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JUDAS PRIEST - Invincible Shield

JUDAS PRIEST - Invincible Shield

CD Columbia/ Sony Music 08.03.2024
  8 / 10

Weitere Informationen:
http://www.judaspriest.com


Sehr viel klassischer wird es nicht als JUDAS PRIEST. Ich bin bei Metal eigentlich meist eher ein Gelegenheitstäter – zu häufig plakativ ist mir das Genre. Hier haben wir aber die Mitbegründer des Metal und wer, wenn nicht sie, dürfte die Klischees in voller Pracht auswalzen?

Ein paar Daten und Fun Factoids: JUDAS PRIEST sind 1969 in Birmingham, UK gestartet, und haben nun mit „Invincible Shield“ das 19. Studioalbum herausgebracht. Auf dem Weg dahin haben sie viele der Entwicklungen im Heavy Metal entweder vorangetrieben oder mitgenommen. Der Anfang war teilweise mehr Hardrock zum Motorrad fahren, 1990 kam dann mit dem Album „Painkiller“ ein deutlicher Schwenk in den Powermetal hinzu, der den Stil der Band bis heute nachhaltig geprägt hat. Hymnischer Falsettgesang auf Doublebassteppich, serviert mit Gitarrenduellen. Und hier könnte ich diese Review abkürzen und sagen, dass sich daran auf dem neuen Album auch nichts geändert hat, aber das würde der Qualität der neuen Songs nicht gerecht.

Wer sich dieses Album kauft, sollte Gitarre mögen. Mindestens ein Drittel eines jeden Songs besteht aus melodischen Soli, gern mal abwechselnd von den beiden Gitarristen Glenn Tipton und Richie Faulkner, gern mal mehrere pro Lied. Ehrlichgesagt wirkt es oft so, als wären manche der Songs nur als Vehikel für die Soli gedacht, und das mit Recht, denn die Greise beherrschen ihr Handwerk.

Nur ganz selten beschlich mich das Gefühl, hier würde mehr Malen nach Zahlen entlang der Tonleiter betrieben.

Das wichtigste Markenzeichen der Band ist vermutlich der Gesang von Rob Halford. Er kommt mühelos in schwindelerregende Höhen, kann dabei auch noch entweder nach belieben Aggression und Pathos in seine Stimme legen. Mit über 70 Jahren und Rauschebart ist er eine imposante Erscheinung, der man nicht (wie hier) im Wald begegnen möchte. Und das ist kein Spott, sondern eine Rolle, die perfekt zu seiner Bühnenpersönlichkeit passt – der Metal God (diese Marke ließ er sich patentieren), der in Leder und Nieten die Lieder von Kampf und Untergang, Hölle und Teufel, Herrschern, Ungeheuern und Helden singt. Das ist natürlich thematisch Teenager-Fantasy, darf ich daran erinnern, dass wir hier immer noch im Heavy Metal sind? Andere Texte würden dem Pathos nicht gerecht, der sich durch diese Songs zieht.

Und so bietet „Invincible Shield“ im Prinzip nichts Neues, sondern einfach ein bewährtes Rezept auf sehr hohem Niveau. Habe ich da in „As God Is My Witness“ das Riff von „Leather Rebel“ gehört? Gewiss! Ist der Titel „Devil in Disguise“ eine originelle Idee? Mitnichten!

JUDAS PRIEST ist eine Institution, und als solche bietet sie auf institutionalisierte Weise genau das, was der Schwermetaller braucht. Danke, und weiter so!


Geschrieben von King Kraut am 13.03.2024, 19:01 Uhr


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