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Linkin Park - The Hunting Party
Weitere Informationen:
http://www.linkinpark.de
Heraklit – ein griechischer Philosoph aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. – sagte einmal sinngemäß: „Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen“. Mit Verlaub: Einen Scheiss weiß er, der Herr Heraklit! Man kann mindestens drei Mal in denselben, gottverdammten Fluss steigen!
So ungefähr sah meine innere Gedankenwelt aus, als mein Kumpel mit seiner „Hey-ich-hab-da-wieder-was-für-dich“-Masche wieder mal das täglich grüßende Murmeltier markierte.
Ja, es ist wieder einmal soweit: Linkin Park haben wieder ein neues Album draußen und ich bin die arme Sau, die sich wieder mal auf und davon macht, um die potenziellen Untiefen einer ehemalig großen Band zu durchforsten.
Doch die Bewertung oben deutet ja bereits den doch sehr überraschenden Ausgang an:
Ja, es ist wirklich wahr. Mit „Hunting Party“ haben es Linkin Park tatsächlich geschafft, mich nach den ganzen Fehlschlägen und Miseren positiv zu überraschen. Was ist passiert? Da gibt es den einen oder anderen Grund, den ich persönlich nicht mehr erwartet hätte:
Dazu gehört beispielsweise, dass die Instrumente endlich wieder den einen oder anderen würdigen Auftritt haben und teilweise wieder diesen typischen Klang von „Linkin Park“ wiedergeben. Mein Kumpel meinte bei einigen Songs sogar: „Es klingt so, als hätte man sie jahrelang in den Keller gesperrt…und nun sind sie wieder frei und holen alles aus sich heraus, was sie sonst nicht tun durften“. Ganz so sehe ich das zwar nicht, aber es ist wirklich erfrischend, die alten Krachmacher wieder zu vernehmen. So wussten die Songs „Keys to the Kingdom“, „All for nothing“ und „Weastelands“ stellenweise echt zu überraschen und konnten so sogar auch mal ein nostalgisch angehauchten Schmunzler auf meine Lippen zaubern.
Apropos Krachmacher: Chester und Mike (beide Gesang) haben stellenweise auch wieder zu ihren Wurzeln gefunden, soll heißen: Schöne Gesangseinlagen, harte Rap-Phrasen und brutales Gebrüll sind auf „The Hunting Party“ vorzufinden und docken quasi genau wieder an der Stelle an, wo die Jungs vor der „A Thousand Suns“ standen. In den oben genannten Songs wird die Bandbreite, in denen die Jungs zu singen wissen, erst wirklich greifbar. Die gewohnte Abwechslung paart sich mit dem schönen Gefühl des "Freut mich, dich wiederzusehen!". Ich finds gut!
Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?
An und für sich nicht, nein. Doch leider hat auch „The Hunting Party“ ein paar ordentliche Macken…
Denn trotz der großen Wiedersehensfreude einiger liebgewonnener „Linkin-Park-Traditionen“, so sehr hängt noch das Vermächtnis der letzten grausamen Alben nach. Der teilweise unerträglich poppige und schmalzig-austauschbare Charakter anderer Songs wird wohl unauslöschlich mit dieser Band verbunden sein. Es sieht so aus, als ob Linkin Park – trotz großer Bemühungen und einigen wohl gelungenen Überraschungen – ihre feste Linie gefunden hätten und diese nun auch konsequent weiterführen werden.
Man könnte sagen, dass alles, was an den letzten Alben schon gestört hat zwar immer noch existiert, aber durch die obigen positiven Aspekte ein wenig gemildert wird. Linkin Park liefern also das Morphium zum Beinbruch gleich noch dazu.
So in etwa gestaltet sich auch das Vergnügen mit "The Hunting Party": Erst wird man positiv überrascht und auf ein emotionales Bier eingeladen, bevor man einen Tritt in die Fresse bekommt, um dann wieder getröstet zu werden. Die Eindrücke wechselten teilweise sogar so schnell hin und her, dass ich mit meiner eigenen Bewertung nicht mehr hinterhergekommen bin. Gerade der Anfang hat sich also sehr durchwachsen gestaltet.
Unterm Strich jedoch war es stellenweise echt schön, etwas „altes Neues“ von den Jungs zu hören. Umso fester steht für mich aber auch, dass die Ära „Linkin Park“ nach der „Meteora“-Scheibe endgültig ihr Ende fand. Alles, was danach kam ist in meinen Augen eine lange Reise, die viele unnötige Irrwege ging und das, was den eigentlichen Weg ausgemacht hatte, vollkommen aus den Augen verlor.
Schön wäre es, würde „The Hunting Party“ das letzte sein, das unter dem einst so großen Namen herauskam. Es wird Zeit, dass nach einem kleinen Erfolg ein Schlussstrich gezogen wird. Endgültig.
Geschrieben von ChaosZx2 am 19.08.2014, 14:29 Uhr
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