da! THE CASUALTIES! Die wohl in Europa bekannteste aktive Hardcore-Punk-Band aus den USA bringt nach acht Jahren ihr neues Album heraus. Ich habe schon gedacht, sie haben...

Weiterlesen