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DIE TOTEN HOSEN - FIESTA Y RUIDO

DIE TOTEN HOSEN - FIESTA Y RUIDO

CD JKP 21.06.2024
  10 / 10

Weitere Informationen:
https://www.dth.de/
https://www.facebook.com/dietotenhosen


1987 erschien die erste offizielle Live-Veröffentlichung von DIE TOTEN HOSEN.

Diese Veröffentlichung mit dem Namen “Bis zum bitteren Ende“ hätte, wenn die Hosen so weiter gemacht hätten, wie in ihren Anfangszeiten, genau das bedeutet. Leben auf der Überholspur geht nur einen gewissen Zeitraum gut. Die Band, insbesondere Campino mit seiner Goldkehlchen-Stimme, musste dies bitter lernen. Die Hosen wuchsen an und mit ihren Erfahrungen und sind ihren Weg immer weiter gegangen. Über den Weg und den Status den sie in Deutschland haben, muss ich nicht groß reden. Die Band sollte jedem bekannt sein und so viele Bücher wie es mittlerweile gibt, kann man fast schon sagen, die Band ist ein lebender Mythos aus Düsseldorf.

Weit weniger ist bekannt über ihre Beliebtheit in Südamerika. Am 11.09.1992 spielte die Band aus Düsseldorf das erste Mal in Argentinien. Es war Liebe auf den ersten Blick oder auf den ersten Takt. Seitdem lässt die Band Argentinien nicht mehr los und die Fans dort lassen die Band nicht los. Seitdem waren sie oft in dem südamerikanischen Land, welches seit vielen Jahren durch Wirtschaftskrisen geht und durch sicherlich nicht immer richtige politische Entscheidungen einen schwierigen Weg vor sich hat.

DIE TOTEN HOSEN fühlen sich in Südamerika sehr wohl, haben dies auch immer wieder betont in Interviews und Berichten.

Ein richtig tolles Hörerlebnis bieten nun diese Veröffentlichung welche frei übersetzt in die deutsche Sprache auf den Namen“ Krach & Party“ hört.

Schon die ersten Takte von “Alle sagen das“ werden frenetisch mitgesungen. Es ist ein Gewitter was da nieder geht. Ich war, zumindest früher, auf vielen Konzerten der Hosen, in großen Hallen, beim 1.000 Konzert im Rheinstadion in Düsseldorf aber auch in kleinen Clubs wie dem Knaack in Berlin. Es war kollektives Durchdrehen, Party, ein Abriss, wie man heute sagt. Was hier allerdings auf “Fiesta Y Ruido“ geboten wird, spottet jeder Beschreibung. Jede Zeile wird tausendfach mitgesungen. Jeder Chor den das Publikum singt, verursacht Gänsehaut. Bei “Bonnie & Clyde“ ist so ein Moment, der mich auch nach mehrmaligen Hören fassungslos macht, ähnliches bei “Wünsch dir was“, aber auch bei dem spanischen Song “Uno, dos ultraviolento“ singen alle inbrünstig mit.

DIE TOTEN HOSEN nehmen einen mit auf einen sehr wilden Ritt durch ihre Geschichte.

Von “Reisefieber“ über “Bonnie & Clyde“, “Pushed Again“ bis “Alle sagen das“. Glaubt mir Freunde, es ist ein wilder Ritt. Ein extrem wilder Ritt. Es ist ein Rodeo!

Die Band mag alt geworden sein, aber was sie da auf der Bühne bieten ist keinesfalls eine Band die es seit über 40 Jahre gibt. Das klingt wie eine Band, deren Mitglieder maximal 40 Jahre alt sind, eher jünger. Hier wird das Gaspedal bis zum Bodenblech, ach was sage ich, bis zur Fahrbahn durchgetreten.

DIE TOTEN HOSEN mögen vielleicht nicht mehr Punkrock sein, aber auf der Bühne, insbesondere bei dieser Aufnahme, sind sie immer noch die verrückten Jungs die sie früher waren. Als ob ein Schalter umgelegt wird.

Beim Hören dieses Albums werde ich wieder zum Hosen-Fan.

Auf euch, ihr verrückten Düsseldorfer.

Auf den Punkrock...weltweit!


Geschrieben von Frank am 29.06.2024, 14:45 Uhr


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